Mieten, Umland

Mieten im Umland: Angebotsmieten steigen binnen eines Jahres um 5,2 Prozent

Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 19:45 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Hohe Zinsen bremsen Kaufpreise in Metropolen, während Angebotsmieten bundesweit um 4,5 Prozent zulegen.
Eine ruhige Wohnstraße mit modernen Mehrfamilienhäusern an einem bewölkten Herbsttag. Illustration mit AI erstellt.

Die Preise für Wohnimmobilien treten in den teuersten deutschen Städten weitgehend auf der Stelle. Wie aktuelle Erhebungen aus dem IW-Wohnindex für das dritte Quartal 2026 sowie dem Herbstmarktbericht des Immobilienverbands Deutschland (IVD) belegen, bremst das anhaltend hohe Zinsniveau die Preisdynamik spürbar aus.

Während die Kaufpreise vor allem in den Ballungsräumen stagnieren oder leicht nachgeben, setzt sich der Aufwärtsdruck auf die Mietmärkte unvermindert fort.

Schwache Entwicklung in den Metropolen

Nach den Daten des IW-Wohnindex verzeichneten Eigentumswohnungen im Bundesdurchschnitt im dritten Quartal 2026 lediglich ein leichtes Plus von 0,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Ein- und Zweifamilienhäuser legten um 0,4 Prozent zu. Damit bewegen sich die Immobilienpreise bundesweit weiterhin rund 10 Prozent unter dem bisherigen Höchststand aus dem Jahr 2022.

In den sieben teuersten deutschen Städten drehte die Preisentwicklung ins Minus. Eigentumswohnungen verbilligten sich dort binnen Jahresfrist um 0,8 Prozent, was nahezu einem Rückgang um einen Prozentpunkt entspricht. Die Preise für Häuser sanken in diesen Zentren um über 2 Prozent. Bei Eigentumswohnungen verzeichnete Stuttgart ein Minus von 3,9 Prozent, während Berlin einen Rückgang um 2,0 Prozent und Köln um 1,3 Prozent auswies.

Gleichzeitig verschärft sich die Lage für Mieter. Die bundesweiten Angebotsmieten kletterten innerhalb eines Jahres um 4,5 Prozent. Im Umland der Metropolen fiel das Plus mit 5,2 Prozent noch deutlicher aus, während in den Kernstädten ein Anstieg von 3,8 Prozent gemessen wurde.

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In Hamburg legten die Mieten sogar um fast 7 Prozent zu. Michael Voigtländer vom Institut der deutschen Wirtschaft erklärte dazu, die hohen Finanzierungskosten trieben zahlungskräftige Haushalte vermehrt auf den Mietmarkt. Diese Nachfrageverlagerung belaste vor allem mittlere Einkommen und junge Familien erheblich.

Die monatliche Belastung verdeutlicht eine Beispielrechnung des Instituts: Ein Immobilienkredit über 300.000 Euro bei einer zweiprozentigen Tilgung erforderte Anfang 2026 monatlich rund 1.450 Euro. Zuletzt lag dieser Betrag bei gut 1.600 Euro, was einer Verteuerung von über 10 Prozent entspricht.

Regionale Tendenzen und Marktklima

Der IVD Süd meldete für Baden-Württemberg im Vergleich zwischen dem Frühjahr und dem Herbst 2026 eine stabile bis leicht nachgebende Tendenz bei Bestands-Eigentumswohnungen. Stuttgart registrierte ein Minus von 2,0 Prozent und Reutlingen von 5,1 Prozent, während sich Standorte wie Mannheim, Ulm und Heilbronn stabil zeigten.

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In Freiburg, Pforzheim, Karlsruhe und Heidelberg gaben die Preise um bis zu 1 Prozent nach. Freistehende Bestandshäuser verbilligten sich in Stuttgart um 1,7 Prozent und in Reutlingen um 2,2 Prozent. Auf Zehnjahressicht zwischen Herbst 2016 und Herbst 2026 zogen Neubau-Eigentumswohnungen im Südwesten um 49 Prozent an, Bauland für Ein- und Zweifamilienhäuser um 43 Prozent.

Analysen von LBBW Research bestätigen, dass die Immobilienpreise an Schwung verlieren und inflationsbereinigt sinken, während die Baupreise weiter steigen. Höhere Finanzierungs- und Baukosten belasten demnach vor allem Projektentwickler.

Auch eine Umfrage des Maklernetzwerks Remax unter Immobilienexperten verdeutlicht die verhaltene Stimmung: 31,9 Prozent der Befragten rechnen in wirtschaftsstarken Zentren mit leicht sinkenden Preisen.

Rund 77 Prozent berichten von längeren Vermarktungsdauern, wobei mehr als die Hälfte der Objekte über sechs Monate am Markt verweilt. Zugleich prüfen finanzierende Banken Eigenkapital, Einkommen und Unterlagen zunehmend streng.

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