Mietshaus-Sanierung: Hohe Baukosten und enge Mietgrenzen drĂŒcken Renditen
Veröffentlicht am: 15.10.2026 um 19:22 Uhr | Redaktion boerse-global.deKombinierte Belastungen aus hohen Baukosten und eng begrenzten Möglichkeiten zur Mieterhöhung fĂŒhren dazu, dass die Sanierung Ă€lterer MietshĂ€user fĂŒr EigentĂŒmer zunehmend unrentabel wird. Wie Medienberichte vom 15. Oktober 2026 verdeutlichen, gerĂ€t das bisherige GeschĂ€ftsmodell der Bestandsmodernisierung in der Immobilienwirtschaft unter enormen Druck.
Auch auf der Branchenmesse Expo Real zeigte sich die Stimmung getrĂŒbt: Der Mietwohnungsbau rechnet sich kaum mehr, BestĂ€nde lassen sich nur noch schwer verĂ€uĂern, wĂ€hrend angekĂŒndigte gesetzliche Vorhaben der Bundesregierung aufgeschoben werden.
Regulatorischer Druck und drohende Wertverluste
VerschĂ€rft wird die Situation durch Vorgaben der EuropĂ€ischen Union. Wohnungsunternehmen sehen sich durch die EU-Taxonomie dazu angehalten, ihre BestĂ€nde umfassend zu dekarbonisieren. Nach Aussagen eines Vorstands eines groĂen Wohnungsunternehmens auf einer geschlossenen Branchenveranstaltung in Berlin könnten die erforderlichen Aufwendungen die Mieten rechnerisch verdoppeln.
Die Offenlegungspflichten im Rahmen der Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung (CSRD) bestehen bereits seit dem Jahr 2024, wÀhrend die Dekarbonisierung der WÀrmeversorgung bis zum Jahr 2030 gefordert wird.
Gleichzeitig droht Immobilien ohne entsprechende Nachhaltigkeitsnachweise ein Wertverlust. Zertifizierungen treiben die Budgets jedoch weiter in die Höhe: Branchenexperten zufolge schlĂ€gt eine DGNB-Zertifizierung mit bis zu 1,5 Prozent der gesamten Baukosten zu Buche, wĂ€hrend das US-amerikanische LEED-System als noch kostenintensiver gilt. Nach EinschĂ€tzung eines Projektentwicklers decken die derzeit verfĂŒgbaren Fördermittel lediglich etwa ein Drittel der tatsĂ€chlichen Kosten ab.
VerbÀnde warnen vor weiteren VerschÀrfungen im Mietrecht
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In einer öffentlichen Anhörung im Deutschen Bundestag zum Gesetzespaket Miete II kritisierte der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) geplante gesetzliche Eingriffe.
Unter anderem steht im Raum, Anpassungen bei Indexmieten bei Inflationssteigerungen von ĂŒber 3 Prozent nur noch zur HĂ€lfte auf die Miete umlegbar zu machen â vor dem Hintergrund einer aktuellen Inflationsrate von 3,3 Prozent mit steigender Tendenz.
Vorgesehen sind zudem Vorgaben zum Möblierungszuschlag, BeschrÀnkungen bei Kurzzeitvermietungen sowie Modifikationen der Schonfristregelung. ZIA-PrÀsidentin Iris Schöberl betonte, dass derartige Schritte das Investitionsklima schwÀchen und dadurch sowohl Neubauvorhaben als auch anstehende Sanierungen unmittelbar gefÀhrden.
Hohe finanzielle HĂŒrden fĂŒr EigentĂŒmer und Mieter
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Die Vorbehalte decken sich mit Erhebungen aus der Bevölkerung. Eine Ende 2025 durchgefĂŒhrte Umfrage unter 3.000 Haushalten im Rahmen des vom Karlsruher Institut fĂŒr Technologie (KIT) koordinierten Projekts PREFIGURE ergab, dass 65 Prozent der Haushalte in Deutschland eine energetische Sanierung fĂŒr finanziell kaum oder gar nicht machbar halten. Bei den Mietern lag dieser Anteil bei 75 Prozent, bei den EigentĂŒmern bei 55 Prozent.
Dabei besitzt der Sektor ein erhebliches volkswirtschaftliches Gewicht: Aus einem White Paper der Deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz (Deneff) geht hervor, dass die energetische GebÀudemodernisierung rund 2,5 Prozent zum deutschen Bruttoinlandsprodukt beitrÀgt und etwa 600.000 ArbeitsplÀtze sichert.
Um die InvestitionstĂ€tigkeit abzusichern, regte der Verband an, Förderrichtlinien verlĂ€sslich bis mindestens 2035 zu verlĂ€ngern, regionale Förderprogramme auszubauen und Finanzinstitute ĂŒber zinsgĂŒnstige Darlehen einzubinden.
