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mika erhält 6 Millionen Euro: Berliner Fintech baut KI-Buchhaltung aus

Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 18:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Das Berliner Fintech sammelte 6 Millionen Euro ein und will damit Team, Compliance und Cybersicherheit stärken; im Juli 2026 lag der Jahresumsatz erstmals über einer Million Euro.

mika erhält 6 Millionen Euro für den Ausbau seiner KI-Buchhaltung
Ein minimalistisch gestalteter, heller Büroraum mit einem Holztisch, einer kleinen Pflanze und natürlichem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Das Berliner Fintech mika hat in einer Seed-Finanzierungsrunde unter der Führung von Smedvig Ventures 6 Mio. Euro eingesammelt. Mit dem frischen Kapital plant das Unternehmen, seine KI-gestützte Plattform für die Buchhaltung kleiner Kapitalgesellschaften weiter auszubauen und das Wachstum zu beschleunigen.

Erweiterter Investorenkreis unterstützt Wachstumsstrategie

An der aktuellen Finanzierungsrunde beteiligten sich neben dem Lead-Investor Smedvig Ventures auch Wecken & Cie. (Care4 AG) sowie die Business Angel Dennis Bemmann, Michael Brehm, Johannes Ditterich und Martina Pfeifer. Zudem erhöhten die Bestandsinvestoren Keen Venture Partners und Dutch Founders Fund ihre Beteiligungen an dem Start-up.

Einschließlich einer im Juni 2024 abgeschlossenen Pre-Seed-Finanzierung in Höhe von 800.000 Euro beläuft sich das bisher offengelegte Funding von mika auf rund 6,8 Mio. Euro. Die neuen Mittel sollen vorrangig in den Ausbau des Teams, die Einhaltung von Compliance-Richtlinien sowie in die Stabilität und Cybersicherheit der Systeme investiert werden.

Deutliches Kundenwachstum und steigende Umsatzzahlen

Die KI-Plattform von mika richtet sich speziell an kleine GmbHs und UGs. Die Zahl der Nutzer ist in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen: Während zu Jahresbeginn rund 400 Unternehmen das System nutzten, liegt die Zahl laut aktuellen Berichten mittlerweile bei über 750, wobei einige Quellen bereits von mehr als 800 betreuten Betrieben sprechen.

Diese Expansion spiegelt sich auch in der wirtschaftlichen Entwicklung wider. Nach Angaben des Unternehmens wächst der Umsatz seit mehreren Monaten um mehr als 20 % pro Monat. Im Juli 2026 überschritt der Jahresumsatz des Fintechs erstmals die Marke von 1 Mio. Euro.

Das Unternehmen beschäftigt derzeit 22 Mitarbeitende. Dabei setzt mika auf eine Kombination aus Technologie und menschlicher Kontrolle: Während die KI die Buchhaltungsprozesse automatisiert, werden die Ergebnisse von qualifizierten Buchhaltern geprüft. Eine Buchhaltungskraft betreut dabei etwa 300 Kunden. Eine individuelle Steuerberatung bietet das Unternehmen hingegen nicht an.

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Marktumfeld setzt verstärkt auf Prozessautomatisierung

Die Finanzierung von mika fällt in eine phase, in der die Automatisierung von Backoffice-Prozessen branchenübergreifend an Bedeutung gewinnt. Ein Bericht von MIT-NANDA aus dem Juli 2025 unter dem Titel „The GenAI Divide“ deutete bereits an, dass Investitionen in die Backoffice-Automatisierung häufig höhere Erträge liefern als solche in Vertrieb oder Marketing. In neun von zehn untersuchten Fällen lag das rentabelste Vorhaben demnach in der Auftragsbearbeitung oder im Rechnungseingang.

In diesem Kontext stehen auch weitere Entwicklungen im Markt für Buchhaltungs- und Verwaltungssoftware. So kündigte etwa Prophix für sein Herbst-Update 2026 autonome Planungsagenten für Finanzprozesse an. Das Fraunhofer IAO stellte mit „NAVA“ ein KI-Tool zur Automatisierung von Verwaltungsaufgaben vor, das den Betrieb auf eigener Infrastruktur ermöglicht.

Gleichzeitig betonen Experten die Notwendigkeit sauberer digitaler Grundlagen. So verwies die Heckner Coaching GmbH in einer aktuellen Mitteilung darauf, dass KI-Tools insbesondere in Handwerksbetrieben erst dann ihre volle Wirkung entfalten, wenn zuvor klare, dokumentierte Prozesse etabliert wurden.

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Auch Kooperationen wie die zwischen ZUGFeRDig und der Plattform gerichtsmahnverfahren.de der twenty4collect GmbH zielen darauf ab, strukturierte Daten wie ZUGFeRD- oder XRechnungen nahtlos ohne manuelle Neueingabe weiterzuverarbeiten.

Mika positioniert sich in diesem Wettbewerbsumfeld als spezialisierter Anbieter für kleine Unternehmen, die durch die automatisierte Erfassung und Buchung von Belegen administrative Lasten senken wollen. Die Branche wird sich Anfang Oktober 2026 erneut auf der Fachmesse EXPO REAL in München präsentieren, wo unter anderem PLANIUM und WAIYS neue Lösungen zur KI-basierten Plananalyse vorstellen.

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