ROUNDUP, LĂ€nder

LĂ€nder teilen Infrastrukturmittel und Kreditoptionen auf

09.05.2025 - 14:40:17

Milliarden fĂŒr Bauprojekte und andere Infrastruktur sowie neue Kreditoptionen: Die BundeslĂ€nder haben sich einstimmig darauf verstĂ€ndigt, wie sie ihre neuen SchuldenspielrĂ€ume untereinander aufteilen wollen.

Die Finanzminister schlagen fĂŒr beides den Königsteiner SchlĂŒssel als Maßstab vor, wie der Vorsitzende der Finanzministerkonferenz, Marcus Optendrenk (CDU) erklĂ€rte. Er sprach von einer sachlich guten und auch verlĂ€sslichen Regelung.

Es geht um schuldenfinanzierte 100 Milliarden Euro fĂŒr die Infrastruktur in LĂ€ndern und Kommunen sowie um die Möglichkeit, als BundeslĂ€nder zusammen kĂŒnftig Schulden in Höhe von 0,35 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aufzunehmen - das wĂ€ren dieses Jahr rund 15 Milliarden Euro.

Am Donnerstagabend hatte auch Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) an dem Treffen teilgenommen und an die LÀnder appelliert, sich untereinander rasch zu einigen. "Wir stehen in den Startlöchern, die LÀnder nun auch, und wir können loslegen", sagte der Parlamentarische StaatssekretÀr im Bundesfinanzministerium Michael Schrodi.

Wie geht es weiter

Über den Vorschlag der Finanzminister sollen nun die MinisterprĂ€sidenten diskutieren. Der Bundestag soll voraussichtlich noch vor der Sommerpause ĂŒber einen Gesetzentwurf beraten.

Der Königsteiner SchlĂŒssel setzt sich zu zwei Dritteln aus dem Steueraufkommen und zu einem Drittel aus der Bevölkerungszahl der LĂ€nder zusammen - deswegen wird er jĂ€hrlich neu berechnet. Demnach fĂ€llt dem bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen mit rund 21 Milliarden Euro der grĂ¶ĂŸte Anteil zu.

Schleswig-Holsteins Finanzministerin Silke Schneider (GrĂŒne) sprach von einem klaren Signal. "Ich gehe davon aus, dass der Bund jetzt tatsĂ€chlich mit Hochdruck die notwendigen AusfĂŒhrungsgesetze vorbereiten wird, denn die LĂ€nder brauchen Planungssicherheit." Deutschland habe enormen Aufholbedarf. Sie beziffert den Anteil des Landes mit knapp 3,5 Milliarden Euro.

Die rheinland-pfÀlzische Finanzministerin Doris Ahnen (SPD) sprach von einem "Jahrzehnt der Investitionen", um die öffentliche Infrastruktur in einen wettbewerbsfÀhigen Zustand zu bringen. "Und die Analyse war auch klar: Eine solche Anstrengung ist aus den laufenden Haushalten nicht möglich."

Die LĂ€nder sind einig wie selten und sie fordern weitere Ausgaben vor Ort: Durch entsprechende Bund-LĂ€nder-Programme mĂŒssten ĂŒber den reinen LĂ€nderanteil hinaus weitere Mittel aus dem Sondervermögen sowie aus dem Klima- und Transformationsfonds in LĂ€ndern und Kommunen investiert werden.

Von den 100 Milliarden sollen aber auch die Kommunen profitieren. "Die Bedarfe auf der kommunalen Ebene sind groß", betonte Ahnen.

Schuldenfinanziertes Sondervermögen

Noch vor den Koalitionsverhandlungen hatten Union, SPD und GrĂŒne gemeinsam ermöglicht, dass Deutschland trotz Schuldenbremse deutlich mehr Kredite aufnimmt. Die Schuldenbremse wurde fĂŒr Verteidigungsausgaben gelockert. Außerdem wurde an der Schuldenbremse vorbei ein Sondertopf errichtet, der mit Krediten von bis zu 500 Milliarden Euro gefĂŒttert werden soll. Daraus soll die Instandsetzung der maroden Infrastruktur - also BrĂŒcken, Energienetze, Straßen oder Schulen - bezahlt werden.

100 der 500 Milliarden Euro fließen in den Klimaschutz, weitere 100 Milliarden an die BundeslĂ€nder. Wie das Geld unter den LĂ€ndern aufgeteilt wird, muss in einem zweiten Gesetz noch geregelt werden. Der neue Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) hat bereits angekĂŒndigt, dass er das schnell auf den Weg bringen will - die Einigung der LĂ€nderfinanzminister dĂŒrfte dafĂŒr grundlegend sein. Das Gesetz muss dann noch den Bundestag und auch den Bundesrat passieren.

Im Grundgesetz ist zudem geregelt, dass die LĂ€nder dem Bund ĂŒber die Verwendung der Mittel Bericht erstatten mĂŒssen - und dass der Bund prĂŒfen darf, ob das Geld fĂŒr den richtigen Zweck eingesetzt wird.

@ dpa.de