Mindestlohn, Euro

Mindestlohn 13,90 Euro: Geringverdiener profitieren mit 7,0 Prozent Plus

31.05.2026 - 12:18:27 | boerse-global.de

Reallöhne in Deutschland steigen um 1,8 Prozent. Geringverdiener und Azubis verzeichnen überdurchschnittliche Zuwächse durch Mindestlohnanhebung.

Mindestlohn 13,90 Euro: Geringverdiener profitieren mit 7,0 Prozent Plus - Foto: über boerse-global.de
Mindestlohn 13,90 Euro: Geringverdiener profitieren mit 7,0 Prozent Plus - Foto: über boerse-global.de

Im ersten Quartal 2026 legten die Reallöhne um 1,8 Prozent zu, wie das Statistische Bundesamt am 28. Mai mitteilte. Grund dafür ist ein kräftiger Anstieg der Nominallöhne um 4,1 Prozent, der die Teuerungsrate von 2,2 Prozent deutlich übertraf.

Geringverdiener und Azubis profitieren überdurchschnittlich

Besonders stark fiel der Zuwachs bei den unteren Einkommensgruppen aus. Das unterste Fünftel der Beschäftigten verbuchte ein Lohnplus von 7,0 Prozent. Maßgeblich dafür war die Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns auf 13,90 Euro zum 1. Januar 2026. Gleichzeitig stieg die Verdienstgrenze für Minijobs auf 603 Euro.

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Auch Auszubildende kamen auf ein überdurchschnittliches Plus von 6,8 Prozent. Zum Vergleich: Die oberste Einkommensgruppe verzeichnete lediglich ein moderates Wachstum von 3,5 Prozent.

Branchenbezogen zeigt sich ein differenziertes Bild. Die höchsten Steigerungen erzielte der Bergbau mit 6,9 Prozent, gefolgt von der Finanz- und Versicherungsbranche (6,5 Prozent) sowie der Energiewirtschaft (5,9 Prozent). Experten der Hans-Böckler-Stiftung warnen jedoch vor zu viel Optimismus. Geopolitische Spannungen im Nahen Osten könnten den positiven Trend gefährden.

Inflation sinkt dank Steuersenkung und Energiepreisen

Der Preisauftrieb in Deutschland hat sich im Mai weiter abgeschwächt. Vorläufige Zahlen des Statistischen Bundesamtes vom 29. Mai zeigen einen Rückgang der Verbraucherpreise auf 2,6 Prozent – nach 2,9 Prozent im April. Eine temporäre Senkung der Energiesteuer trug maßgeblich dazu bei: Seit dem 1. Mai gewährt der Staat einen Rabatt von 17 Cent pro Liter Kraftstoff, zunächst befristet bis Ende Juni. Die Bundesbank schätzt, dass diese Maßnahme die Gesamtinflation um rund 0,25 Prozentpunkte gedrückt hat.

Die Energiepreise stiegen im Mai zwar noch um 6,6 Prozent, das ist jedoch eine deutliche Verlangsamung gegenüber dem April-Wert von 10,1 Prozent. Die Nahrungsmittelpreise blieben mit einem Plus von 0,4 Prozent nahezu stabil – im April lag die Teuerung hier noch bei 1,2 Prozent.

Allerdings zeigt die Kerninflation – also die Teuerung ohne die schwankungsanfälligen Posten Energie und Lebensmittel – einen leichten Anstieg auf 2,5 Prozent (April: 2,3 Prozent). Auch die Dienstleistungspreise bleiben mit 3,1 Prozent unter Druck. Analysten rechnen damit, dass die Europäische Zentralbank diese Entwicklung bei ihrer Zinssitzung am 11. Juni berücksichtigen wird.

Arbeitsmarkt: Frühjahrsbelebung bleibt verhalten

Der deutsche Arbeitsmarkt zeigt saisonale Besserung, allerdings ohne rechte Dynamik. Die Bundesagentur für Arbeit meldete am 29. Mai einen Rückgang der Arbeitslosigkeit um 58.000 auf 2,95 Millionen. Die Arbeitslosenquote liegt damit bei 6,3 Prozent. Andrea Nahles, Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur, erklärte, die Arbeitslosigkeit sinke zwar, doch die übliche Frühjahrsbelebung habe noch nicht richtig eingesetzt.

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Ein wichtiger Tarifabschluss gelang am 29. Mai zwischen der Gewerkschaft ver.di und der Deutschen Telekom. Der Vertrag umfasst rund 60.000 Beschäftigte und sieht eine dreistufige Gehaltserhöhung vor. Die erste Anpassung erfolgt zum 1. August 2026.

Diese positiven Signale stehen im Schatten gedämpfter Konjunkturerwartungen. Die EU-Kommission senkte am 21. Mai ihre Wachstumsprognose für Deutschland im Jahr 2026 auf 0,6 Prozent – halbiert gegenüber der vorherigen Schätzung von 1,2 Prozent. Als Hauptgrund nannte die Kommission internationale Konflikte und deren Auswirkungen auf globale Handelsrouten, insbesondere die Straße von Hormus.

Die endgültigen Inflationszahlen für Mai wird das Statistische Bundesamt am 12. Juni veröffentlichen.

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