Winter verschĂ€rft Lage der Soldaten - Nacht im Ăberblick
27.11.2023 - 06:00:02Der Generalstab in Kiew berichtete unterdessen von neuen schweren KÀmpfen vor allem im Osten des Landes. Zugleich sprach die GeneralitÀt von hohen Verlusten der russischen Angreifer.
Statt der ĂŒblichen Berichte ĂŒber die Lage an den Fronten zwang der Schneesturm im SĂŒden und Osten des Landes den ukrainischen Staatschef zum ungewöhnlichen Thema Wetter in seiner abendlichen Videoansprache. "Jetzt, wo es so schwierig ist, wo die Bedingungen so schwierig sind, sollten wir alle denjenigen besonders dankbar sein, die die Verteidigung unseres Landes aufrechterhalten", sagte Selenskyj am Sonntagabend. Er nannte dabei vor allem die Soldaten "in den Stellungen, auf Posten und in mobilen Feuerkommandos". Sie alle seien auch unter winterlichen Bedingungen im Einsatz, um "die Ukraine, das Leben unseres Staates und unsere UnabhĂ€ngigkeit zu schĂŒtzen".
Ein schwerer Schneesturm hatte am Sonntag zunĂ€chst die gesamte SchwarzmeerkĂŒste der Ukraine erfasst und dort vielerorts fĂŒr erhebliche Probleme gesorgt. Neben der Stromversorgung in einigen Gebieten brach auch der StraĂenverkehr zusammen, wĂ€hrend zentrale Landesteile zunĂ€chst mit KĂ€lte und Schneeregen zu kĂ€mpfen hatten. Auch auf der von Russland besetzten und völkerrechtswidrig annektierten Halbinsel Krim lĂ€hmte der Schneesturm den Verkehr und das öffentliche Leben.
Im Winter des Vorjahres hatten russische MilitÀrs versucht, die ukrainische Bevölkerung mit Luftangriffen gegen die energetische Infrastruktur des Landes unter Druck zu setzen. Die ukrainische Regierung rechnet mit einem Àhnlichen Szenario auch in diesem Winter.
Kiew: Hohe Verluste Russlands in vergangener Woche
Die russischen StreitkrĂ€fte erlitten nach ukrainischer Darstellung in der vergangenen Woche schwere Verluste in den verschiedenen Kampfzonen der Ukraine. "6260 Besatzer und 672 Einheiten an Bewaffnung und militĂ€rischer Technik wurden vernichtet", zitierte die Agentur Unian den stellvertretenden Verteidigungsminister, Olexandr Pawljuk, am Sonntag. Zu den zerstörten Waffensystemen gehörten demnach 78 Panzer, 113 SchĂŒtzenpanzer und 130 Artilleriesysteme. Die Angaben konnten nicht unabhĂ€ngig ĂŒberprĂŒft werden.
In der tĂ€glich aktualisierten Liste der russischen Verluste in der Ukraine seit Kriegsbeginn fĂŒhrte der ukrainische Generalstab am Sonntag 324 830 Soldaten an, die entweder getötet oder verwundet worden seien. Die Zahl der bisher zerstörten Panzer der russischen StreitkrĂ€fte wurde mit 5513 angegeben. Bei der Abwehr russischer Luftangriffe wollen die ukrainischen StreitkrĂ€fte zudem 5900 Drohnen abgeschossen haben. Auch diese Angaben lassen sich nicht ĂŒberprĂŒfen.
Weder Kiew noch Moskau veröffentlichen die tatsÀchlichen Verluste ihrer StreitkrÀfte. US-Experten schÀtzten zuletzt im Sommer die russischen Verluste auf rund 120 000 Tote und 180 000 Verwundete, auf ukrainischer Seite sollen demnach 70 000 Soldaten getötet und rund 120 000 verwundet worden sein.
Schwere KĂ€mpfe im Osten und SĂŒden der Ukraine
Die ukrainische MilitĂ€rfĂŒhrung berichtete am Sonntag von einer Serie russischer Angriffe vor allem im Osten des Landes. Rund um Awdijiwka seien fĂŒnf russische Angriffe abgeschlagen worden. Aus der Region Cherson im SĂŒden der Ukraine wurden starke russische Artillerieangriffe gemeldet. Die Berichte konnten nicht unabhĂ€ngig geprĂŒft werden.
Am Sonntag hatte das ukrainische MilitÀr angesichts der laufenden russischen Offensive im Osten des Landes vor der Gefahr einer neuen Einnahme der Industriestadt Kupjansk im Gebiet Charkiw gewarnt. "Die russischen Besatzer haben die Absicht nicht aufgegeben, die Stadt Kupjansk anzugreifen, sie wollen sie wieder besetzen", sagte der Sprecher der ukrainischen Heerestruppen, Wolodymyr Fitjo.
Was am Montag wichtig wird
Im Osten der Ukraine rund um Awdijiwka sowie im SĂŒden des Landes um die ukrainischen BrĂŒckenköpfe am Dnipro bei Cherson sind neue KĂ€mpfe zu erwarten.

