ROUNDUP, Opposition

Opposition stĂŒrzt Frankreichs Regierung mit Misstrauensvotum

04.12.2024 - 20:44:01

Mit einem Misstrauensvotum hat die Opposition in Frankreich die Mitte-Rechts-Regierung von Premierminister Michel Barnier zu Fall gebracht.

Marine Le Pens Rechtsnationale und das linke Lager stimmten in der Nationalversammlung gemeinsam gegen die Regierung und erreichten so die nötige Mehrheit.

Insgesamt 331 der 577 Abgeordneten entzogen dem Kabinett das Vertrauen. Barnier muss nun seinen RĂŒcktritt und den RĂŒcktritt der Regierung bei PrĂ€sident Emmanuel Macron einreichen. Das Amt des Staatschefs berĂŒhrt das Misstrauensvotum nicht.

Politische Pattsituation

Der Fall der Regierung stĂŒrzt Frankreich in eine tiefe politische Krise. Eine Parlamentsneuwahl ist erst im kommenden Sommer wieder möglich. Das KrĂ€fteverhĂ€ltnis bleibt somit unverĂ€ndert eine Pattsituation. Weder das linke Lager, das die Parlamentswahl im Sommer gewann, noch Macrons Mitte-KrĂ€fte und auch nicht die Rechtsnationalen um Marine Le Pen und ihre VerbĂŒndeten haben eine eigene Mehrheit. Die Regierungssuche dĂŒrfte erneut schwierig werden. Dass es am Ende fĂŒr mehr als eine Minderheitsregierung reicht, scheint unwahrscheinlich.

Auch Macron unter Druck gesetzt

Nach Deutschland droht damit auch die zweite SĂ€ule des wichtigen deutsch-französischen Motors in Europa in zeitweisen politischen Stillstand zu rutschen und sich vor allem um ihre innenpolitischen Probleme kĂŒmmern zu mĂŒssen. Macrons Amt bleibt von dem Misstrauensvotum unberĂŒhrt. Er ernennt als PrĂ€sident aber den Premierminister. Nach der Parlamentswahl hat er sich stark in die Regierungssuche eingebracht und dĂŒrfte dies nun wieder tun.

Zudem lĂ€sst der Regierungssturz auch ihn nicht unbeschadet zurĂŒck. Der Staatschef hatte Barnier nach langen Sondierungen zum Premier ernannt, seine Mitte-KrĂ€fte regierten mit. Die Opposition dĂŒrfte nun versuchen, Macron aufgrund der komplizierten politischen VerhĂ€ltnisse zu einer vorgezogenen PrĂ€sidentschaftswahl zu drĂ€ngen. Bisher hatte Macron dies stets abgelehnt.

Nötiger Sparhaushalt nicht verabschiedet

Misslich ist die politische Krise auch fĂŒr Frankreichs Wirtschaft. Das Land hat eine zu hohe Neuverschuldung. Barnier wollte diese wieder in den Griff bekommen. Seine Regierung scheiterte am eskalierenden Streit um den Sparhaushalt. Sie dĂŒrfte als eine der kĂŒrzesten Regierungen in die jĂŒngere französische Geschichte eingehen.

@ dpa.de