Trumps 'letzte Warnung' - USA bestÀtigen GesprÀche mit Hamas
06.03.2025 - 06:00:01Die Hamas mĂŒsse sofort alle israelischen Geiseln im Gazastreifen freilassen und auch alle Leichen der ermordeten Israelis ĂŒbergeben, "oder es ist vorbei fĂŒr Euch", schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Zugleich bestĂ€tigte die US-Regierung direkte GesprĂ€che mit der Hamas ĂŒber die Geiseln. FrĂŒhere US-Regierungen hatten direkte GesprĂ€che mit Organisationen, die sie als terroristisch einstuften, offiziell stets vermieden.
Bisher konnten sich Israel und die Hamas nicht auf die Konditionen einer VerlĂ€ngerung der Waffenruhe einigen. Die Islamistenorganisation hat nach israelischen Informationen noch 24 Geiseln und 35 Leichen von Verschleppten in ihrer Gewalt. FĂŒnf von ihnen haben auch die US-amerikanische StaatsbĂŒrgerschaft - nur einer von ihnen, ein junger Mann, ist israelischen Angaben zufolge noch am Leben.
Trump: Kein einziges Hamas-Mitglied wird sicher sein
Trump drohte der Hamas auf Truth Social weiter: "Ich schicke Israel alles, was es braucht, um die Sache zu Ende zu bringen. Kein einziges Hamas-Mitglied wird sicher sein, wenn Ihr nicht tut, was ich sage." Dies sei "die letzte Warnung", erklĂ€rte Trump. FĂŒr die Hamas-FĂŒhrung sei nun die Zeit, den Gazastreifen zu verlassen, solange sie noch die Chance habe.
An die Bevölkerung gerichtet, schrieb der US-PrĂ€sident: "Eine wunderbare Zukunft erwartet Euch, aber nicht, wenn Ihr Geiseln gefangen haltet. Wenn Ihr das tut, seid Ihr tot." Die Menschen sollten eine "kluge Entscheidung" treffen und die Geiseln freilassen oder sie wĂŒrden es spĂ€ter bĂŒĂen.
Israel weiĂ ĂŒber GesprĂ€che der USA mit Hamas Bescheid
Zuvor war Trumps Sprecherin Karoline Leavitt im WeiĂen Haus gefragt worden, warum die USA entgegen ihrer langjĂ€hrigen Linie zum ersten Mal direkt mit der Gruppe verhandelten. Sie antwortete, der damit beauftragte Sondergesandte sei befugt, mit jedem zu sprechen. Zuerst hatte das US-Nachrichtenportal "Axios" berichtet. Demnach sprach der US-Sondergesandte fĂŒr Geiselfragen, Adam Boehler, in den vergangenen Wochen in Katars Hauptstadt Doha mit Mitgliedern der Hamas.
Zuvor hatten Kreise der Hamas der Deutschen Presse-Agentur bestĂ€tigt, dass direkte GesprĂ€che mit der US-Regierung ĂŒber amerikanische Geiseln sowie eine mögliche umfassendere Vereinbarung zur Beendigung des Gaza-Kriegs stattfĂ€nden. Noch sei keine Einigung erzielt worden, hieĂ es weiter.
Leavitt sagte, Israel sei in dieser Angelegenheit konsultiert worden. Zu den Inhalten der GesprĂ€che wollte sie sich nicht Ă€uĂern.
Das BĂŒro des israelischen Regierungschefs Benjamin Netanjahu teilte mit: "Israel hat den Vereinigten Staaten seine Position hinsichtlich direkter GesprĂ€che mit der Hamas mitgeteilt." Einzelheiten wurden nicht genannt. Die "Jerusalem Post" zitierte eine israelische Quelle, Israel sei von den GesprĂ€chen nicht begeistert. Bislang hatten die USA mit Israel und katarischen sowie Ă€gyptischen Vermittlern verhandelt.
Israel macht Druck: "Die Uhr tickt"
Auch Israel erhöhte den Druck auf die Hamas. Die "Jerusalem Post" zitierte Beamte, dass die derzeitige Situation, in der die Waffenruhe ohne die Freilassung der Geiseln fortgesetzt werde, nicht ewig andauern werde. Eine Quelle sagte der Zeitung: "Die Uhr tickt - wenn es keine Einigung ĂŒber die Freilassung weiterer Geiseln gibt, wird Israel zu den KĂ€mpfen zurĂŒckkehren."
Israel fordert die Fortsetzung der Waffenruhe im Gegenzug fĂŒr die RĂŒckgabe der EntfĂŒhrten, so wie es ein Vorschlag des US-Sondergesandten Steve Witkoff vorsieht. Die Hamas pocht hingegen auf die sofortige Aufnahme von Verhandlungen ĂŒber die zweite Phase der Vereinbarung, die ein Ende des Kriegs und den Abzug von Israels Truppen vorsieht. Die israelischen Geiseln könnten nur auf diese Weise freikommen.
Auslöser des Kriegs war das beispiellose Massaker, das Terroristen der Hamas sowie anderer extremistischer PalĂ€stinenserorganisationen am 7. Oktober 2023 in Israel nahe der Grenze zum Gazastreifen verĂŒbt hatten. Auf israelischer Seite waren dabei mehr als 1.200 Menschen getötet und mehr als 250 weitere als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt worden.
Seit Kriegsbeginn wurden laut der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde mehr als 48.300 Menschen in Gaza getötet. Die unabhĂ€ngig nicht ĂŒberprĂŒfbare Zahl unterscheidet nicht zwischen KĂ€mpfern und Zivilisten, wird von den UN jedoch als ziemlich glaubwĂŒrdig eingestuft.

