Startschuss fĂŒr Milliarden-Förderprogramm fĂŒr Schulen
04.06.2024 - 13:23:01Ab kommenden Schuljahr sollen mit dem sogenannten Startchancen-Programm bundesweit zunÀchst rund 2000 und spÀter 4000 Schulen in sozial schwierigen Lagen eine spezielle Förderung bekommen.
Ăber die kommenden zehn Jahre wollen Bund und LĂ€nder dafĂŒr 20 Milliarden Euro bereitstellen. Die Förderung soll zu 60 Prozent an die Grundschulen gehen, da sich in Bildungsstudien zunehmende Defizite beim Lesen, Schreiben und Rechnen gezeigt hatten.
Etwa jede zehnte Schule des Landes soll den PlĂ€nen zufolge eine Startchancen-Schule werden. Entscheidend sind vor allem der Anteil Ă€rmerer Kinder und Jugendlicher und der Anteil an SchĂŒlerinnen und SchĂŒler mit Migrationshintergrund. Die konkrete Auswahl treffen die BundeslĂ€nder. Das Geld ist fĂŒr BaumaĂnahmen gedacht, allerdings nicht fĂŒr ohnehin notwendige Turnhallen- oder Toiletten-Sanierungen, sondern fĂŒr Lernlabore, MultifunktionsrĂ€ume, WerkstĂ€tten, Ateliers oder fĂŒr Sport- und Erholungsangebote im AuĂenbereich.
Die Startchancen-Milliarden sollen auĂerdem in zusĂ€tzliches Personal wie Sozialarbeiter investiert werden und die Schulen bekommen ein Budget zur freien Verwendung. Das ehrgeizige Ziel: Bis zum Ende der Programmlaufzeit 2034 soll die Zahl der SchĂŒler, die die Mindeststandards in Mathematik und Deutsch verfehlen, an den Startchancen-Schulen halbiert werden. Zudem geht es um eine Förderung der sogenannten sozio-emotionalen Kompetenz, der FĂ€higkeit zu angemessenem Verhalten im Umgang mit anderen Menschen und in verschiedenen Situationen.
Da Bildung in Deutschland in der Hand der BundeslÀnder liegt und Berlin nicht einfach Geld geben kann, haben Bund und LÀnder sogenannte Verwaltungsvereinbarungen getroffen, in denen die genaue Mittelverteilung und -verwendung geregelt ist. Diese Vereinbarungen sind inzwischen von allen BundeslÀndern unterschrieben. Stark-Watzinger und Streichert-Clivot, die auch saarlÀndische Bildungsministerin ist, setzten die Dokumente mit ihrer Unterschrift am Dienstag in Kraft.
Beide sprachen von einem Meilenstein. Es handele sich um das gröĂte und langfristigste Bildungsprogramm in der Geschichte der Bundesrepublik, sagte die Bundesbildungsministerin.

