Einigung, Post-Verhandlungen

Keine Einigung in Post-Verhandlungen: Verdi lehnt Angebot ab

14.02.2025 - 15:45:47

Mit Warnstreiks haben BrieftrĂ€ger Druck gemacht. Doch die Post bietet bei weitem nicht so viel wie gefordert. Das hat Konsequenzen, auch fĂŒr die laufende Briefwahl?

Im Tarifkonflikt bei der Deutschen Post ist kein Ende in Sicht. In der dritten Verhandlungsrunde ĂŒber höhere Entgelte von rund 170.000 Post-BeschĂ€ftigten habe es keine Einigung gegeben, teilte die Gewerkschaft Verdi in Kassel mit. 

Zuvor hatte die Firma ein Angebot vorgelegt, dem zufolge die Entgelte in einem 27 Monate laufenden Tarifvertrag zunÀchst um 1,8 Prozent und spÀter um weitere 2,0 Prozent steigen sollten. BeschÀftigte, die weniger als 30 Urlaubstage haben, sollten einen Extra-Urlaubstag bekommen. Der Post zufolge wÀren das zwei Drittel ihrer BeschÀftigten im Brief- und Paketbereich. Das Unternehmen nannte seinen Vorschlag «fair und tragfÀhig». 

Kluft zwischen Tarifparteien noch groß

Bei Verdi war man ganz anderer Meinung. Das Angebot sei «völlig unzureichend», sagte Verdi-Vize Andrea Kocsis. «Die Kolleginnen und Kollegen werden ihre Antwort auf das vorliegende Angebot in den Betrieben geben – auch mit Warnstreiks.» Arbeitsniederlegungen soll es aber erst nach der Bundestagswahl geben, um einen reibungslosen Ablauf der Briefwahl zu gewĂ€hrleisten. 

Verdi fordert ein Plus von 7 Prozent in einem 12 Monate laufenden Tarifvertrag sowie drei Extra-Urlaubstage. Wer Verdi-Mitglied ist, soll sogar vier Extra-Urlaubstage bekommen. Die Gewerkschaft begrĂŒndet ihre Forderungen mit den gestiegenen Lebenshaltungskosten und der höheren Arbeitsbelastung der Postler.

Post verweist auf schwierige wirtschaftliche Rahmenbedingungen

«Wir bedauern, dass wir noch nicht zu einer Einigung in dieser Lohnrunde gekommen sind», sagte Post-Personalvorstand Thomas Ogilvie und wertete es als positives Zeichen, dass Verdi das Management zu einer vierten Tarifrunde aufgefordert habe - das deute auf «ein ehrliches Interesse» hin, doch noch am Verhandlungstisch zu einer Einigung zu kommen. Der neue Tarifvertrag mĂŒsse wirtschaftlich vertretbar sein, heißt es vom Unternehmen, das auf schrumpfende Briefmengen, sinkende Erlöse und höhere Kosten fĂŒr Energie und Transport hinweist. Außerdem sei der Investitionsbedarf hoch.

@ dpa.de