Mitarbeitergesundheit, Hebel

Mitarbeitergesundheit: 81,5 Prozent sehen direkten Hebel für Produktivität

Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 20:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die AdQualis-Erhebung zeigt hohe Erwartungen an Gesundheitsinvestitionen, zugleich fehlen vielen Unternehmen Kennzahlen und strukturierte Personalprozesse.
Heller, moderner Büroraum mit ergonomischem Mobiliar und großen Fenstern mit Blick auf einen grünen Park. Illustration mit AI erstellt.

In Barcelona ist die HR-Trendstudie Barómetro AdQualis Tendencias RRHH 2026 vorgestellt worden. Wie die Nachrichtenagentur Europa Press am 19. Oktober 2026 berichtete, sehen 81,5 Prozent der befragten Branchenvertreter Investitionen in Gesundheit und Mitarbeiter-Wellbeing als direkten Hebel für die Produktivität.

Dennoch besteht in der Praxis eine spürbare Steuerungslücke: Lediglich 42,1 Prozent der teilnehmenden Organisationen erfassen das Wohlbefinden ihrer Belegschaft anhand klar definierter Kennzahlen.

Wachsender Rekrutierungsdruck treibt Investitionen in Zusatzleistungen

Der Fokus auf die Mitarbeitergesundheit fällt in eine Phase spürbarer Personalengpässe. Laut der AdQualis-Erhebung identifizieren 63,2 Prozent der Befragten den Fachkräftemangel als ihre zentrale Herausforderung. Ein identischer Anteil von 63,2 Prozent verzeichnet parallel dazu steigende Kosten bei der Rekrutierung und langfristigen Mitarbeiterbindung.

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Dieser Trend spiegelt sich auch im Wettbewerb um Bewerber wider. Einer Analyse der Bertelsmann-Stiftung zufolge enthielten Stellenanzeigen im Jahr 2019 durchschnittlich 3,6 Zusatzleistungen. Bis 2024 kletterte dieser Wert bereits auf 9,6 Leistungen je Ausschreibung, während lediglich 15 Prozent der Anzeigen ganz ohne derartige Angebote blieben.

Passend dazu ermittelte eine Marktstudie von Roland Berger, dass befragte Unternehmen im Durchschnitt 6,6 verschiedene Benefits offerieren, um Fachkräfte zu gewinnen und die Zufriedenheit im Betrieb zu sichern.

Burnout-Gefahren und Wandel der Unternehmenskultur

Zugleich wächst das Bewusstsein für gesundheitliche Risiken im Berufsalltag. Laut AdQualis stufen 44,7 Prozent der Befragten Burnout und fehlende digitale Abschaltung als zunehmende Bedrohungen für die Beschäftigten ein. Zudem erwarten 86,8 Prozent der Befragten, dass die nachrückenden Generationen Z und Alpha einen starken Einfluss auf Unternehmenskultur und Führungsmethoden ausüben werden.

Dass betriebliche Gesundheitskonzepte über reine Anreize hinausgehen müssen, verdeutlichte Cristián Sepúlveda vom Unternehmen gâmio Healthtech in einem Bericht vom 19. Oktober 2026: Das Gesundheitsmanagement dürfe sich nicht allein in Krankenkassenkosten und Benefits erschöpfen.

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Gesunde Arbeitsbedingungen beeinflussten die Umsetzbarkeit betrieblicher Strategien, die Qualität von Dienstleistungen sowie die Kontinuität des operativen Geschäfts direkt.

Welche Ausmaße Überlastungen annehmen können, zeigen auch Erhebungen des Personaldienstleisters Adecco: Demnach kostete der Absentismus die spanische Wirtschaft im Jahr 2025 schätzungsweise 59.109 Millionen Euro, während die Ausfalltage aufgrund psychischer Erkrankungen über einen Fünfjahreszeitraum um 111 Prozent zulegten.

Umsetzungsrückstände bei Nachfolgeplanung und Technologie

Die AdQualis-Untersuchung weist zudem auf strategische Defizite bei strukturellen Personalprozessen hin. Während 86,8 Prozent der Befragten eine Verschiebung der Personalrollen hin zu Veränderungsmanagement und Kulturarbeit erwarten, besitzen 47,4 Prozent der Unternehmen keine strukturierten Nachfolgepläne.

Lediglich 34,2 Prozent verfügen über solche Konzepte. Beim Thema Diversität, Chancengleichheit und Inklusion erkennen zwar 81,6 Prozent einen Treiber für Innovationen, feste Richtlinien haben bislang jedoch nur 57,9 Prozent formuliert.

Eine ähnliche Diskrepanz zeigt sich im Umgang mit modernen Technologien. Zwar versprechen sich 92,1 Prozent der Befragten durch die Automatisierung mittels künstlicher Intelligenz spürbare Zeitgewinne. Im operativen Personalmanagement nutzen derzeit allerdings erst 23,7 Prozent entsprechende KI-Lösungen.

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