ROUNDUP, Russland

Russland baut eigene Drohnentruppen auf

13.06.2025 - 06:00:02 | dpa.de

Mitten im intensiven Krieg will Russland wie die Ukraine Drohnentruppen als eigene Waffengattung in der Armee aufbauen.

Das kĂŒndigte der russische PrĂ€sident Wladimir Putin in Moskau vor Vertretern von Armee und Regierung an. "Wir sehen, wie die Wirksamkeit unbemannter FluggerĂ€te im Kampfeinsatz rapide wĂ€chst", sagte Putin nach Angaben des Kremls. Etwa die HĂ€lfte der zerstörten oder beschĂ€digten gegnerischen Ziele gehe mittlerweile auf das Konto der Drohnenpiloten.

Russische Kampfdrohnen griffen auch in dieser Nacht wieder Ziele in der Ukraine an. Im Osten des seit mehr als drei Jahren von Moskau mit Krieg ĂŒberzogenen Landes herrschte Luftalarm. Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe bombardierten russische Kampfflugzeuge mit Gleitbomben die Gebiete Sumy und Donezk. Angaben zu Treffern und SchĂ€den wurden bislang nicht gemacht.

Am Donnerstag setzten beide Seiten den Austausch von Kriegsgefangenen fort. Schwer kranke oder verletzte Soldaten durften zurĂŒckkehren, wobei eine genaue Zahl erst nach Abschluss der auf mehrere Tage angelegten Aktion genannt werden soll. Der ukrainische Koordinierungsstab forderte die russische Seite auf, rasch mit dem Austausch fortzufahren. Eine Moskauer Behauptung, die Ukraine könne nicht jeden Tag neue Gefangene zurĂŒcknehmen, sei falsch.

Drohnentruppen als eigene Waffengattung

Die Einrichtung einer neuen Waffengattung in der russischen Armee belegt die wachsende Bedeutung unbemannter Waffensysteme in diesem Krieg. Die Ukraine war diesen Schritt bereits im Juni 2024 gegangen. Ihre Drohnenbrigaden setzen verschiedene Flugdrohnen ein und entwickeln sie in Zusammenarbeit mit der Industrie weiter. Es geht aber auch um Seedrohnen, also bewaffnete ferngesteuerte Boote, Kampf- oder MinenrÀumroboter. Drohnenpiloten sind aber auch in anderen Truppenteilen im Einsatz.

Weil sich der Luftkrieg so rasch wandele, brauche Russland auch eine bessere Flugabwehr, sagte Putin. Nötig sei ein universelles System, das in jeder Lage angreifende Flugobjekte jeder Art effektiv vernichten könne.

Die russische Armee verfĂŒgt ĂŒber ein großes Arsenal an Flugabwehrsystemen. Dabei ist die Front gut gesichert, doch im Hinterland ist die Abwehr dĂŒnner gestaffelt. Ukrainische Langstreckendrohnen haben immer wieder MilitĂ€r- und Industrieanlagen weit hinter der Front getroffen.

USA gratulieren zum russischen Nationalfeiertag

Die von Putin geleitete Beratung ĂŒber kĂŒnftige RĂŒstungsprojekte fand statt, auch wenn in Russland am Donnerstag Nationalfeiertag war. Dazu gratulierten erstmals seit Jahren wieder die USA. Außenminister Marco Rubio schickte einen GlĂŒckwunsch, mahnte aber auch FriedensbemĂŒhungen an. Der Kreml wertete das Schreiben als Zeichen, dass die Administration von US-PrĂ€sident Donald Trump Probleme im VerhĂ€ltnis lösen wolle. Die Ukraine kritisierte das.

Selenskyj: Wir drĂ€ngen die Russen bei Sumy zurĂŒck

Die ukrainische Armee kann nach Darstellung von PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj die russische Offensive im nordöstlichen Gebiet Sumy abblocken. "Unsere Einheiten im Gebiet Sumy drĂ€ngen die Besatzer allmĂ€hlich zurĂŒck", sagte Selenskyj in einer Videobotschaft. Er stĂŒtzte sich dabei nach eigenen Angaben auf einen Bericht von Oberbefehlshaber Olexander Syrskyj zur Lage.

Details nannte er nicht, auch gab es keine unabhĂ€ngige BestĂ€tigung fĂŒr seine Angaben. Den Landkarten ukrainischer MilitĂ€rblogger zufolge sind die russischen Truppen weiter in der VorwĂ€rtsbewegung.

Auf Befehl von Kremlchef Wladimir Putin hat die russische Armee an der Grenze bei Sumy starke KrÀfte zusammengezogen und versucht, dort eine Pufferzone zu erobern. Die Ukraine schÀtzt diese russische Streitmacht auf bis zu 65.000 Mann. Entlang der ganzen Front habe es 168 russische Sturmangriffe gegeben, teilte der ukrainische Generalstab in seinem abendlichen Lagebericht mit.

Dank fĂŒr Besuch von Pistorius

Selenskyj dankte in seiner Videobotschaft noch einmal fĂŒr den Besuch von Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) am Donnerstag. "Deutschland ist ein Vorreiter bei der UnterstĂŒtzung. Wir wissen es zu schĂ€tzen, dass Deutschland das, was es verspricht, auch hĂ€lt", sagte der PrĂ€sident. Bei dem Besuch hatten beide Seiten ihre Abmachungen vertieft, gemeinsam Waffen mit hoher Reichweite zu produzieren, darunter Raketen, Marschflugkörper und Kampfdrohnen.

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