Mobbing am Arbeitsplatz: Bis zu sechs Monatslöhne EntschÀdigung einklagen
Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 23:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Konflikte am Arbeitsplatz können BeschĂ€ftigte massiv belasten, wobei der Ăbergang von zwischenmenschlichen Spannungen zu systematischem Mobbing oft flieĂend verlĂ€uft.
Wie das Schweizer Konsumentenmagazin SRF Espresso am 24. September 2026 berichtete, erfordert der Umgang mit solchen Belastungen ein strukturiertes Vorgehen. Laut der Rechtsprechung des Schweizerischen Bundesgerichts wird Mobbing als ein systematisches, feindseliges Verhalten ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum definiert.
Klare Trennung zwischen Tatsachen und Interpretation
Um Konfliktsituationen am Arbeitsplatz zu bewĂ€ltigen, empfehlen Arbeitsrechtsexperten, das Problem frĂŒhzeitig und sachlich anzusprechen. Dabei sei es zentral, prĂ€zise zwischen objektiven Tatsachen und persönlichen Interpretationen zu unterscheiden. Bleiben mĂŒndliche GesprĂ€che wirkungslos, sollte der Austausch schriftlich nachbereitet und dokumentiert werden.
Zudem sollten Betroffene die Vorgesetzten einbinden, da den Arbeitgeber eine gesetzliche FĂŒrsorgepflicht trifft. Reagiert die FĂŒhrungsebene nicht angemessen oder geht das Verhalten von Vorgesetzten selbst aus, können sich BeschĂ€ftigte an neutrale betriebliche Anlaufstellen, BerufsverbĂ€nde oder externe Beratungsstellen wenden. Sollte die psychische Belastung die Gesundheit akut gefĂ€hrden, kommt auch eine Krankschreibung in Betracht.
Dokumentationspflicht und rechtliche Folgen
Ein wesentlicher Aspekt bei der Durchsetzung eigener Rechte ist die Beweissicherung. VorfĂ€lle sollten lĂŒckenlos dokumentiert werden, wobei Betroffene diese Belege auch nach einer eventuellen KĂŒndigung behalten und sichern sollten. Kommt es im Zuge der Auseinandersetzungen zu einer rechtswidrigen KĂŒndigung, können Betroffene EntschĂ€digungen von bis zu sechs Monatslöhnen gerichtlich einklagen.
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Die Zuspitzung von Konflikten hat erhebliche wirtschaftliche und gesundheitliche Konsequenzen. Auf einer Veranstaltung von NZZ Live in ZĂŒrich am 15. September 2026 bezifferte der CEO der Krankenversicherung Helsana, Roman Sonderegger, die jĂ€hrlichen Kosten psychischer Probleme in der Schweizer Arbeitswelt auf rund 6,5 Milliarden Franken.
Die Kosten fĂŒr Psychotherapien seien gegenĂŒber dem Vorjahr um 11 Prozent gestiegen. Eine psychisch bedingte Absenz dauert laut Helsana durchschnittlich 150 Tage, wobei 60 Prozent der Betroffenen Frauen und 40 Prozent MĂ€nner sind. Unter den 16- bis 25-JĂ€hrigen berichtet zudem ein FĂŒnftel ĂŒber mittelschwere bis schwere Depressionssymptome.
Konflikte als Auslöser fĂŒr Krankschreibungen
Wie Cosima Dorsemagen von der Fachhochschule Nordwestschweiz am 15. September 2026 ausfĂŒhrte, steht mehr als die HĂ€lfte der Krankschreibungen aus psychischen GrĂŒnden in direktem Zusammenhang mit Konflikten am Arbeitsplatz. Nach Angaben von Helsana-Chef Sonderegger können von den Langzeitabwesenden durchschnittlich rund 50 Prozent wieder in den Arbeitsprozess integriert werden.
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Angesichts dieser Tragweite raten Fachleute Betroffenen dazu, frĂŒhe Warnsignale im Teamumfeld ernst zu nehmen und bestehende betriebliche oder externe Hilfsangebote rechtzeitig zu nutzen.
