Moderna-VertrÀge, Steuerzahler

Moderna-VertrĂ€ge: Steuerzahler trĂ€gt Haftungsrisiko fĂŒr 31 Mio. Dosen

07.07.2026 - 04:55:27 | boerse-global.de

Offengelegte VertrĂ€ge zeigen: Die Schweiz kaufte Impfstoff fĂŒr 980 Mio. Dollar, das Risiko trĂ€gt der Staat. Politiker fordern Reformen.

Moderna-Deal: Steuerzahler trĂ€gt Haftungsrisiko fĂŒr 31 Mio. Dosen
Moderna-VertrĂ€ge - Eine Spritze wird aus einem Moderna-ImpfstoffflĂ€schchen gefĂŒllt, mit verschwommenen Finanzdokumenten im Hintergrund, die das Haftungsrisiko symbolisieren. 07.07.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Die Dokumente zeigen: Die Schweiz kaufte 31 Millionen Dosen von Moderna – und der Steuerzahler trĂ€gt das Haftungsrisiko.

Milliardendeal mit Moderna

Der Preis pro Impfdosis lag bei 32 US-Dollar. Das Gesamtvolumen: rund 980 Millionen US-Dollar. Besonders brisant: Die Haftungsregelungen. Laut den offengelegten VertrĂ€gen wurde das Risiko fĂŒr mögliche SchĂ€den oder unvorhergesehene Nebenwirkungen weitgehend auf die öffentliche Hand abgewĂ€lzt. Die Hersteller selbst sind von wesentlichen finanziellen Risiken freigestellt.

Kritiker monieren: Die Konditionen wurden festgeschrieben, bevor ausreichende Daten zu Wirksamkeit und Langzeitfolgen vorlagen. Zuvor hatte das BAG die VertrÀge unter Berufung auf GeschÀftsgeheimnisse unter Verschluss gehalten.

Politischer Aufschlag

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Die Offenlegung hat im Nationalrat bereits Konsequenzen. Nationalrat Wyssmann fordert rechtliche Schritte und eine Reform der gesetzlichen Grundlagen. Sein Ziel: die Streichung von Artikel 70 des Epidemiengesetzes, der Sonderregeln fĂŒr Ausnahmesituationen vorsieht.

ZusĂ€tzlich bringt Wyssmann einen neuen Straftatbestand ins Spiel – die Verschwendung von Steuergeldern. Damit sollen AmtstrĂ€ger stĂ€rker in die Pflicht genommen werden, wenn sie VertrĂ€ge mit privaten Unternehmen aushandeln. Finanzielle Risiken dĂŒrften nicht lĂ€nger einseitig der Allgemeinheit aufgebĂŒrdet werden.

Systemfrage

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Die Debatte in der Schweiz ist kein Einzelfall. In Deutschland wird parallel ĂŒber höhere HerstellerabschlĂ€ge fĂŒr Medikamente gestritten – 15,5 Prozent stehen im Raum, um Löcher in den Krankenkassen zu stopfen.

Beide FĂ€lle zeigen: Politik und Aufsichtsbehörden rĂŒcken der Pharmaindustrie auf die Pelle. Die Forderung nach mehr Transparenz und strengerer Kontrolle öffentlicher Ausgaben im Gesundheitswesen wird lauter – grenzĂŒberschreitend.

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