Medizintechnik-Unternehmen, Strategie

Medizintechnik-Unternehmen Àndern ihre Strategie: Statt Umsatzwachstum wird Gewinnoptimierung zur ersten PrioritÀt

03.04.2024 - 09:14:48

MĂŒnchen - Angesichts rĂŒcklĂ€ufiger RentabilitĂ€t Ă€ndern Unternehmen der Medizintechnikbranche ihre strategischen PrioritĂ€ten: Setzten in den vergangenen drei bis fĂŒnf Jahren noch 57 Prozent von ihnen zu allererst auf Umsatzwachstum, hat sich diese Zahl zuletzt im Vergleich fast halbiert (31%). Dagegen planen fĂŒr die kommenden Jahre 65 Prozent der Unternehmen nun ihren strategischen Fokus auf die Optimierung der RentabilitĂ€t zu legen. Im Zentrum steht dabei die RĂŒckbesinnung auf das KerngeschĂ€ft durch Straffung des Produktportfolios und eine Fokussierung auf KernmĂ€rkte. Hierbei priorisieren die Unternehmen nicht zwangslĂ€ufig die Hebel mit dem höchsten Renditepotenzial, sondern berĂŒcksichtigen weiterfĂŒhrende Faktoren: So stehen insbesondere der Vertrieb, die Beschaffung und die Lieferkette im Umsetzungsfokus, wĂ€hrend Bereiche wie Forschung & Entwicklung und Support/After Sales mehr Potenzial zur Steigerung der Margen hĂ€tten. Dies sind die Kernergebnisse der Studie "Future of MedTech 2024", fĂŒr die Experten von Roland Berger 600 FĂŒhrungskrĂ€fte aus der Branche befragt haben.

"Bisher war die Medizintechnikbranche insbesondere durch Wachstumsstrategien, wie beispielsweise die EinfĂŒhrung neuer Produkte und/oder den Einstieg in weitere MĂ€rkte, geprĂ€gt - und dies bei historisch hohen Margen im Industrievergleich", sagt Peter Magunia, Partner von Roland Berger. "Allerdings ist die RentabilitĂ€t in den vergangenen Jahren deutlich gesunken, wie unsere letztjĂ€hrige MedTech-Studie gezeigt hat. Die Ursache dafĂŒr war und ist das schwierige makroökonomische Umfeld mit Inflation, steigenden Zinsen und Unsicherheiten durch geopolitische Spannungen. Unsere aktuelle Studie zeigt nun, dass die Unternehmen darauf reagieren, ihre Strategie umstellen und verstĂ€rkt die Steigerung der RentabilitĂ€t in den Fokus nehmen."

Diese Verschiebung der strategischen PrioritĂ€t ist bei Unternehmen mit niedrigeren Gewinnmargen (bis 15%) besonders ausgeprĂ€gt: Setzten in den vergangenen drei bis fĂŒnf Jahren noch 48 Prozent von ihnen auf Umsatzwachstum, planen dies in Zukunft nur noch 20 Prozent. Stattdessen wollen 72 Prozent die Gewinnoptimierung ins Zentrum der Strategie rĂŒcken (vorher 44%). Bei Unternehmen mit höheren Margen (ĂŒber 15%) priorisieren immer noch 42 Prozent den Umsatz (frĂŒher 65%), doch auch hier legt mit 58 Prozent (frĂŒher 35%) inzwischen eine Mehrheit den Fokus auf gesteigerte RentabilitĂ€t.

Priorisierte Hebel haben nicht immer das höchste Optimierungspotenzial

Die Gewinnmaximierung wollen die befragten Unternehmen in erster Linie durch die Konzentration auf ihr KerngeschÀft erreichen. "Bevorzugte Strategie ist dabei die Straffung des Produktportfolios und die Fokussierung auf KernmÀrkte", sagt Peter Magunia. "Das hilft auch im Umgang mit der zunehmenden KomplexitÀt, die sich aus regulatorischen Vorgaben wie ESG-Anforderungen oder dem neuen europÀischen Medizinprodukterecht sowie Herausforderungen beim Thema Lieferkette ergibt." Um die RentabilitÀt in ihren KernmÀrkten zu steigern, setzen die Unternehmen vor allem auf Technologie und Digitalisierung, etwa KI und maschinelles Lernen zur Steuerung der Lieferketten oder Robotik und Automatisierung in der Fertigung.

Gleichzeitig zeigt die Umfrage jedoch ein deutliches Ungleichgewicht zwischen den priorisierten Hebeln zur Leistungssteigerung und deren potenziellem Beitrag zur Gewinnmaximierung: So nennen die Befragten als wichtigste Bereiche fĂŒr Initiativen den Vertrieb, die Beschaffung und die Lieferkette. Beim Vertrieb passt diese Einstufung zu dessen hohem Margenverbesserungspotenzial von 5,0 Prozentpunkten. Dagegen weisen die Beschaffung und Lieferkette mit 2,9 beziehungsweise 2,7 Prozentpunkten die niedrigsten Potenziale unter den betrachteten Bereichen auf. Den höchsten Beitrag zur RentabilitĂ€tssteigerung könnten Forschung & Entwicklung mit 6,3 sowie Support/After Sales mit 5,7 Prozentpunkten liefern - doch in der PrioritĂ€tenliste der Unternehmen stehen sie weit unten - auf dem fĂŒnften beziehungsweise siebten und letzten Platz.

"Bei diesem Ungleichgewicht zwischen Priorisierung und Potenzial der AktivitĂ€ten spielen Faktoren wie RisikoeinschĂ€tzung und die angenommene Umsetzungswahrscheinlichkeit eine Rolle", sagt Thilo Kaltenbach, Partner bei Roland Berger. "Diese mĂŒssen natĂŒrlich ebenfalls berĂŒcksichtigt werden. Dabei gilt es fĂŒr jedes Unternehmen individuell die relevanten Bereiche und Hebel zu identifizieren und deren Einsatz gut zu planen. FĂŒr die Umsetzung steht dann eine Vielzahl von Instrumenten zur Gewinnmaximierung und zur Förderung des Wachstums zur VerfĂŒgung. Wer gezielt in die passenden Technologien investiert und sie richtig anwendet, erhĂ€lt damit die Chance, die ProduktivitĂ€t des eigenen Unternehmens zu steigern und der Konkurrenz einen Schritt voraus zu sein."

Die vollstÀndige Studie können Sie hier herunterladen: https://ots.de/lffc0x

Roland Berger ist eine weltweit fĂŒhrende Strategieberatung mit einem breiten Leistungsangebot fĂŒr alle relevanten Branchen und Unternehmensfunktionen. Roland Berger wurde 1967 gegrĂŒndet und hat seinen Hauptsitz in MĂŒnchen. Die Strategieberatung ist vor allem fĂŒr ihre Expertise in den Bereichen Transformation, industrieĂŒbergreifende Innovation und Performance-Steigerung bekannt und hat sich zum Ziel gesetzt, Nachhaltigkeit in all ihren Projekten zu verankern. Im Jahr 2023 verzeichnete Roland Berger einen Umsatz von ĂŒber einer Milliarde Euro.

Pressekontakt:

Silvia Constanze Zösch
Senior Expert Corporate Communications & PR
Tel.: +49 160 744-8750
E-Mail: [email protected]
www.rolandberger.com

Original-Content von: Roland Berger ĂŒbermittelt durch news aktuell

http://ots.de/57b716

@ presseportal.de