Unternehmensberatung, Zulieferindustrie

Zulieferindustrie vor schwieriger Dekade / Mehrheit der Branchenmanager blickt pessimistisch in die Zukunft

17.03.2026 - 10:09:12 | presseportal.de

MĂŒnchen - Die Kfz-Zulieferindustrie steuert auf eine tiefgreifende ZĂ€sur zu: Bis 2035 wird die Nachfrage nach Automobilkomponenten zwar jĂ€hrlich um 3,5 Prozent steigen. Davon profitieren aber lĂ€ngst nicht alle Unternehmen. Gewinner sind die Hersteller von Fahrzeugsoftware, Batterien und Elektrofahrzeugkomponenten. Sie können mit Wachstumsraten zwischen 13 und 16 Prozent pro Jahr rechnen. Produzenten von Komponenten fĂŒr Verbrennungsmotoren verlieren deutlich - bis 2035 im Schnitt zwischen drei und acht Prozent pro Jahr. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie " How Auto Suppliers Can Rebuild and Rise Again" der Boston Consulting Group (BCG). FĂŒr die Studie hat BCG die Finanzsituation von mehr als 750 Zulieferern und rund 50 Fahrzeughersteller weltweit analysiert, sowie 127 FĂŒhrungskrĂ€fte auf C-Level befragt.

Zulieferindustrie vor schwieriger Dekade / Mehrheit der Branchenmanager blickt pessimistisch in die Zukunft - Foto: presseportal.de
Zulieferindustrie vor schwieriger Dekade / Mehrheit der Branchenmanager blickt pessimistisch in die Zukunft - Foto: presseportal.de

Neue GeschÀftsfelder liefern die besseren Margen

In jenen Bereichen, die fĂŒr die Transformation von Verbrenner auf Elektro zentral sind, bieten sich Zulieferern tendenziell mehr Chancen: "Elektrifizierung, Elektronik und Software sind schnell wachsende GeschĂ€ftsfelder, in denen sich mit der richtigen Strategie deutlich höhere Gewinnmargen erzielen lassen als in klassischen Segmenten", sagt Alex Brenner, Automobilexperte bei BCG und Co-Autor der Studie. Klassische Komponenten-Zulieferer haben 2025 im Schnitt mit 5,7 Prozent erstmals seit fĂŒnf Jahren wieder höhere EBIT-Margen erwirtschaftet als die Automobilhersteller. In Wachstumsfeldern wie Batterien und Halbleitern lagen die EBIT-Margen nochmal deutlich höher - bei ĂŒber 7% respektive ĂŒber 20%. Bei Halbleitern, Batterien und anderen Nicht- KerngeschĂ€ftsbereichen haben Zulieferer 2025 mit 5,7 Prozent erstmals seit fĂŒnf Jahren wieder höhere EBIT-Margen erwirtschaftet als die Automobilhersteller. FĂŒr 2027 prognostizieren die Autoren eine Stabilisierung der Marge bei sechs Prozent fĂŒr klassischen Komponenten-Zulieferer.

Dennoch ist die Unsicherheit in der Branche groß. Der Grund: Die Transformation hin zur ElektromobilitĂ€t verlĂ€uft deutlich unruhiger als erwartet. BEV-Programme sind allein im ersten Halbjahr 2025 teils um mehr als den Faktor drei von den ursprĂŒnglichen Verkaufsprognosen abgewichen - sowohl nach oben als auch nach unten. FĂŒr Zulieferer bedeutet das: Milliardeninvestitionen treffen auf hohe Auslastungsunsicherheit - und damit auf ein Risiko, das sich nicht mehr mit klassischem KapazitĂ€tsmanagement beherrschen lĂ€sst.

"Die akute Krise liegt hinter uns, aber NormalitĂ€t ist nicht zurĂŒckgekehrt. Höhere Zinsen, geopolitische Spannungen und volatile BEV-Nachfrage sind kein ÜbergangsphĂ€nomen mehr - sie definieren das neue Grundrauschen der Branche" sagt Albert Waas, Leiter des Bereichs Automobil und MobilitĂ€t bei BCG in Europa, dem Nahen Osten, SĂŒdamerika und Afrika. "Zulieferer mĂŒssen ihre Gewinnschwellen strukturell senken, indem sie ihr Portfolio vereinfachen, Werke und Standorte konsolidieren, wo die GrĂ¶ĂŸe nicht ausreicht, und indirekte Kosten und Gemeinkosten rigoros reduzieren. Das Ziel ist nicht eine einmalige Kostensenkung, sondern eine neu gestaltete Ertragsbasis, die auch bei schwankender Nachfrage robust bleibt."

China gewinnt Tempo - Europa verliert Position

Der globale Vergleich verschĂ€rft den Druck auf Europa zusĂ€tzlich: Zulieferer aus China haben ihre europĂ€ischen Wettbewerber 2024 bei der ProfitabilitĂ€t ĂŒberholt. Die KapitalmĂ€rkte folgen dem Wachstum: China legte zwischen 2019 und 2025 beim Börsenwert der Zulieferer stĂ€rker als jede andere Region zu. Die chinesischen Zulieferer zeigen laut der BCG-Analyse auch die klarste Wachstumsorientierung - mit Fokus auf Expansion, Partnerschaften sowie neue Produkte und Technologien.

Entsprechend angespannt ist die Stimmung in der Branche: Jede zweite FĂŒhrungskraft rechnet damit, dass sich der Markt verschlechtert. In Europa fĂ€llt die EinschĂ€tzung am negativsten aus. FĂŒhrungskrĂ€fte verweisen vor allem auf starken wirtschaftlichen Druck, unsichere Regeln und mehr Insolvenzen. BCG hat fĂŒnf Hebel identifiziert, die den Weg zum erneuten Aufstieg ebnen: Erfolgreiche Zulieferer erschließen sich eine neue Ertragsbasis, erhöhen ihre WiderstandsfĂ€higkeit und gehen gezielt in die Offensive in Bereichen mit hohem Wachstumspotenzial, die an bestehende Kompetenzen angrenzen. KI als operatives Nervensystem und ein starkes Changemanagement machen es möglich.

Link zur Studie

Über BCG

Die Boston Consulting Group (BCG) ist eine weltweit fĂŒhrende Unternehmensberatung. Gemeinsam mit FĂŒhrungskrĂ€ften aus Wirtschaft und Gesellschaft treiben wir tiefgreifende Transformationen voran. Seit der GrĂŒndung 1963 leistet BCG Pionierarbeit im Bereich Unternehmensstrategie. Unser Ziel: Organisationen so stĂ€rken, dass sie wachsen, nachhaltige Wettbewerbsvorteile entwickeln und positiven gesellschaftlichen Wandel gestalten können. BCG steht fĂŒr erstklassige Strategieberatung mit Technologiekompetenz sowie unternehmerischer Umsetzungskraft - von digitalen GeschĂ€ftsmodellen bis zu Corporate Ventures. Unsere internationalen Teams vereinen Branchenwissen, funktionale Expertise und vielfĂ€ltige Perspektiven - sie hinterfragen den Status quo und setzen Impulse fĂŒr echte VerĂ€nderung. Unser Beratungsmodell ist einzigartig: Es setzt auf enge Zusammenarbeit innerhalb unserer Teams und bei unseren Kunden - ĂŒber alle Organisationsebenen hinweg. BCG ist mit rund 33.000 Mitarbeitenden in ĂŒber 100 StĂ€dten und mehr als 50 LĂ€ndern vertreten. Weltweit erzielte BCG im Jahr 2024 einen Umsatz von 13,5 Milliarden US-Dollar. Weitere Informationen: www.bcg.de

Pressekontakt:

Boston Consulting Group
Julia Schmid
Media Relations Specialist
schmid.julia@bcg.com

Original-Content von: The Boston Consulting Group ĂŒbermittelt durch news aktuell

http://ots.de/5f2c20

Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - trading-notes lesen ist besser!

Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - <b>trading-notes</b> lesen ist besser!
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlĂ€ssliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
FĂŒr. Immer. Kostenlos.
wirtschaft | 68700364 |