Roland Berger-Studie: MittelstÀndische Automobilzulieferer hoffen auf neues Wachstum in der Verteidigungsindustrie
03.09.2025 - 09:38:39"Inmitten ihrer schwersten Krise mit hohem Wettbewerbsdruck und geopolitischen Unsicherheiten haben die Zulieferer wenig Hoffnung, dass zeitnah ein Wendepunkt erreicht ist. Kostensenkungsprogramme gehören in den meisten Unternehmen zum Alltag. Die Verantwortlichen wollen den Blick aber wieder nach vorne richten und ihre Zukunft durch Diversifizierung in branchenfremde Wachstumsfelder aktiv in die Hand nehmen", fasst Thomas Schlick, Senior Partner bei Roland Berger, die Ergebnisse zusammen.
Die Studie zeigt, dass der immense Preisdruck durch Kunden mit 66 Prozent der Nennungen (mit hoher bzw. sehr hoher PrioritĂ€t) - wie in den Vorjahren - das wichtigste Thema auf der Management-Agenda ist. Darauf folgt fĂŒr sechs von zehn FĂŒhrungskrĂ€ften das Fehlen von Wachstumsperspektiven in den AutomobilmĂ€rkten. In diesem Zusammenhang sind drei Viertel der Zulieferer der Ansicht, dass eine Diversifizierung des GeschĂ€ftsportfolios ĂŒber den Automobilsektor hinaus eine erfolgsversprechende Zukunftsoption darstellt. 46 Prozent halten sie fĂŒr die beste Möglichkeit, um neue Wachstumsfelder zu erschlieĂen, knapp ein Drittel (31 Prozent) erhofft sich davon eine bessere Auslastung vorhandener KapazitĂ€ten.
Zulieferer wollen weniger von der Automobilbranche abhÀngig sein
Schon heute ist jedes zweite Unternehmen auch auĂerhalb der Automobilindustrie tĂ€tig. Fast jedes dritte Unternehmen, das in anderen Branchen aktiv ist, will diese AktivitĂ€ten weiter ausbauen. Als wichtigste GrĂŒnde fĂŒr ein Engagement auĂerhalb der kriselnden Automobilindustrie nennen zwei Drittel eine geringere AbhĂ€ngigkeit von der Automobilkonjunktur, etwa genauso viele Befragte möchten in wachstumsstarken Bereichen neue Umsatzquellen erschlieĂen. Mehr als 60 Prozent hoffen, durch eine Verbreiterung der geschĂ€ftlichen Basis resilienter gegenĂŒber geopolitischen und regulatorischen Risiken zu werden.
Automobiler Mittelstand kann technologische Expertise in Verteidigungsbranche einbringen
Knapp zwei Drittel der Befragten sehen im Verteidigungssektor die besten Chancen auf neue UmsÀtze. Dahinter liegen die Medizintechnik mit 38 Prozent der Nennungen sowie die Luft- und Raumfahrtindustrie mit 36 Prozent.
Die starke Priorisierung des Verteidigungssektors lĂ€sst sich unter anderem mit den seit Jahren wachsenden geopolitischen Spannungen und den in der Folge steigenden Verteidigungsbudgets erklĂ€ren. Weil die geplanten Investitionen die verfĂŒgbaren KapazitĂ€ten der nationalen Unternehmen deutlich ĂŒberschreiten dĂŒrften, ist es naheliegend, zusĂ€tzliche KapazitĂ€ten aus der zivilen Industrie zu nutzen, um das erforderliche Abschreckungsniveau zu erreichen - die Industrieproduktion, die notwendig ist, um potenzielle Aggressoren von einem Angriff abzuhalten.
"Im Verteidigungssektor werden perspektivisch KapazitĂ€ten fehlen, um die AuftrĂ€ge abzuarbeiten. Mit seiner Prozess- und Produktkompetenz kann der automobile Mittelstand hier optimal unterstĂŒtzen. Der Fokus könnte hierbei auf massenproduzierbaren, softwaredefinierten Abwehrsystemen liegen. Diese mĂŒssen mit den gewĂŒnschten Anforderungen, zu erschwinglichen Preisen und in hohen StĂŒckzahlen produziert werden", sagt Felix Mogge, Partner bei Roland Berger.
Insbesondere die technologische NĂ€he der Verteidigungsbranche zum Automotive-Bereich - etwa in den Bereichen Sensorik, Fertigung oder Systemintegration - legt eine intensivere Zusammenarbeit nahe. Potenziellen neuen Kunden im Verteidigungssektor hat die Zulieferindustrie einiges zu bieten: Vor allem bei elektronischen und mechanischen Bauteilen (78 bzw. 71 Prozent der Nennungen) sehen die Studienteilnehmer wichtige Ansatzpunkte. Auch mit Modulen fĂŒr Antrieb und fĂŒr die Energieversorgung (64%) sowie bei Softwarelösungen (48%) kann die Zulieferbranche nach eigener EinschĂ€tzung punkten.
Herausforderungen sehen die Befragten beim Aufbau geeigneter Vertriebsstrukturen und Kundennetzwerke (52%) sowie bei der Einhaltung politischer und regulatorischer Rahmenbedingungen (52%).
Die vollstÀndige Studie können Sie hier herunterladen:
Ăber Roland Berger
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