Mutterschutz fĂŒr SelbststĂ€ndige: NRW bringt Bundesratsinitiative ein
Veröffentlicht am: 07.07.2026 um 00:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das ist nur eine von mehreren aktuellen Ănderungen im Arbeitsrecht.
Sonderurlaub fĂŒr besondere Belastungen
Innenminister Maier (SPD) sprach den EinsatzkrĂ€ften in Erfurt einen zusĂ€tzlichen freien Tag zu. Der AfD-Bundesparteitag im Juli 2026 war einer der gröĂten PolizeieinsĂ€tze in der ThĂŒringer Geschichte. Solche FĂ€lle zeigen: Arbeitgeber haben Spielraum, auĂergewöhnliche Leistungen durch zusĂ€tzliche freie Tage zu honorieren â auch ohne gesetzlichen Anspruch.
Drei Wochen Urlaub am StĂŒck â ein Recht?
Das Landesarbeitsgericht ThĂŒringen hat 2026 klargestellt: Arbeitnehmer dĂŒrfen ihren Urlaub ĂŒber drei Wochen zusammenhĂ€ngend nehmen. Arbeitgeber, die pauschal auf maximal zwei Wochen begrenzen, gehen ein rechtliches Risiko ein. Das Bundesarbeitsgericht bestĂ€tigte zudem in einem frĂŒheren Urteil (9 AZR 216/24): UrlaubsansprĂŒche beziehen sich auf die tatsĂ€chlichen Arbeitstage.
Die umfassende Reform des Arbeitszeitgesetzes ist Anfang Juli 2026 zwar diskutiert, aber noch nicht beschlossen worden. Die Pflicht zur Arbeitszeiterfassung bleibt seit September 2022 bestehen.
Wenn Krankmeldung auf abgelehnten Urlaub folgt
Das Arbeitsgericht Heilbronn entschied Ende MĂ€rz 2026: Der Beweiswert einer Krankschreibung kann erschĂŒttert sein, wenn sie exakt auf einen abgelehnten Urlaubszeitraum fĂ€llt. Besonders bei wiederkehrenden Mustern muss der Arbeitnehmer die tatsĂ€chliche Erkrankung konkret darlegen.
Die Regierung von Kanzler Merz will eine generelle AU-Pflicht ab dem ersten Krankheitstag und die Abschaffung der telefonischen Krankschreibung. Die Ărzteschaft warnt vor bis zu 30 Millionen zusĂ€tzlichen Praxisbesuchen pro Jahr. BefĂŒrworter versprechen sich einen niedrigeren Krankenstand.
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Bundeswehr holt Reservisten â ohne Zustimmung des Chefs
Verteidigungsminister Pistorius hat im Juli 2026 ein neues Gesetz auf den Weg gebracht. Die Bundeswehr kann Reservisten kĂŒnftig fĂŒr bis zu 12 Wochen jĂ€hrlich â insgesamt bis zu 12 Monate â einziehen. Der Arbeitgeber muss nicht zustimmen.
FĂŒr Unternehmen bedeutet das mehr Planungsunsicherheit. Sie mĂŒssen Ersatz organisieren, dĂŒrfen aber unter bestimmten Voraussetzungen Ăberstunden anordnen oder Urlaubssperren verhĂ€ngen.
Mutterschutz fĂŒr SelbststĂ€ndige: NRW macht Druck
Das Landeskabinett in Nordrhein-Westfalen beschloss am 6. Juli 2026 eine Bundesratsinitiative fĂŒr gesetzlichen Mutterschutz fĂŒr selbststĂ€ndige Frauen. Bisher gibt es fĂŒr sie keinen vergleichbaren Schutz wie fĂŒr Angestellte.
Der Hintergrund: In NRW wurden 2022 rund 31 Prozent der gewerblichen GrĂŒndungen von Frauen realisiert, in den freien Berufen lag der Anteil bei 52 Prozent. Die geplante Regelung soll die Vereinbarkeit von Unternehmertum und Familie verbessern.
Urlaubsregeln fĂŒr BĂŒrgergeld-EmpfĂ€nger
Jede zweite GrĂŒndung in NRW geht auf Frauen zurĂŒck â doch bei Schwangerschaft fallen sie durchs Raster. Dieser Leitfaden erklĂ€rt, wie Sie finanzielle Risiken minimieren und trotzdem Ihr Unternehmen weiterfĂŒhren können. Absicherungs-Guide fĂŒr GrĂŒnderinnen
Auch fĂŒr Bezieher von Sozialleistungen gelten strikte Vorgaben. BĂŒrgergeld- und Arbeitslosengeld-1-EmpfĂ€nger dĂŒrfen pro Jahr bis zu 21 Kalendertage an einer genehmigten Ortsabwesenheit teilnehmen. Einen direkten Anspruch auf Urlaubsgeld haben BĂŒrgergeld-Bezieher nicht.
Immerhin: 12 von 16 BundeslĂ€ndern bieten ZuschĂŒsse fĂŒr die Familienerholung an â bis zu 40 Euro pro Tag. Unabgestimmte Abwesenheiten fĂŒhren dagegen zum sofortigen Wegfall des Leistungsanspruchs und können RĂŒckforderungen auslösen, wie das Landessozialgericht Berlin-Brandenburg bestĂ€tigte.
