Börsen-Ende fĂŒr Chinas Krisen-BautrĂ€ger Evergrande
25.08.2025 - 06:39:20FĂŒr Chinas am höchsten verschuldeten Immobilienkonzern Evergrande ist nach rund 15 Jahren Schluss an der Börse. Der Handelsplatz in der chinesischen Sonderverwaltungsregion Hongkong strich den krisengebeutelten BautrĂ€ger zum Handelsstart von seiner Liste. Das Unternehmen habe die von der Börse gesetzte Frist fĂŒr die Wiederaufnahme des Handels seiner Aktien versĂ€umt, hieĂ es in einer Mitteilung.Â
Der Handel mit den Papieren war bereits seit dem 29. Januar 2024 ausgesetzt, weil ein Gericht in Hongkong nach einer Klage auslĂ€ndischer GlĂ€ubiger entschieden hatte, Evergrande zu zerschlagen. Der Schuldenberg der Firma belief sich auf rund 300 Milliarden US-Dollar (derzeit rund 256 Mrd. Euro).Â
Vom Bau-Primus zum Krisen-Symbol
Die Evergrande Group war wĂ€hrend Chinas Bau-Boom das Vorzeige-Unternehmen. Die Branche trug rund ein FĂŒnftel zur Wirtschaftsleistung bei. Mittlerweile gilt Evergrande als Symbol fĂŒr Chinas Immobilienkrise, die seit 2021 den Wirtschaftsmotor des Landes bremst und das Konsumvertrauen in der Bevölkerung erschĂŒttert.Â
Der einst gröĂte Immobilienentwickler aus SĂŒdchina, dem auch ĂŒber einige Jahre der FuĂballverein Guangzhou FC gehörte, hatte 2009 einen glĂ€nzenden Börsenstart hingelegt und seinen Marktwert danach vervielfacht. Zu Bestzeiten verwaltete Evergrande etwa 1.300 Bauprojekte in 280 chinesischen StĂ€dten. Firmenchef Hui Ka Yan avancierte zeitweise zum reichsten Mann Chinas.
Peking Àndert Kredit-Regeln
2020 geriet das Unternehmen jedoch ins Wanken, als es die Zentralregierung in Peking Immobilienentwicklern mit neuen Regelungen erschwerte, Kredite aufzunehmen. Evergrande hatte in der Folge Probleme, seine GlĂ€ubiger zu bedienen und konnte bereits bezahlte, aber noch nicht gebaute Wohnungen nicht mehr fertigstellen. Die Wut unter den betroffenen Immobilienbesitzern war groĂ. Gegen Hui begannen die Behörden zu ermitteln. Im MĂ€rz 2024 schloss ihn die Börsenaufsicht lebenslang vom Aktienhandel in China aus.


