Hohe, Freiheitsstrafen

Hohe Freiheitsstrafen fĂŒr Millionen-Betrug im Internet

22.11.2024 - 15:53:04

Nach BetrĂŒgereien im Internet sind zwei MĂ€nner in Rostock zu sieben Jahren und neun Monaten beziehungsweise fĂŒnf Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden.

Von November 2019 bis Dezember 2021 betrieben sie nach Überzeugung des Landgerichts 30 Fake-Shops im Internet und prellten ihre Kunden um mehr als 4,3 Millionen Euro.

In den Online-Shops boten sie demnach gegen Vorkasse Waren zu gĂŒnstigen Preisen an - von Sportartikeln ĂŒber Unterhaltungselektronik bis hin zu Heimwerkerbedarf. "Sie waren jedoch weder willens noch in der Lage, auf Kundenbestellungen solche Produkte zu liefern", teilte ein Gerichtssprecher mit. Den beiden 41 Jahre alten MĂ€nnern sei es allein darum gegangen, Geld einzunehmen, um ihren luxuriösen Lebensstil zu finanzieren.

Die Masche

Die Fake-Shops existierten laut Gericht jeweils nur einige Tage oder Wochen. So sei es den beiden MĂ€nnern - der HaupttĂ€ter ist den Angaben zufolge Italiener, sein MittĂ€ter Deutscher - gelungen, ihre IdentitĂ€t ĂŒber lĂ€ngere Zeit zu verschleiern. Sie hĂ€tten dafĂŒr falsche oder frei erfundene Personalien verwendet.

Dem Gericht zufolge fielen mindestens 10.679 Menschen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz auf die beiden herein. Den Opfern seien SchĂ€den in Höhe von in der Regel einigen Hundert Euro, in EinzelfĂ€llen aber auch einigen Tausend Euro entstanden. "Der bei den GeschĂ€digten angerichtete wirtschaftliche Gesamtschaden betrĂ€gt mehr als 4,34 Millionen Euro", erklĂ€rte ein Gerichtssprecher.

Über 10.000 Opfer

Die beiden MĂ€nner wurden wegen gewerbsmĂ€ĂŸigen Bandenbetrugs verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskrĂ€ftig. Das Fake-Shop-Verfahren nahm einem Gerichtssprecher zufolge 83 Verhandlungstage in Anspruch. Mehr als 200 Zeugen wurden demnach vernommen. Am 80. Tag legten die Angeklagten schließlich GestĂ€ndnisse ab.

Das Gericht ordnete dem Sprecher zufolge an, von den beiden Verurteilten Werte in Höhe von rund vier Millionen Euro sowie das hochwertige technische Equipment einzuziehen, das sie fĂŒr ihre Taten benutzt hatten.

@ dpa.de