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Secret Service legt konkrete Fehler bei Trump-Attentat offen

20.09.2024 - 20:36:05

Nach dem Attentat auf den republikanischen PrÀsidentschaftskandidaten Donald Trump hat der Secret Service konkrete Fehler eingerÀumt.

Eine interne Untersuchung habe verschiedene KommunikationsversĂ€umnisse offengelegt, auch im Austausch mit lokalen EinsatzkrĂ€ften, sagte der geschĂ€ftsfĂŒhrende Leiter der Behörde, Ronald Rowe, in Washington.

Einige wichtige Informationen seien nicht ĂŒber den ĂŒblichen Kommunikationskanal weitergegeben worden und habe damit nicht alle erreicht, sagte er. Probleme seien vorab erkannt, aber nicht an Vorgesetzte weitergereicht und nicht behoben worden.

Rowe sagte, einzelne Agenten, die das GelĂ€nde im Voraus kontrolliert hĂ€tten, seien nachlĂ€ssig gewesen, was zu einem Verstoß gegen Sicherheitsvorgaben gefĂŒhrt habe. "Diese Mitarbeiter werden zur Rechenschaft gezogen." Er betonte, seit dem Attentat seien verschiedene technische und organisatorische VerĂ€nderungen angeschoben worden.

Seit der Attacke bekomme Trump außerdem den gleichen Schutz wie der amtierende PrĂ€sident. Rowe verwies zugleich auf die besondere Belastung des Secret Service durch das Wahljahr und viele andere hochrangige Veranstaltungen. "Wir haben nur begrenzte Ressourcen, und wir reizen diese Ressourcen im Moment bis zum Maximum aus."

Das Attentat in Butler

Ein SchĂŒtze hatte Mitte Juli bei einer Wahlkampfveranstaltung der Republikanischen Partei in der Stadt Butler im Bundesstaat Pennsylvania das Feuer eröffnet und auf Trump geschossen. Ein Besucher der Kundgebung starb, zwei weitere wurden verletzt. Trump wurde am rechten Ohr verletzt. Der TĂ€ter wurde von SicherheitskrĂ€ften getötet.

Der Secret Service ist fĂŒr den Schutz hochrangiger Politiker zustĂ€ndig - unter anderem fĂŒr den amtierenden PrĂ€sidenten, aber auch fĂŒr frĂŒhere Amtsinhaber oder PrĂ€sidentschaftskandidaten wie Trump.

Nach dem Attentat auf den Republikaner hatte es viel Kritik an der Vorgehensweise des Secret Service gegeben, weil der SchĂŒtze trotz aller Sicherheitsmaßnahmen auf ein nahegelegenes Dach mit direkter Sicht zur BĂŒhne gelangen konnte. Zudem gab es Hinweise, dass der junge Mann Sicherheitsbeamten bereits vor Trumps Auftritt mit seinem Verhalten aufgefallen war, der Ex-PrĂ€sident aber trotzdem die BĂŒhne betreten durfte.

Die damalige Chefin des Secret Service, Kimberly Cheatle, hatte nach der Attacke ein Versagen des Dienstes eingerĂ€umt und war spĂ€ter zurĂŒckgetreten. Rowe rĂŒckte nach und Ă€ußerte sich "beschĂ€mt" ĂŒber die VersĂ€umnisse am Tatort.

Erst vor einigen Tagen hatte es einen weiteren Zwischenfall gegeben: Der Secret Service schoss an Trumps Golfplatz im Bundesstaat Florida auf einen bewaffneten Mann, der sich in den BĂŒschen versteckt hatte, wĂ€hrend der Ex-PrĂ€sident dort spielte. Der VerdĂ€chtige selbst feuerte keine Kugel ab und floh, wurde wenig spĂ€ter aber festgenommen und angeklagt. Die Behörden gehen davon aus, dass auch er ein Attentat auf Trump begehen wollte.

@ dpa.de