ROUNDUPZiemiak, Vorgezogene

Vorgezogene Parlamentswahl in Polen möglich

02.06.2025 - 09:05:02

Nach dem Sieg des Rechtskonservativen Karol Nawrocki bei der PrĂ€sidentschaftswahl in Polen hĂ€lt der CDU-Außenpolitiker Paul Ziemiak auch vorgezogene Parlamentswahlen in dem Land fĂŒr möglich.

Im Deutschlandfunk sagte Ziemiak, er rechne damit, dass es erste Aufgabe von Nawrocki sein werde, der Mitte-Links-Regierung von Donald Tusk "Schwierigkeiten zu machen". Nawrocki werde aller Voraussicht nach die Blockadepolitik des bisherigen PrÀsidenten Andrzej Duda fortsetzen.

Viele Menschen seien von der Regierung enttÀuscht, weil sie wegen Dudas Kurs Versprechen nicht umsetzen konnte, sagte Ziemiak, Mitglied im AuswÀrtigen Ausschuss des Bundestages und Vorsitzender der deutsch-polnischen Parlamentariergruppe. Bleibe dies so, komme es zu einer sehr schwierigen Situation. "Alles ist möglich im Hinblick auf die Regierung, auch vorgezogene Neuwahlen."

VerhÀltnis zu Polen "fundamental wichtig"

Mit Blick auf das VerhĂ€ltnis zwischen Deutschland und Polen sagte Ziemiak im ARD-"Morgenmagazin": "Es wird mit diesem neuen PrĂ€sidenten Karol Nawrocki nicht einfacher." Er habe im Wahlkampf auch antideutsche Töne angeschlagen. Dennoch sollte man Nawrocki eine Chance geben. Die deutsch-polnische Zusammenarbeit sei "fundamental wichtig" fĂŒr Europa. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) setze auf ein starkes VerhĂ€ltnis zwischen Deutschland, Frankreich und Polen im sogenannten Weimarer Dreieck.

HauchdĂŒnner Ausgang der PrĂ€sidentschaftswahl

Bei der PrÀsidentenwahl in Polen siegte Nawrocki in der Stichwahl mit 50,89 Prozent, wie die polnische Wahlleitung in Warschau nach AuszÀhlung aller Stimmen auf ihrer Webseite mitteilte. Auf den liberalen Kandidaten Rafal Trzaskowski seien 49,11 Prozent der Stimmen entfallen.

Nawrocki ist offiziell parteilos, trat aber als Kandidat der rechtskonservativen PiS an, Polens grĂ¶ĂŸter Oppositionspartei. Die PiS regierte das Land von 2015 bis 2023. Zwar kam 2023 wieder ein Mitte-Links-BĂŒndnis an die Regierung mit dem frĂŒheren EU-RatsprĂ€sidenten Donald Tusk als MinisterprĂ€sident. Doch PrĂ€sident Andrzej Duda, der ebenfalls aus der PiS stammt und nach zehn Jahren im Amt kein weiteres Mal antreten durfte, bremste Tusks ReformplĂ€ne mit seinem starken Vetorecht aus.

@ dpa.de