ROUNDUP, Vorbereitungen

Vorbereitungen fĂŒr MachtĂŒbergabe an Trump beginnen

07.11.2024 - 06:35:00 | dpa.de

Nach dem Sieg von Donald Trump bei der US-PrĂ€sidentschaftswahl beginnen die Vorbereitungen fĂŒr einen Machtwechsel im Weißen Haus.

Der Republikaner nahm eine Einladung des demokratischen Amtsinhabers Joe Biden in die Regierungszentrale an. Das Treffen solle "bald" stattfinden, teilte ein Sprecher Trumps nach einem Telefonat zwischen dem amtierenden und dem designierten PrĂ€sidenten mit. Trumps demokratische Kontrahentin, VizeprĂ€sidentin Kamala Harris, gestand ihre Niederlage ein und versprach, eine geordnete MachtĂŒbergabe sicherzustellen.

Hinter den Kulissen beginnt nun auch die Arbeit, Trumps Regierungsteam aufzustellen. Es kursieren bereits diverse Namen von schrillen Trump-VerbĂŒndeten, die wichtige Posten ĂŒbernehmen könnten - darunter der Tech-MilliardĂ€r Elon Musk, der umstrittene Ex-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, sowie der Impfgegner und zeitweilige PrĂ€sidentschaftsanwĂ€rter Robert F. Kennedy.

Der Wahlausgang

Trump hatte die PrĂ€sidentenwahl am Dienstag ĂŒberraschend schnell und ĂŒberraschend klar gewonnen und Harris eine verheerende Niederlage beschert. Der 78-JĂ€hrige siegte in bislang allen ausgezĂ€hlten "Swing States", also den besonders umkĂ€mpften Bundesstaaten, und erreichte deutlich frĂŒher als erwartet die nötige Mehrheit von mehr als 270 Wahlleuten, um sich das PrĂ€sidentenamt erneut zu sichern. Zudem gelang es Trump erstmals, eine deutliche Mehrheit der landesweit abgegebenen Stimmen zu holen.

Die Republikaner konnten den Demokraten bei der Abstimmung auch die Mehrheit im US-Senat abnehmen. In der anderen Parlamentskammer, dem ReprÀsentantenhaus, war zunÀchst noch unklar, ob die Republikaner ihre Mehrheit dort verteidigen können. Falls ihnen dies gelingen sollte, wÀre Trump in einer noch machtvolleren Position, weil er dann quasi ungehindert "durchregieren" könnte - ohne Gegengewicht der Demokraten im ReprÀsentantenhaus.

In jedem Fall droht den USA mit Trumps RĂŒckkehr ins Weiße Haus eine zunehmend autoritĂ€re StaatsfĂŒhrung und den internationalen VerbĂŒndeten einige außenpolitische Unsicherheit.

Harris' Botschaft

Die Wahlverliererin trat erst am Tag nach der Abstimmung vor ihren AnhĂ€ngern auf. "Wir mĂŒssen das Ergebnis dieser Wahl akzeptieren", sagte die 60-JĂ€hrige in der Hauptstadt Washington. Das sei ein Grundprinzip der US-Demokratie und mache den Unterschied zu einer Monarchie oder Tyrannei aus. Sie habe Trump angerufen und ihm zum Sieg gratuliert, berichtete sie.

Zugleich betonte Harris: "WĂ€hrend ich die Niederlage bei dieser Wahl einrĂ€ume, gebe ich nicht den Kampf verloren, der diese Wahlkampagne befeuert hat." Sie rief ihre AnhĂ€nger auf, nicht zu verzagen oder den Mut zu verlieren. "Ich weiß, dass viele Menschen das GefĂŒhl haben, dass wir in eine dunkle Zeit eintreten." Doch nur im Dunkeln seien Sterne zu sehen.

Demokratische Traditionen stechen nun heraus

Das EingestĂ€ndnis einer Wahlniederlage ist eigentlich eine SelbstverstĂ€ndlichkeit. Doch Trump hat die MaßstĂ€be verrĂŒckt: Er war 2020 bei der Wahl gegen den Biden angetreten und verlor, hat die Niederlage aber bis heute nicht akzeptiert, sondern damals einen beispiellosen Feldzug gegen den Wahlausgang gestartet, der in einem Gewaltausbruch gipfelte.

Zum Ende seiner eigenen Amtszeit lud Trump seinen Nachfolger Biden nicht ins Weiße Haus ein, auch dessen AmtseinfĂŒhrung blieb er fern. Fast wĂ€re es zu einer Neuauflage des Rennens zwischen den beiden gekommen, doch Biden zog sich im Sommer auf Druck seiner Partei hin zugunsten von Harris aus dem Wahlkampf zurĂŒck.

Biden gratulierte Trump ebenso zum Wahlsieg wie andere ranghohe Demokraten, darunter die frĂŒheren PrĂ€sidenten Bill Clinton und Barack Obama. Biden wĂŒrdigte zugleich seine Stellvertreterin und erklĂ€rte in einer schriftlichen Stellungnahme, sie werde eine AnfĂŒhrerin bleiben, "zu der unsere Kinder fĂŒr Generationen aufsehen werden". Am Donnerstag (17.00 Uhr MEZ) will er sich zum Wahlausgang an die Nation wenden.

Harris war als erste Frau auf das VizeprĂ€sidentenamt aufgerĂŒckt und dann als erste schwarze Frau in den USA zur PrĂ€sidentschaftskandidatin einer der beiden großen Parteien gekĂŒrt worden. Sie konnte mit ihren Botschaften bei vielen WĂ€hlern jedoch nicht durchdringen.

Trump will radikalen Kurswechsel

Trump hatte im Wahlkampf unter anderem die grĂ¶ĂŸte Abschiebeaktion in der Geschichte des Landes versprochen, ein schnelles Ende des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine sowie hohe Einfuhrzölle und Steuersenkungen. Auch leugnet der Republikaner die Klimakrise und kĂŒndigte einen drastischen Ausbau der Öl- und Erdgasförderung der USA an.

In der Außenpolitik - wo Harris fĂŒr KontinuitĂ€t des Kurses des Transatlantikers Biden stand - gilt Trump als unberechenbar, auch mit Blick auf die wichtige US-UnterstĂŒtzung fĂŒr die Ukraine. Es gibt BefĂŒrchtungen, dass Trump die Hilfe im Verteidigungskampf gegen Russland einstellen könnte.

Trumps zweite PrĂ€sidentschaft dĂŒrfte die internationalen MachtverhĂ€ltnisse und bestehende BĂŒndnisse auf eine Belastungsprobe stellen. Staats- und Regierungschefs aus aller Welt beeilten sich mit Gratulationen an Trump und ersten Telefonaten mit dem designierten PrĂ€sidenten - egal, wie angespannt ihr VerhĂ€ltnis in der Vergangenheit auch war. Auch Chinas Staatschef Xi Jinping gratulierte - und warnte den Republikaner sogleich vor einem konfrontativen Kurs gegenĂŒber Peking, wie er ihn wĂ€hrend seiner ersten Amtszeit gepflegt hatte.

WĂ€hrend die Volksrepublik bangen muss, dĂŒrften autoritĂ€re Staats- und Regierungschefs anderer LĂ€nder auf einen Richtungswechsel der USA unter Trump hoffen. Das russische Außenministerium etwa reagierte hocherfreut auf dessen Sieg.

Der weitere Fahrplan

Die Ergebnisse der PrĂ€sidentschaftswahl mĂŒssen in den Bundesstaaten zunĂ€chst noch bis zur letzten Stimme ausgezĂ€hlt und zertifiziert werden. Bis zum 11. Dezember muss das offizielle Ergebnis feststehen. Am 17. Dezember kommen dann die Wahlleute in den Bundesstaaten zur Abstimmung zusammen. Am 3. Januar tagt der neu gewĂ€hlte Kongress zum ersten Mal.

Am 6. Januar kommen dann ReprĂ€sentantenhaus und Senat gemeinsam zusammen, um das Wahlergebnis formal zu bestĂ€tigen. Den Vorsitz in dieser Sitzung ĂŒbernimmt die amtierende VizeprĂ€sidentin, also Harris. Nach der Wahl 2020 war es bei dieser Sitzung zum Sturm auf das Kapitol durch Trumps AnhĂ€nger gekommen.

Am 20. Januar steht schließlich die offizielle MachtĂŒbergabe an: Der neue PrĂ€sident wird in einer Zeremonie am Kapitol vereidigt und die neue Regierung nimmt ihre Arbeit auf.

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