Seltene Erden fĂŒr Chips? Fortschritt im US-China-Streit
11.06.2025 - 10:23:12US-Handelsminister Howard Lutnick sagte nach dem Treffen in London, er gehe "fest" davon aus, dass das Thema seltene Erden und Magnete in Bezug auf die Vereinigten Staaten mit diesem Rahmenwerk gelöst werde.
Die USA hĂ€tten auĂerdem eine Reihe von MaĂnahmen ergriffen, als die Lieferung dieser seltenen Erden ausgeblieben seien, sagte Lutnick. Man sollte davon ausgehen, dass diese ausgewogen aufgehoben wĂŒrden. "Dann ist auch mit einer Verbesserung unserer Exportbestimmungen zu rechnen", sagte er.
Einigung - aber auf was konkret?
In der Nacht wurde bekannt, dass sich die beiden gröĂten Volkswirtschaften der Erde auf einen Rahmen geeinigt hĂ€tten, den Konsens umzusetzen, den die PrĂ€sidenten beider LĂ€nder in ihrem Telefonat am 5. Juni erzielt und den die VerhandlungsfĂŒhrer bei GesprĂ€chen in Genf Mitte Mai erreicht hĂ€tten, sagte Chinas UnterhĂ€ndler fĂŒr Handelsfragen, Li Chenggang, der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua zufolge. Der Handelskonflikt zwischen Peking und Washington hat seit Monaten schwere Folgen fĂŒr die Weltwirtschaft.
NĂ€chste HĂŒrde steht bevor
NĂ€here Details, was der Konsens genau beinhaltet, wurden zunĂ€chst nicht bekannt. Auch das chinesische AuĂenamt in Peking machte keine weiteren Angaben. Li beschrieb die GesprĂ€che laut Xinhua als "professionell", "ehrlich" und "vernĂŒnftig". Die Hoffnung sei, dass die bei dem Londoner Treffen erzielten Fortschritte das Vertrauen zwischen China und den Vereinigten Staaten stĂ€rke, sagte er demzufolge.
Die ausgehandelten Ergebnisse wollen beide Delegationen nun ihren jeweiligen PrĂ€sidenten vorlegen, die darĂŒber entscheiden mĂŒssen, wie Lutnick vor Reportern sagte. Sobald US-PrĂ€sident Donald Trump und Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping zustimmen, soll die Vereinbarung den Berichten zufolge umgesetzt werden. Wann eine Entscheidung folgen könnte, war jedoch zunĂ€chst unklar.
Weitere Entspannung im Streit?
Die FinanzmÀrkte in Asien reagierten freundlich auf die Nachricht. Der Hang-Seng-Index in der chinesischen Sonderverwaltungsregion Hongkong lag etwa eine Stunde vor Handelsschluss rund Prozent im Plus. Der CSI-300-Index, der die wichtigsten chinesischen Festlandaktien abbildet, stand knapp 0,8 Prozent im Plus im Vergleich zum Vortagsschluss.
Mit dem Ende des Treffens deutet sich ein Weg fĂŒr weitere Deeskalation in den angespannten Handelsbeziehungen an. Derzeit lĂ€uft noch die seit Mitte Mai geltende 90-tĂ€gige Pause im heiĂ gelaufenen Zollstreit. In Genf hatten sich die USA und China geeinigt, ihre AufschlĂ€ge auf Importe aus dem jeweils anderen Land von 145 Prozent beziehungsweise 125 Prozent deutlich um 115 Prozentpunkte zu senken und wĂ€hrend der Pause zu verhandeln.
Die Rolle seltener Erden
Beim Treffen in London standen ExportbeschrĂ€nkungen im Mittelpunkt. China schrĂ€nkte im April die Ausfuhr sieben wichtiger seltener Erden ein und verlangt fĂŒr Exportlizenzen einen aufwendigen Antragsprozess. Die Rohstoffe und aus ihnen erzeugte Magnete werden in der Industrie dringend in Elektromotoren oder Sensoren benötigt. China ist weltweiter Hauptproduzent und fĂŒhrend in der Verarbeitung dieser Metalle.
Wegen der stark begrenzenden Ausfuhr gerieten viele Unternehmen in den USA, aber auch in Europa in BedrĂ€ngnis, da mitunter Produktionsstopps drohten. Eine Lockerung der Exporte wĂŒrde dementsprechend vor allem in der Autoindustrie, aber auch im Maschinenbau fĂŒr Erleichterung sorgen.
Was fĂŒr China seltene Erden sind, sind fĂŒr die USA Hightech-Produkte. China ist unter anderem bei Computer-Chips und der dafĂŒr benötigten Design-Software sowie Bauteilen fĂŒr Flugzeuge wie Turbinen immer noch stark von auslĂ€ndischen Firmen abhĂ€ngig. Die USA schrĂ€nkten deshalb als GegenmaĂnahme den Verkauf dieser Produkte an China ein.

