Biden kĂŒndigt neues Paket mit MilitĂ€rhilfe fĂŒr die Ukraine an
24.04.2024 - 17:40:18 | dpa.de"In den nĂ€chsten Stunden" werde man damit beginnen, AusrĂŒstung fĂŒr die Flugabwehr, Artillerie, Raketensysteme und gepanzerte Fahrzeuge in die Ukraine zu schicken, sagte Biden am Mittwoch bei einer Rede im WeiĂen Haus. Es handle sich dabei nicht nur um eine Investition in die Sicherheit der Ukraine, sondern auch in die Sicherheit Europas. Biden warnte, dass Russland als nĂ€chsten Schritt einen Nato-Partner angreifen könnte. "Wir hĂ€tten keine andere Wahl, als ihnen zu Hilfe zu kommen, so wie unsere Nato-VerbĂŒndeten uns nach den AnschlĂ€gen vom 11. September zu Hilfe gekommen sind."
Nach einer monatelangen innenpolitischen HĂ€ngepartie hatte der US-Kongress am spĂ€ten Dienstagabend (Ortszeit) mit der Zustimmung des Senats milliardenschwere Hilfen fĂŒr die von Russland angegriffene Ukraine gebilligt. Das Gesetz sieht Hilfen im Umfang von rund 61 Milliarden US-Dollar (57 Milliarden Euro) fĂŒr Kiew vor. Die US-Regierung hatte die Freigabe der Mittel vom Parlament lange und vehement gefordert.
Die bisherigen US-Hilfen fĂŒr die Ukraine waren ausgelaufen. Seit Ende des vergangenen Jahres blieb neue UnterstĂŒtzung aus den USA weitgehend aus. Dabei ist Kiew dringend auf die Hilfen angewiesen. "Amerika steht an der Seite unserer Freunde. Wir stellen uns gegen Diktatoren", sagte Biden. Die USA wĂŒrden vor Kremlchef Wladimir Putin nicht klein beigeben.
Die vom Kongress verabschiedeten und von Biden unterzeichneten Milliarden-Hilfen sehen unter anderem Mittel fĂŒr die Aufstockung von Waffen und Munition im Bestand des US-MilitĂ€rs vor. Dieses Geld geht somit nur indirekt an die Ukraine, da die USA das von Russland angegriffene Land in der Regel mit AusrĂŒstung aus eigenen BestĂ€nden ausstatten - was hĂ€ufig schneller geht, als bei der Industrie neu zu bestellen. Biden kĂŒndigte nun an, der Ukraine in dem neuen MilitĂ€rpaket wieder militĂ€rische AusrĂŒstung aus den eigenen BestĂ€nden zukommen zu lassen.
Der Rest des Hilfspakets ist fĂŒr weitere militĂ€rische UnterstĂŒtzung und Finanzhilfe vorgesehen, teilweise auch in Form von Darlehen. Der Text dringt auĂerdem auf die Lieferung der weitreichenden Raketensysteme vom Typ ATACMS. Bisher haben die USA ATACMS mit einer Reichweite von rund 165 Kilometern geliefert. Die Ukraine wĂŒnscht sich aber Systeme mit einer Reichweite von 300 Kilometern. Ob das neue MilitĂ€rpaket auch ATACMS umfassen wird, blieb offen.
Am Montag hatten Biden und der ukrainische PrÀsident Wolodymr Selenskyj miteinander telefoniert. Selenskyj sagte im Anschluss, es seien Details zur Lieferung neuer reichweitenstarker Raketen vom Typ ATACMS "finalisiert" worden. Selenskyj machte aber noch keine Angaben dazu, welches Modell ATACMS die USA liefern wollten.
Die USA gelten als wichtigster UnterstĂŒtzer der Ukraine. Seit Kriegsbeginn im Februar 2022 hat Bidens Regierung militĂ€rische Hilfe im Umfang von mehr als 44 Milliarden US-Dollar fĂŒr Kiew bereitgestellt. Hinzu kommen noch weitere Milliarden an nichtmilitĂ€rischer Finanzhilfe.
Der Abstimmung im ReprĂ€sentantenhaus vorausgegangen war eine monatelange Blockade. Wegen der Ukraine-Hilfen tobte in der von den Republikanern dominierten Kammer ein Machtkampf. Der Vorsitzende Mike Johnson stand unter groĂem Druck vom rechten Rand seiner Partei und verhinderte die Abstimmung lange Zeit. Die Hardliner drohten ihm mit einem Misstrauensvotum. Sie lehnen weitere US-Hilfen fĂŒr die Ukraine vehement mit der Argumentation ab, Steuergelder sollten zuallererst fĂŒr den Schutz der eigenen Grenze ausgegeben werden und nicht fĂŒr den Schutz anderer LĂ€nder./trö/DP/ngu
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