LĂ€nderkritik, Umsetzung

LĂ€nderkritik an Umsetzung von Cannabis-Legalisierung

15.11.2024 - 06:15:28

Nach der Legalisierung von Cannabis mit zahlreichen Vorgaben wird unter den LĂ€ndern weitere Kritik wegen der praktischen Umsetzung laut.

Der Innenausschuss des Bundesrats erlĂ€uterte in Empfehlungen fĂŒr die nĂ€chste Sitzung der LĂ€nderkammer, es bedĂŒrfe Regelungen zum besseren Gesundheitsschutz, zur Beseitigung von Unklarheiten in der Vollzugspraxis und zur Vernichtung von Cannabis. ErklĂ€rtes Ziel sei, die regulierte Abgabe an Erwachsene zu ermöglichen und illegalen Drogenhandel einzudĂ€mmen. "Diese Ziele lassen sich derzeit mit den gesetzlichen Vorgaben in der Praxis nicht umsetzen."

Konkret fordert der Innenausschuss unter anderem genauere Vorschriften fĂŒr Vereine, in denen Erwachsene Cannabis gemeinsam anbauen und untereinander zum Eigenkonsum abgeben können. So solle die zulĂ€ssige Abgabemenge "auf ein bedarfsgerechtes Maß" reduziert werden. Die Begrenzung auf 50 Gramm pro Monat, die etwa 150 Joints ergebe, "ĂŒbersteigt den Bedarf eines Gelegenheitskonsumenten um ein Vielfaches und begrĂŒndet die Sorge, dass erhebliche Mengen an den Schwarzmarkt abgegeben werden könnten".

Gefordert werden auch geeignete Entsorgungsmöglichkeiten fĂŒr nicht weitergabefĂ€higes Cannabis, wie es in der Empfehlung des Innenausschusses fĂŒr eine Stellungnahme des Bundesrats zu einer Änderung des Cannabis-Gesetzes heißt. Darin geht es eigentlich um Regelungen zum Anbau von Nutzhanf in der Landwirtschaft.

Cannabis-Legalisierung ist Thema im Bundestag

Ob der Bundesrat den Ausschuss-Empfehlungen folgt, muss sich in der Sitzung am 22. November zeigen, wenn das Plenum darĂŒber abstimmt. Die Cannabis-Legalisierung ist am Freitag auch Thema im Bundestag bei einer Aktuellen Stunde auf Antrag der Unionsfraktion.

Seit 1. Juli können nicht-kommerzielle "Anbauvereinigungen" mit bis zu 500 Mitgliedern an den Start gehen. Es gelten aber zahlreiche Auflagen. Generell ist Kiffen fĂŒr VolljĂ€hrige seit 1. April mit BeschrĂ€nkungen legal. Seitdem erlaubt ist schon der Anbau von bis zu drei Pflanzen gleichzeitig in Privatwohnungen, aufbewahren darf man bis zu 50 Gramm Cannabis.

@ dpa.de