Vertreter, USA

Vertreter von EU und USA telefonieren zu Zollstreit

23.05.2025 - 16:16:43

Nach der neuen Strafzoll-Drohung von US-PrÀsident Donald Trump gegen die EU wird es am spÀten Nachmittag ein Telefonat zwischen dem US-Handelsbeauftragten Jamieson Greer und EU-Handelskommissar Maros Sefcovic geben.

Wie eine Sprecherin der EuropÀischen Kommission mitteilte, war das GesprÀch allerdings bereits vor der neuen Nachricht von Trump geplant. Demnach stellt sich die Frage, ob der US-PrÀsident mit der neuen Drohung womöglich nur Druck machen will, um von der EU in den aktuellen HandelsgesprÀchen ZugestÀndnisse zu erzielen.

Zu der jĂŒngsten AnkĂŒndigung von Trump gab es von der EU gab es zunĂ€chst keine offizielle Reaktion. Trump droht in ihr konkret mit Strafzöllen in Höhe von 50 Prozent auf Importe aus der EU. Die Abgabe solle am 1. Juni in Kraft treten, schrieb der Republikaner auf seinem Online-Sprachrohr Truth Social.

Positionen liegen auf dem Tisch

Die EU und die USA hatten nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur in den vergangenen Tagen erstmals ausfĂŒhrlichere Positionspapiere im aktuellen Handelsstreit ausgetauscht. Bei dem GesprĂ€ch zwischen Greer und Sefcovic sollte es nun um mögliche nĂ€chste Schritte gehen.

Um den Konflikt zu entschĂ€rfen, hat die EU den USA bereits eine Vereinbarung zur gegenseitigen Aufhebung aller Zölle auf IndustriegĂŒter angeboten. Die Trump-Regierung ist darauf bislang aber nicht eingegangen.

Neben Zolldeals gelten neue Abkommen als Option. Nach EinschĂ€tzung der EU-Kommission könnten die EU und Trump etwa einen neuen Deal zum Ausbau amerikanischer Exporte von FlĂŒssiggas (LNG) schließen. Zudem wĂ€re es möglich, mehr MilitĂ€rtechnik und AgrargĂŒter zu importieren, um das US-Handelsdefizit mit der EU abzubauen.

EU droht mit Gegenzöllen

Trump hat vor wenigen Wochen mit der AnkĂŒndigung neuer Zölle auf Importe aus der EU einen Handelskonflikt losgetreten. Der US-PrĂ€sident will mit den Zöllen angebliche Handelsungleichgewichte korrigieren und Produktionen in die USA verlagern. Zugleich sollen die Zolleinnahmen dazu dienen, sein teures Wahlversprechen großer Steuersenkungen zumindest teilweise gegenzufinanzieren. Die EU sieht die Zölle hingegen als nicht gerechtfertigt und unvereinbar mit den Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) an.

Die EU will deswegen versuchen, die USA in Verhandlungen zu einem Kurswechsel zu bewegen. Trump hatte zuletzt nach großen Turbulenzen an den Aktien- und FinanzmĂ€rkten ĂŒberraschend entschieden, vielen Staaten 90 Tage lang eine Pause von bestimmten Zöllen zu gewĂ€hren. Dieses Zeitfenster soll fĂŒr Verhandlungen genutzt werden. Die EU betont, dass sie entschiedene Maßnahmen gegen US-Zölle einfĂŒhren wird, sollten die Verhandlungen scheitern. Dazu sollen unter anderem Gegenzölle gehören.

@ dpa.de