ROUNDUP, Entscheidung

Entscheidung zu Trump-ImmunitÀt erwartet

19.11.2024 - 07:20:02

Nach Donald Trumps Sieg bei der US-PrĂ€sidentenwahl will ein Gericht in New York am Dienstag ĂŒber eine mögliche ImmunitĂ€t des Republikaners in seinem Schweigegeld-Prozess entscheiden.

Geschworene in New York hatten Trump Ende Mai in 34 Anklagepunkten fĂŒr schuldig befunden.

In dem Prozess ging es um die illegale Verschleierung von Schweigegeldzahlungen an eine Pornodarstellerin, um sich Vorteile im PrÀsidentschaftswahlkampf 2016 zu verschaffen. Es war das erste Mal in der Geschichte der Vereinigten Staaten, dass ein ehemaliger PrÀsident wegen einer Straftat verurteilt wurde.

Richter Juan Merchan muss nun entscheiden, ob eine Entscheidung des Supreme Courts auf den Fall angewendet werden kann. Diese besagt, dass PrĂ€sidenten fĂŒr ihre Amtshandlungen sehr weitgehend ImmunitĂ€t genießen. Sollte Merchan einem entsprechenden Antrag von Trumps Verteidigung stattgeben, wĂ€re der im Mai ergangene Schuldspruch gegen ihn wohl gekippt.

Sollte der Richter den Antrag hingegen ablehnen, bliebe die Frage, ob die derzeit fĂŒr Ende November geplante VerkĂŒndung des Strafmaßes Bestand haben wird. Trump drohen im schlimmsten Fall theoretisch mehrere Jahre Haft. Beobachter halten diese Strafe nach seiner Wiederwahl fĂŒr sehr unwahrscheinlich. Eine Strafe könnte zum Beispiel auch zur BewĂ€hrung ausgelegt werden.

Verurteilter StraftÀter als US-PrÀsident

Anfang November wurde Trump als verurteilter StraftĂ€ter erneut zum US-PrĂ€sidenten gewĂ€hlt - der Sieg gegen die Demokratin Kamala Harris war ebenfalls ein Novum in der Geschichte des Landes. UrsprĂŒnglich hĂ€tte das Strafmaß schon Mitte September verkĂŒndet werden sollen. Dann aber gab Richter Merchan einem Antrag Trumps statt, die Strafe erst nach der PrĂ€sidentschaftswahl zu verkĂŒnden.

Trumps Verteidigung hatte schon wÀhrend des Prozesses mit allen Mitteln versucht, das Verfahren zu behindern und ganz zu stoppen. Gelegen kam Trumps AnwÀlten dann das Grundsatzurteil des mehrheitlich rechtskonservativ aufgestellten Obersten Gerichts.

Zwar dreht sich der New Yorker Schweigegeldfall in erster Linie um Trumps Handlungen als PrĂ€sidentschaftskandidat vor der Wahl 2016, fĂ€llt also nicht in seine Amtszeit als PrĂ€sident ab 2017. Doch das Urteil des Supreme Courts besagt auch, dass Amtshandlungen von PrĂ€sidenten nicht als Beweise in Strafverfahren angefĂŒhrt werden können. Trumps AnwĂ€lte argumentieren, dass die Anklage sich in dem Fall auch auf Beweise gestĂŒtzt hat, die aus Trumps Zeit im Weißen Haus stammen.

@ dpa.de