Robotaxi-Firma Cruise entlÀsst ein Viertel der Mitarbeiter
15.12.2023 - 10:18:12Die nach einem Unfall in die Krise geratene Robotaxi-Firma Cruise entlÀsst fast ein Viertel ihrer BeschÀftigten. Die Tochter des Autoriesen General Motors hatte vor einem Monat ihre Fahrten ausgesetzt und weitreichende ExpansionsplÀne gekappt. Als Folge sollen rund 900 Vollzeit-Jobs und damit 24 Prozent wegfallen - hauptsÀchlich im nicht-technischen Bereich, wie aus einer E-Mail an Mitarbeiter des Unternehmens hervorging.
Bei dem Unfall Anfang Oktober hatte ein fahrerloses Auto von Cruise eine Frau mehrere Meter mitgeschleift. Die FuĂgĂ€ngerin war zuvor von einem anderen Fahrzeug mit einem Menschen am Steuer angefahren und vor das selbstfahrende Auto geschleudert worden. Dem Unfallbericht zufolge bremste das Robotaxi zwar sofort - die Frau geriet aber trotzdem unter das Fahrzeug.
Die Cruise-Wagen sind so programmiert, dass sie in einigen FĂ€llen nach Kollisionen automatisch an den StraĂenrand fahren, um den Verkehr nicht zu behindern. Auch in diesem Fall entschied sich die Software dazu - obwohl die Frau noch unter dem Wagen steckte. Sie sei dabei rund sechs Meter mitgezerrt worden, der Wagen habe ein Tempo von gut elf Kilometern pro Stunde erreicht, hieĂ es in einem Bericht der kalifornischen Verkehrsbehörde.
Verzicht auf Fahrzeuge ohne Lenkrad und Pedale
Nun verzichtet Cruise darauf, im kommenden Jahr wie geplant erste Fahrzeuge seines «Origin»-Robotaxis ohne Lenkrad und Pedale auf die StraĂe zu bringen. Stattdessen will Cruise weiter auf umgebaute Autos des GM-Elektromodells Chevy Bolt setzen. Der Betrieb soll zunĂ€chst auch nur in einer Stand wieder aufgenommen werden. Cruise war auĂer in San Francisco in fĂŒnf weiteren US-StĂ€dten unterwegs und wollte im kommenden Jahr ein Dutzend weitere hinzufĂŒgen.
San Francisco wurde im vergangenen Jahr zu einem einzigartigen Testfall fĂŒr selbstfahrende Taxis. Neben Cruise bekam auch die Google-Schwesterfirma Waymo im Sommer von einer kalifornischen Aufsichtsbehörde die Erlaubnis, ihre fahrerlosen Beförderungsdienste im gesamten Stadtgebiet auszuweiten. Die Stadtverwaltung und zahlreiche Einwohner waren dagegen. Sie argumentierten unter anderem, dass die Fahrzeuge hĂ€ufig den Verkehr blockierten. Waymo darf weiter seinen Robotaxi-Dienst ohne Sicherheitsfahrer am Steuer in ganz San Francisco anbieten.


