Wirtschaftskrise

Ex-Wirtschaftsweise Malmendier: Nahost-Krieg killt Wachstum

Veröffentlicht am: 18.03.2026 um 16:38 Uhr | dts-nachrichtenagentur.de

Nach EinschĂ€tzung der bisherigen Wirtschaftsweisen Ulrike Malmendier droht der Nahost-Krieg die ohnehin schwachen Wachstumsprognosen der deutschen Wirtschaft zunichtemachen."Die Prognosen waren eh nicht so die großen SprĂŒnge, immer um ein Prozent herum.

Ulrike Malmendier (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur
Ulrike Malmendier (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur
Wenn uns davon noch ein bisschen was weggenommen wird, sind wir ganz schnell wieder bei Null", sagte Malmendier RTL/ntv. Steigende Spritpreise und angespannte Lieferketten verstÀrkten die Risiken. Ob langfristiger Schaden entstehe, hÀnge von der geopolitischen Entwicklung sowie der Reaktion von Regierung und Wirtschaft ab. Dringend nötig sei eine StÀrkung des EU-Binnenmarkts und ein koordiniertes Vorgehen bei der Energieversorgung.

Malmendier kritisierte den noch immer vorherrschenden Protektionismus in der EU. Die Wirtschaftsgemeinschaft habe versĂ€umt, einen reibungslosen Markt mit 450 Millionen Konsumenten zu schaffen - ohne Zölle oder Handelsstreitigkeiten. "Das ist leider verschlafen worden", sagte Malmendier. Die Kritik richtete sie auch an die "HauptstĂ€dte der MitgliedslĂ€nder, die die eigene Industrie beschĂŒtzen wollen."

Die neue EU-Unternehmensform, die in 48 Stunden gegrĂŒndet werden könne, nannte sie einen guten Ansatz - der aber scheitere. "Wunderbar digital ohne Notar, aber nationale Eintragungen und Rechte greifen dann doch. Das ist keine echte EU Inc. mit weniger Regulierungen fĂŒr Wachstum."

Malmendier betrachtet die Wirkung des 500-Milliarden-Sondervermögens der Bundesregierung als weitgehend verfehlt. "Investitionsausgaben liegen kaum höher als vorher. Das Parlament hat zugestimmt, um den Investitionsstau aufzulösen - nicht fĂŒr MĂŒtterrente oder Pendlerpauschale." Dadurch vergebe man sich 50 Prozent des möglichen langfristigen Wachstums.

Zur ihrem Abgang aus dem SachverstÀndigenrat sagte Malmendier: "Ich sage, was in den Daten steht - nicht nach Parteien." Sie hoffe, der Rat halte die Kritik am Sondervermögen aufrecht.

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