Volks- und Raiffeisenbanken: Immobilien bald wieder teurer
11.08.2024 - 14:09:57Nach drastischen PreisrĂŒckgĂ€ngen im vergangenen und auch im laufenden Jahr sei 2025 erstmals wieder mit einem leichten Anstieg der Preise um ein Prozent zu rechnen, heiĂt es in der aktuellen Immobilienprognose der genossenschaftlichen Finanzgruppe BVR.
"Wir sehen, dass sich die Preise langsam stabilisieren und nicht weiter sinken, vor allem weil der Wohnraummangel weiter zunimmt", sagt BVR-PrĂ€sidentin Marija Kolak. Der Wohnungsneubau mĂŒsse dringend wieder angekurbelt werden. Dazu brauche es bessere Förderung, einfachere Bau- und Planungsvorschriften sowie fĂŒr Selbstnutzer abgesenkte Grunderwerbsteuern.
Laut BVR-Analyse sind die Preise fĂŒr HĂ€user und Wohnungen im vergangenen Jahr durchschnittlich um 4,5 Prozent gesunken. Die RĂŒckgĂ€nge seien in den Regionen besonders hoch ausgefallen, die in den Jahren zuvor auĂergewöhnlich starke Steigerungen erlebten, in erster Linie also in den BallungsrĂ€umen. Im laufenden Jahr zeigt das Modell fĂŒr den Gesamtmarkt sogar ein Minus von sechs Prozent, wobei die VerkĂ€ufer ihr Angebot zurĂŒckhalten. Die Preisanpassung dieser Immobilien verzögere sich zwar, werde aber nicht vollstĂ€ndig ausbleiben.
Preisverfall nach Angriff auf die Ukraine
Ausgelöst wurde der Preisverfall durch die hohe Inflation infolge des Angriffs auf die Ukraine und die darauffolgenden Zinserhöhungen der EuropĂ€ischen Zentralbank. Immer weniger Menschen konnten sich eine eigene Immobilie leisten, die zuvor heiĂ gelaufene Nachfrage brach ein. Das bremst auch die dringend nötigen energetischen Sanierungen im Bestand aus, weil Sanierungen oft mit einem EigentĂŒmerwechsel einhergehen, heiĂt es in der BVR-Analyse.
Die Volks- und Raiffeisenbanken rechnen mit einer langsamen Erholung des Marktes ab 2025. Wenn die Inflation erwartungsgemÀà weiter sinke und die EZB ihre Geldpolitik weiter lockere, werde sich die fundamentale Nachfrage nach Immobilien wieder durchsetzen - wenn auch mit einer klar verhalteneren Dynamik im Vergleich zu den Boom-Jahren.

