Rezession, EinschÀtzung

IW erwartet auch 2024 Rezession

13.12.2023 - 08:17:17

Nach EinschĂ€tzung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) stĂŒrzt die aktuelle Haushaltskrise Deutschland in ein weiteres Rezessionsjahr.

In seiner neuen Konjunkturprognose geht das Institut davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2024 um 0,5 Prozent zurĂŒckgehen wird. FĂŒr die deutsche Wirtschaft hĂ€tte 2024 demnach eigentlich zum Jahr der Erholung werden können, aber die Rahmenbedingungen blieben schlecht.

Der erst nach langem Streit beendete Haushaltsstreit verunsichere die Unternehmen, viele stellten ihre Investitionsentscheidungen erst einmal zurĂŒck. FĂŒr die Prognose haben die IW-Forscher in Modellrechnungen untersucht, wie sich das auf die Konjunktur auswirkt: Demnach fallen Staatsausgaben in Höhe von ĂŒber 20 Milliarden Euro weg. Das drĂŒcke das BIP um rund 0,5 Prozent nach unten, im schlimmsten Fall sei sogar ein RĂŒckgang von einem Prozent möglich, so das IW. Die Industrie wird den Konjunkturforschern zufolge 2024 im vierten Jahr stagnieren. Seit zwei Jahren bekommen die Unternehmen weniger AuftrĂ€ge aus dem Ausland, viele halten sich deshalb mit Investitionen zurĂŒck. Die BautĂ€tigkeit lag auch 2023 noch unter dem Niveau von 2019. Schuld daran seien vor allem die hohen Bauzinsen und hohe Kosten, so das IW. Weil geldpolitisch vorerst keine Entspannung in Sicht ist, rechnen die IW-Ökonomen mit einem schwachen Jahr 2024 fĂŒr die Bauwirtschaft. Zumindest in der Dienstleistungswirtschaft geht es wohle sachte aufwĂ€rts. Die Inflation wird dem Institut zufolge 2024 nicht mehr ĂŒber drei Prozent steigen. Die privaten Haushalte haben deshalb wieder etwas mehr Geld in der Tasche. Die Arbeitslosigkeit wird laut IW im Jahresschnitt voraussichtlich auf sechs Prozent steigen. Mit diesen schlechten Wirtschaftsaussichten stehe Deutschland unter den großen LĂ€ndern allein da: In den USA werde die Wirtschaft nach der IW-Auslandsprognose um 1,25 Prozent wachsen, in Frankreich um 0,75 Prozent, in China sogar um 4,5 Prozent. "Die Bundesregierung hat sich in diesem Jahr als regelrechte Konjunkturbremse bewiesen", sagte IW-Konjunkturexperte Michael Grömling. Die finanzpolitische Unsicherheit belaste die Unternehmen. "Wir brauchen eine schnelle Lösung fĂŒr das finanzpolitische Chaos. Wichtige Investitionen dĂŒrfen nicht auf der Strecke bleiben." IW-Direktor Michael HĂŒther ergĂ€nzte, dass die schlechten Bedingungen im Welthandel nicht der einzige Grund fĂŒr die fortgesetzte Rezession seien: "An dieser Krise hat die Bundesregierung entscheidend mitgewirkt."

@ dts-nachrichtenagentur.de