GesprÀch, Regierung

Nach GesprÀch mit Regierung: Polens Bauern wollen Proteste fortsetzen

10.03.2024 - 11:41:46

Nach GesprĂ€chen mit Regierungschef Donald Tusk haben Vertreter polnischer BauernverbĂ€nde weitere Proteste gegen die EU-Agrarpolitik und die Einfuhr von Produkten aus der Ukraine angekĂŒndigt.

Am 20. MĂ€rz werde es landesweite Blockaden von ProvinzstĂ€dten, KreisstĂ€dten und grĂ¶ĂŸeren Straßen geben, sagte Tomasz Obszanski, Chef der Bauerngewerkschaft "Solidarnosc", am Samstag der Nachrichtenagentur PAP. Vom Ergebnis des Treffens mit Tusk zeigte er sich enttĂ€uscht. "Es wurde nichts vereinbart, der MinisterprĂ€sident hat im Grunde nichts angekĂŒndigt." Tusk selbst meldete sich nach den GesprĂ€chen in der Öffentlichkeit nicht zu Wort.

In Polen protestieren seit Wochen Landwirte gegen den Green Deal ("GrĂŒner Deal") der EU und die Einfuhr von Getreide und anderen Agrarprodukten aus der Ukraine. Sie wollen verhindern, dass billigeres ukrainisches Getreide auf den heimischen Markt gelangt. Nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine vor zwei Jahren hatte BrĂŒssel alle Importzölle und -quoten fĂŒr landwirtschaftliche Produkte aus der Ukraine ausgesetzt, um dem Land wirtschaftlich zu helfen.

Die Landwirte sehen sich zudem von den Auflagen des Green Deals belastet. Tusk hatte vor dem Treffen angekĂŒndigt, dass sich seine Regierung in BrĂŒssel fĂŒr ein Aussetzen oder eine Änderung einiger Vorschriften fĂŒr die polnischen Bauern einsetzen werde.

In einer Mitteilung der Regierung nach dem GesprĂ€ch hieß es, Tusk habe die Bauernvertreter informiert, dass eine Entscheidung der EU-Kommission zu dieser Frage am 15. MĂ€rz erwartet werde. Es gebe Anzeichen dafĂŒr, dass es bei der kontroversen Stilllegung von AgrarflĂ€chen Abmilderungen fĂŒr Polen geben könnte. Die Regierung wolle sich auch dafĂŒr starkmachen, dass die Erleichterungen rĂŒckwirkend bereits fĂŒr das laufende Jahr gelten sollen.

Mit dem Green Deal will die EU bis 2050 klimaneutral werden. Die Strategie umfasst Maßnahmen in verschiedenen Bereichen wie Energie, Verkehr, Industrie und Landwirtschaft.

@ dpa.de