US-Zölle bremsen Erholung der deutschen Wirtschaft
06.06.2025 - 11:00:36Deutschland steuert nach EinschĂ€tzung der Bundesbank auf das dritte Jahr in Folge ohne Wirtschaftswachstum zu. Nach zwei Rezessionsjahren erwartet die Bundesbank 2025 Stagnation. Mit ihrer nach unten korrigierten Konjunkturprognose reiht sich die Notenbank ein in die wachsende Zahl pessimistischer Ausblicke fĂŒr das laufende Jahr.
«Die neuen US-Zölle und die Unsicherheit ĂŒber die kĂŒnftige US-Politik dĂ€mpfen zunĂ€chst das Wirtschaftswachstum», erlĂ€uterte BundesbankprĂ€sident Joachim Nagel. «Das trifft die deutsche Industrie zu einem Zeitpunkt, zu dem sie sich nach langer SchwĂ€chephase zu stabilisieren begann.»
Schwere Zeiten fĂŒr «Made in Germany»
Insbesondere Deutschlands Exporteure mĂŒssen sich auf schwierige Zeiten einstellen: Die Bundesbank rechnet wegen der US-Handelspolitik mit einem deutlichen RĂŒckgang der Ausfuhren im laufenden Jahr und kaum Besserung 2026.Â
Dass der Euro wegen der sprunghaften US-Politik gegenĂŒber dem Dollar deutlich aufwertete, verschlechtert zudem die WettbewerbsfĂ€higkeit der deutschen Exportwirtschaft: Das Erstarken der GemeinschaftswĂ€hrung verteuert Produkte von Firmen aus dem Euroraum auf den WeltmĂ€rkten tendenziell - und das in Zeiten wachsender Konkurrenz aus China.
Milliardenpakete als Konjunkturtreiber
Somit verzögert sich die Erholung der deutschen Wirtschaft - bis die geplanten staatlichen Milliardeninvestitionen in Verteidigung und Infrastruktur fĂŒr einen Schub sorgen dĂŒrften.
FĂŒr 2026 erwartet die Bundesbank ein Plus von 0,7 Prozent beim realen Bruttoinlandsprodukt (BIP). Im Dezember war die Prognose fĂŒr 2026 mit 0,8 Prozent allerdings noch etwas optimistischer. Die Erwartungen fĂŒr 2027 wurden unterdessen von 0,9 Prozent auf 1,2 Prozent nach oben geschraubt.
GröĂter Unsicherheitsfaktor bleibt der Zickzack-Kurs von US-PrĂ€sident Donald Trump: Eine VerschĂ€rfung der US-Handelspolitik und ein erneuter Vertrauensschock in die US-Wirtschaft und den Dollar wĂ€ren aus Sicht der Bundesbank ein erhebliches Risiko fĂŒr die erwartete Erholung in Deutschland.
Teuerung geht schneller zurĂŒck
Eine gute Nachricht gibt es immerhin fĂŒr Deutschlands Verbraucherinnen und Verbraucher: Die Teuerung verliert schneller an Tempo. Die Bundesbank rechnet fĂŒr das laufende Jahr mit einer nach europĂ€ischer Methode (HVPI) berechneten Inflationsrate von 2,2 Prozent, im Jahr 2026 sollen es 1,5 Prozent sein. Ab 2026 dĂŒrfte sich auch die Kernrate ohne die schwankungsanfĂ€lligen Preise fĂŒr Energie und Nahrungsmittel bei etwa 2 Prozent einpendeln.





