Mexiko, Europa

EU und Mexiko unterzeichnen Handelsabkommen

22.05.2026 - 22:38:50 | dpa.de

Nach zehn Jahren Verhandlungen wird das Globalabkommen aus dem Jahr 2000 modernisiert. Angesichts von Trumps Protektionismus wollen beide Seiten ihre Partnerschaft vertiefen.

Beim Gipfeltreffen bekannten sich die EU und Mexiko zum Multilateralismus. - Foto: Felix Marquez/dpa
Beim Gipfeltreffen bekannten sich die EU und Mexiko zum Multilateralismus. - Foto: Felix Marquez/dpa

Die EU und Mexiko haben nach zehnjÀhrigen Verhandlungen die modernisierte Fassung ihres Handels- und Partnerschaftsabkommens aus dem Jahr 2000 unterzeichnet. Zum Abschluss eines bilateralen Gipfeltreffens in Mexiko-Stadt bekannten sich beide Seiten zum Multilateralismus.

EU-KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen und EU-RatsprĂ€sident AntĂłnio Costa reisten als Teil einer grĂ¶ĂŸeren EU-Delegation in die mexikanische Hauptstadt. Dort trafen sie sich mit der linksgerichteten PrĂ€sidentin Claudia Sheinbaum. 

Angesichts der protektionistischen Handelspolitik der USA unter der Regierung von PrĂ€sident Donald Trump und weiterer globaler Herausforderungen wollen die EU und Mexiko ihre Handelspartner diversifizieren. Das erste Gipfeltreffen seit zehn Jahren zwischen der EU und der zweitgrĂ¶ĂŸten Volkswirtschaft Lateinamerikas soll zu einer Vertiefung der bilateralen Beziehungen fĂŒhren. 

«In einer Zeit, die von zunehmenden Turbulenzen und tiefgreifenden VerÀnderungen geprÀgt ist, haben wir uns entschlossen, die Bindungen unserer
strategischen Partnerschaft auszubauen, zu vertiefen und zu aktualisieren», heißt es in der gemeinsamen AbschlusserklĂ€rung des Gipfeltreffens.

Mexiko ist Deutschlands wichtigster Handelspartner in Lateinamerika

Die EU und Mexiko bilden gemeinsam einen Markt mit mehr als 580 Millionen Menschen. Mit dem modernisierten Abkommen hebt Mexiko fast alle bestehenden Zölle auf EU-Einfuhren auf. Zudem werden bĂŒrokratische Handelshemmnisse beseitigt und zahlreiche Herkunftsangaben geschĂŒtzt. Ebenso soll der Zugang zu öffentlichen AuftrĂ€gen erleichtert werden. Das Abkommen umfasst nun auch den digitalen Handel.

Neben Handelsfragen umfasst das globale Abkommen auch Regelungen zu Themen wie Klimawandel, Menschenrechten und internationaler Zusammenarbeit. Unterzeichnet wurde auch ein Interimshandelsabkommen. Nach Beendigung des vollstÀndigen Ratifizierungsprozesses innerhalb der EU soll es dann durch das Globalabkommen ersetzt werden. 

Mexiko ist der elftgrĂ¶ĂŸte Handelspartner der EU und Deutschlands wichtiger Handelspartner in Lateinamerika. Das jĂ€hrliche bilaterale Handelsvolumen zwischen der EuropĂ€ischen Union und Mexiko betrĂ€gt rund 86 Milliarden Euro. Rund 53 Milliarden davon entfallen auf EU-Ausfuhren nach Mexiko und fast 34 Milliarden auf Einfuhren aus dem lateinamerikanischen Land.

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