Immobilienpreise, Boden

Immobilienpreise steigen erneut - «Boden gefunden»

25.03.2025 - 11:13:02

Nach zeitweise krĂ€ftigen RĂŒckgĂ€ngen verteuern sich HĂ€user und Wohnungen wieder. Gerade in BallungsrĂ€umen sind die AufschlĂ€ge deutlich. Mit steigenden Zinsen mĂŒssen KĂ€ufer höhere Kreditkosten stemmen.

  • Begehrte WohntrĂ€ume: Preise fĂŒr HĂ€user in Deutschland haben sich stabilisiert (Archivbild) - Foto: Jan Woitas/dpa

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  • Die Preise fĂŒr Immobilien haben zum Jahresende in den meisten Gegenden zugelegt (Archivbild) - Foto: Julian Stratenschulte/dpa

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Begehrte WohntrĂ€ume: Preise fĂŒr HĂ€user in Deutschland haben sich stabilisiert (Archivbild) - Foto: Jan Woitas/dpaDie Preise fĂŒr Immobilien haben zum Jahresende in den meisten Gegenden zugelegt (Archivbild) - Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Wohnungen und HĂ€user in Deutschland haben sich Ende 2024 erneut verteuert. Von Oktober bis Dezember stiegen die Preise im Schnitt um 1,9 Prozent gemessen an Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden berichtet. Gemessen am Vorquartal gab es ein leichtes Plus von 0,3 Prozent.

«Im Jahresvergleich stiegen die Preise nun erstmals wieder nach ĂŒber zwei Jahren», kommentierte Martin GĂŒth, Ökonom bei der Landesbank Baden-WĂŒrttemberg. «Die Daten bestĂ€tigen damit unsere EinschĂ€tzung, dass die Wohnimmobilienpreise ihren Boden gefunden haben.»

Doch mit dem geplanten Finanzpaket von Union und SPD seien nicht nur die langfristigen Kapitalmarktzinsen gestiegen, sondern auch die Hypothekenzinsen. «Das verschlechtert die Erschwinglichkeit von Wohnimmobilien und bremst die Markterholung.»

Erholung nach historischem PreisrĂŒckgang

Wohnimmobilien sind seit Mitte 2022, dem Höhepunkt des jahrelangen Booms, deutlich billiger geworden. Hauptgrund waren deutlich gestiegene Zinsen - Kredite wurden damit teurer. Viele Menschen können sich die eigenen vier WÀnde nicht mehr leisten, VerkÀufer mussten ihre Preise anpassen.

 Im Jahr 2023 gab es nach EinschĂ€tzung des Kieler Instituts fĂŒr Weltwirtschaft (IfW) den stĂ€rksten PreisrĂŒckgang seit rund 60 Jahren. Nach Daten des Statistischen Bundesamts verbilligten sich Wohnungen und HĂ€user 2023 im Schnitt um 8,4 Prozent.

Kein neuer Immobilienboom erwartet

Seit vergangenem Sommer haben sich die Immobilienpreise aber stabilisiert, auch dank zwischenzeitlich gesunkener Kreditzinsen. Das spĂŒrt die deutsche Baubranche: Im Januar erhielt sie deutlich mehr AuftrĂ€ge, insbesondere im Wohnungsbau. Von einer Trendwende könne aber noch keine Rede sein, sagte Felix Pakleppa, HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer beim Baugewerbeverband ZDB. 

Banken erwarten, dass sich HÀuser und Wohnungen dieses Jahr moderat verteuern. Ein neuer Boom wie in Zeiten der Niedrigzinsen ist nach EinschÀtzung des Verbands der deutschen Pfandbriefbanken, der die wichtigsten Immobilienfinanzierer vertritt, nicht in Sicht.

Bauzinsen steigen rasant

Mit dem jĂŒngsten Anstieg der Bauzinsen hat sich zudem das Umfeld eingetrĂŒbt. FĂŒr Finanzierungen mit zehnjĂ€hriger Laufzeit wurden laut FMH-Finanzberatung zuletzt im Schnitt gut 3,7 Prozent Zinsen fĂ€llig. Vor drei Monaten waren es nur 3,22 Prozent. Damit werden Kredite fĂŒr Hausbauer und WohnungskĂ€ufer, die oft sechsstellige BetrĂ€ge finanzieren mĂŒssen, deutlich teurer. Manche Kreditvermittler schließen einen Anstieg der Bauzinsen auf vier Prozent im Jahresverlauf nicht aus.

«Der Zinsanstieg ist vermutlich von Dauer, aber er ist nicht derart groß, dass er das Bild fĂŒr den Immobilienmarkt komplett drehen wĂŒrde», meint LBBW-Ökonom GĂŒpth. «Es bleibt dabei, dass Wohnraum wohl auch in den kommenden Jahren nicht erschwinglicher wird, als er es derzeit ist.» Der Preistrend bleibe leicht nach oben gerichtet.

Nur auf dem Land PreisrĂŒckgĂ€nge

Auf dem deutschen Immobilienmarkt bleiben große regionale Unterschiede, die sich auch zudem Jahresende 2024 in den Preisen zeigen. Gemessen am vierten Quartal 2023 ergaben sich nur in dĂŒnn besiedelten lĂ€ndlichen Kreisen PreisrĂŒckgĂ€nge, wie die Statistik zeigt. Dort kosteten Wohnungen im vierten Quartal im Mittel 1,2 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum und Ein- und ZweifamilienhĂ€user 0,9 Prozent weniger.

Besonders HĂ€user gefragt

In den kreisfreien GroßstĂ€dten zogen die Preise fĂŒr Wohnungen dagegen um 2,5 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahreszeitraum an, fĂŒr Ein- und ZweifamilienhĂ€user mussten ImmobilienkĂ€ufer 2,2 Prozent mehr zahlen. Gemessen am Vorquartal legten die Preise fĂŒr Wohnungen sowie Ein- und ZweifamilienhĂ€user je um 0,2 Prozent zu, berichteten die Statistiker.

In den sieben Metropolen - Berlin, Hamburg, MĂŒnchen, Köln, Frankfurt, Stuttgart und DĂŒsseldorf - stiegen die Preise fĂŒr Wohnungen im Schnitt um 1,6 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahresquartal, HĂ€user kosteten 1,1 Prozent mehr.

Gemessen am Vorquartal sanken die Wohnungspreise im Schnitt aber um 0,3 Prozent. Ein- und ZweifamilienhĂ€user, die in GroßstĂ€dten besonders begehrt sind, kosteten dagegen 3,9 Prozent mehr. Von Immobilienkrise ist dort wenig zu spĂŒren.

@ dpa.de