SchlussplÀdoyers im Audi-Dieselprozess begonnen
20.06.2023 - 11:42:55Im MĂŒnchner Audi-Prozess haben die Verteidiger des ehemaligen Vorstandschefs Rupert Stadler und der beiden Mitangeklagten mit ihren SchlussplĂ€doyers begonnen. Als erstes forderten die AnwĂ€lte des angeklagten Ingenieurs P. eine BewĂ€hrungsstrafe deutlich unter zwei Jahren. Ihr Mandant habe an den Abgas-Tricksereien bei Dieselautos notgedrungen mitgewirkt, weil seine Vorgesetzten ihm nicht erfĂŒllbare Vorgaben gemacht hĂ€tten.
Sein frĂŒhes GestĂ€ndnis habe erheblich zur AufklĂ€rung beigetragen. Die Untersuchungshaft sowie LĂ€nge und Kosten des zweieinhalbjĂ€hrigen Prozesses hĂ€tten ihn schwer belastet, sagten die Verteidiger des Ingenieurs vor dem Landgericht. Scharf kritisierten sie die Staatsanwaltschaft: Sie habe im Ermittlungsverfahren fragwĂŒrdige Untersuchungsergebnisse von US-AnwĂ€lten ĂŒbernommen. Die USA hĂ€tten den Dieselskandal zugunsten ihrer eigenen Autoindustrie ausgenutzt.
Auch Stadler und der ehemalige Chef der Audi-Motorenentwicklung und spĂ€tere Porsche-Vorstand Wolfgang Hatz haben den Dieselbetrug gestanden. Die Wirtschaftsstrafkammer hat allen drei Angeklagten dafĂŒr BewĂ€hrungsstrafen zwischen eineinhalb und zwei Jahren in Aussicht gestellt, verbunden mit Geldauflagen. Die Wirtschaftsstrafkammer will ihr Urteil am Dienstag in einer Woche verkĂŒnden.


