Kartellamt, KĂŒndigung

Kartellamt rĂ€t zu KĂŒndigung teurer EnergievertrĂ€ge

30.12.2023 - 09:44:41

Nachdem die Großhandelspreise fĂŒr Energie stark gesunken sind, rĂ€t KartellamtsprĂ€sident Andreas Mundt den Kunden, zu teure VertrĂ€ge zu kĂŒndigen.

"Ich kann nur sagen: Wechseln, wechseln, wechseln bei einem teuren Strom- oder Gastarif, man spart dadurch viel Geld und erhöht gleichsam den Druck auf die Anbieter", sagte er der "Rheinischen Post". "Gerade die Grundversorgungstarife sind hĂ€ufig sehr teuer, aber im Markt lassen sich inzwischen wieder viele gĂŒnstige Angebote finden."

Der Kartellamtschef erlĂ€uterte, warum die Behörde bei 57 Versorgern PrĂŒfverfahren wegen eventuell zu hoher Preise fĂŒr Strom, Gas oder FernwĂ€rme begonnen hat: Es gehe darum, diesen Unternehmen klarzumachen, dass ihre Preise aktuell auffĂ€llig hoch seien, was ihre fĂŒr FrĂŒhjahr anstehenden Abrechnungen der Strom- und Gaspreisbremsen beim Bund dann anfechtbar mache. "Die Versorger haben nun also Gelegenheit, noch einmal nachzurechnen. Wenn sich am Ende aber herausstellt, dass ein Missbrauch der staatlichen Entlastung vorliegt, werden wir dies mit Sanktionen belegen und RĂŒckzahlungen an den Bund anordnen." Mundt sagte zudem, wenn die Bundesregierung die FernwĂ€rme stark ausbauen wolle, mĂŒsse es klarere Regeln fĂŒr deren Abrechnung geben, damit die Verbraucher keinen Nachteil haben. Im Gegensatz zur Strom- oder Gasversorgung könnten die Verbraucher bei der FernwĂ€rme ihren Anbieter nicht wechseln. "Man ist Kunde eines regionalen Monopolisten, damit liegt es auf der Hand, dass die Preissetzung strengen Vorschriften unterliegen muss. Der Wettbewerb, also das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage, kann es in diesem Bereich nicht regeln." Bei den aktuellen PrĂŒfverfahren in der FernwĂ€rme ginge es auch darum, dass ein Unternehmen höhere Preise wegen teurerem Gas forderte, tatsĂ€chlich aber die WĂ€rme anders erzeugte. "Die FernwĂ€rmepreise mĂŒssen sich an der Entwicklung der tatsĂ€chlichen Kosten der Versorger und der allgemeinen Preisentwicklung in der WĂ€rmeversorgung orientieren."

@ dts-nachrichtenagentur.de