Nachhaltigkeitsberichterstattung: EU reduziert Pflichtangaben um 60%
04.07.2026 - 23:36:07 | boerse-global.de
Die Neuregelung reagiert auf die anhaltende Kritik an der Bürokratieflut durch die CSRD-Richtlinie. Der Umfang der Pflichtangaben wird massiv reduziert – besonders für kleinere Unternehmen.
Mehr als 60 Prozent weniger Datenpunkte
Im Zentrum der Reform steht eine deutliche Verschlankung der Berichtspflichten. Die Anzahl der verpflichtenden Datenpunkte sinkt um über 60 Prozent. Betrachtet man alle potenziellen Angaben, sind es sogar mehr als 70 Prozent weniger.
Die EU will die Komplexität handhabbar machen – ohne die Transparenz über ökologische und soziale Auswirkungen grundlegend zu gefährden. Schätzungen zufolge sollen die Kosten für die Erstellung der Berichte pro Unternehmen um mehr als 30 Prozent fallen. Das stärke die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Betriebe, so die Kommission.
Freiwilliger Standard für kleinere Firmen
Ein zentrales Element ist der neue freiwillige Standard für Unternehmen mit bis zu 1.000 Beschäftigten. Dieser „Voluntary Standard“ erlaubt kleineren Marktteilnehmern, Nachhaltigkeitsdaten bereitzustellen, die Banken oder größere Geschäftspartner anfordern – ohne die volle Komplexität der regulären ESRS-Vorgaben.
Zusätzlich wurde ein „Value-Chain-Cap“ eingeführt. Diese Deckelung verhindert, dass große Konzerne ihre Dokumentationspflichten ungefiltert an kleinere Zulieferer weiterreichen. Das begrenzt den Aufwand für Unternehmen, die indirekt durch Geschäftsbeziehungen betroffen sind.
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Wann die neuen Regeln gelten
Die überarbeiteten Standards treten am 1. Januar 2027 in Kraft. Unternehmen können die erleichterten Regeln aber bereits freiwillig für das Geschäftsjahr 2026 anwenden. Für bestimmte Angaben aus tieferen Lieferkettenebenen gibt es einen weiteren Aufschub bis 2028.
Der delegierte Rechtsakt liegt nun dem Europäischen Parlament und dem Rat vor. Beide Institutionen haben zwei Monate Zeit, um Einspruch einzulegen.
Warum die Transparenz nötig bleibt
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Die Notwendigkeit präziser Berichte zeigt sich an aktuellen Daten. Große Tech-Konzerne wie Google und Amazon verzeichneten in den letzten Jahren erhebliche Zuwächse bei CO2-Emissionen und Wasserverbrauch. Googles Emissionen stiegen 2025 auf 18,9 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent, Amazon meldete 80,9 Millionen Tonnen.
Die EU-Kommission hält am Ziel fest: Die ESRS sollen eine vergleichbare Datenbasis schaffen. Aber die Umsetzung dieser Transparenzziele muss effizienter werden – genau das soll die Reform leisten.
