Nato-GeneralsekretĂ€r kritisiert Debatte ĂŒber Waffenruhe
18.12.2024 - 17:45:06"Ich glaube, wir sollten uns jetzt darauf konzentrieren, sicherzustellen, dass die Ukraine in eine Position der StĂ€rke gelangt", sagte Rutte vor einem abendlichen Treffen mit dem ukrainischen PrĂ€sidenten Wolodymyr Selenskyj und Spitzenvertretern europĂ€ischer BĂŒndnisstaaten. Die Diskussion ĂŒber all das, was danach komme, beginne, wenn Selenskyj, Russlands PrĂ€sident Wladimir Putin und andere am Tisch sĂ€Ăen.
"Wenn wir jetzt untereinander diskutieren, wie ein solches Abkommen aussehen könnte, machen wir es den Russen einfach. Sie sitzen entspannt in ihren Sesseln, hören unseren Diskussionen zu, rauchen genĂŒsslich eine Zigarre und sehen sich das alles im Fernsehen an", sagte er. "Das halte ich nicht fĂŒr hilfreich."
Rutte: Sollten uns auf das Wesentliche konzentrieren
Rutte fĂŒgte hinzu, dass es in Demokratien natĂŒrlich unvermeidlich sei, dass man all diese Dinge offen diskutiere. Aus seiner Sicht wĂ€re es aber klug, das etwas einzudĂ€mmen und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Zuletzt hatte es unter anderem Debatten darĂŒber gegeben, ob und wenn ja wie ein möglicher Waffenstillstand mit Soldaten aus Nato- und EU-Staaten abgesichert werden könnte.
Nach Angaben von Rutte sollen bei dem abendlichen Treffen mit Selenskyj und Spitzenvertretern europĂ€ischer BĂŒndnisstaaten vor allem weitere UnterstĂŒtzungsmöglichkeiten besprochen werden. Es gehe um die Frage, was man tun könne, um mehr Luftverteidigungssysteme und andere Waffen in die Ukraine zu bringen, sagte Rutte am Nachmittag bei einer Pressekonferenz mit Litauens PrĂ€sident Gitanas Nauseda. Dies sei dringend notwendig, weil die Ukrainer berechnet hĂ€tten, dass sie etwa 19 zusĂ€tzliche Luftverteidigungssysteme benötigen, um ihre kritische Energieinfrastruktur zu schĂŒtzen.
EU-Vertreter kommen auch zu Ukraine-Treffen
"DarĂŒber hinaus benötigen sie allgemein mehr UnterstĂŒtzung, um sich in eine Position der StĂ€rke zu versetzen und das, was derzeit geschieht, zurĂŒckzudrĂ€ngen", fĂŒgte Rutte mit Blick auf die aktuelle russische Offensive hinzu. Als ein Beispiel nannte er wirtschaftliche Hilfe. Deswegen wĂŒrden auch EU-KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen und RatsprĂ€sident AntĂłnio Costa an dem Treffen teilnehmen.
Zur Frage von möglichen Verhandlungen ĂŒber eine Waffenruhe zwischen der Ukraine und Russland betonte Rutte, diese mĂŒssten von Ukraine selbst gefĂŒhrt werden und aus einer Position der StĂ€rke heraus erfolgen. Es gehe darum sicherzustellen, dass man alles in seiner Macht Stehende tun, um Selenskyj in eine Position der StĂ€rke zu bringen, damit dieser - wenn er es fĂŒr richtig halte - GesprĂ€che mit den Russen aufnehmen könne.
Zu dem Treffen am spĂ€ten Abend in Ruttes offizieller BrĂŒsseler Residenz wird auch Bundeskanzler Olaf Scholz erwartet. Als wahrscheinliche Teilnehmer galten zudem auch die Staatschefs von Polen und Italien und der britische AuĂenminister David Lammy. Als Vertreter nordischer und osteuropĂ€ischer Staaten soll nach Angaben von Nauseda DĂ€nemarks Regierungschefin Mette Frederiksen mit dabei sein.

