Standort von neuer Tesla-Fabrik in Brandenburg

NaturschĂŒtzer bringen neue Kritik am Tesla-Werk vor

12.10.2020 - 09:58:18

Tesla, der US-amerikanische Hersteller von Elektroautos, steht mit seiner im Bau befindlichen Fabrik im brandenburgischen GrĂŒnheide vor neuen Problemen.

Wie das "Handelsblatt" in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, kritisieren verschiedene VerbĂ€nde, die vorgelegten Unterlagen fĂŒr den Bauantrag seien nicht vollstĂ€ndig. Daher forderten sie eine erneute Auslegung der Planungsunterlagen.

Michael Ganschow, der LandesgeschĂ€ftsfĂŒhrer der GrĂŒnen Liga Brandenburg, erklĂ€rte gegenĂŒber dem "Handelsblatt", wĂ€hrend einer Anhörung, die Anfang Oktober beendet wurde, hĂ€tten die NaturschutzverbĂ€nde "diverse fehlende Dokumente, PlĂ€ne und Gutachten eingefordert, die weder das Unternehmen noch die Behörde rechtzeitig geliefert" hĂ€tten. Der Anwalt der GrĂŒnen Liga habe daher eine neuerliche Auslegung der gesamten Planungsunterlagen verlangt, denn eine "sachgerechte Erörterung" des Projektes sei nur möglich, wenn der Öffentlichkeit alle PlĂ€ne vorlĂ€gen. Der Naturschutzbund Brandenburg (Nabu) beklagt ebenfalls, die PlĂ€ne des Unternehmens entsprĂ€chen zum Teil nicht den Unterlagen. Christiane Schröder, die GeschĂ€ftsfĂŒhrerin des Nabu, sagte dem "Handelsblatt", all das sei "dem Zeitdruck geschuldet", erlaube aber "keine vernĂŒnftige PrĂŒfung des Gesamtprojekts". Die zustĂ€ndigen Behörden mĂŒssten hier nun Transparenz herstellen, denn "ansonsten wĂ€re das Verfahren sehr angreifbar", so Schröder weiter. Anja HĂ€nel schließlich, die Landes-GeschĂ€ftsfĂŒhrerin des Verkehrsclub Deutschland (VCD), sieht den vorhergesagten anfallenden Werksverkehr der Fabrik mit Skepsis. Sie stellte fest, Tesla habe keine Angaben darĂŒber gemacht, wie sich der Verkehr zum Werk und von diesem weg rĂ€umlich verteilen werde. Gerade diese Berechnungen zur rĂ€umlichen wie auch zeitlichen Verteilung des Verkehrs seien aber fĂŒr eine behördliche Genehmigung der Ansiedlung erforderlich, betonte sie.

Tesla selbst nahm auch auf Nachfrage des "Handelsblatts" keine Stellung zu den EinwĂ€nden der VerbĂ€nde. Die Landesregierung von Brandenburg wies darauf hin, das Genehmigungsverfahren sei noch nicht beendet. Die Genehmigungsbehörde werde nun sĂ€mtliche AntrĂ€ge und Hinweise prĂŒfen, die vorgebracht worden seien, erklĂ€rte eine Sprecherin des brandenburgischen Umweltministeriums in Potsdam dem "Handelsblatt", und erst nach dem Abschluss dieser PrĂŒfung könne man weitere Aussagen machen.

 

Redaktion ad-hoc-news.de, A-1010413

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