NDR-Tarifabschluss: Entgelte steigen gestaffelt um bis zu 5,8%
Veröffentlicht am: 03.09.2026 um 12:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In der siebten Verhandlungsrunde haben sich der Norddeutsche Rundfunk (NDR) und die beteiligten Gewerkschaften ver.di, DJV sowie unisono am 2. September 2026 auf einen neuen Tarifabschluss verständigt. Die Einigung sieht eine stufenweise Anhebung der Entgelte sowie spezifische soziale Komponenten vor und beendet damit eine monatelange Phase der Auseinandersetzung, die von zahlreichen Arbeitsniederlegungen geprägt war.
Gestaffelte Entgelterhöhungen und variable Komponenten
Die neue Tarifeinigung umfasst eine Laufzeit von insgesamt 35 Monaten. Rückwirkend zum 1. April 2026 steigen die Entgelte zunächst um 1,23 %. In zwei weiteren Schritten folgt zum 1. April 2027 eine Erhöhung um 2,5 % sowie zum 1. April 2028 eine Anpassung um 2 %. Über die gesamte Laufzeit betrachtet ergibt sich daraus eine Steigerung von bis zu 5,8 %.
Die Vereinbarung enthält jedoch spezifische Vorbehalte für die kommenden Jahre. So wurde festgelegt, dass 0,5 Prozentpunkte der für das Jahr 2027 vorgesehenen Erhöhung unter bestimmten Bedingungen entfallen können. Für die finale Stufe im Jahr 2028 wurde vereinbart, dass 0,25 Prozentpunkte der Steigerung an die sogenannte Personalgestellung gekoppelt sind.
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Zusätzliche Leistungen für untere Einkommensgruppen und Nachwuchskräfte
Ein wesentlicher Bestandteil des Abschlusses ist die Stärkung unterer Vergütungsgruppen sowie die Förderung von Nachwuchskräften. Das Urlaubsgeld wird für Beschäftigte in den unteren Entgeltstufen um 120 Euro angehoben. Diese Regelung findet explizit auch auf Auszubildende Anwendung, womit die Tarifparteien eine gezielte Entlastung für Bezieher geringerer Einkommen und für Berufseinsteiger schaffen.
Durch diese soziale Komponente soll der besonderen wirtschaftlichen Belastung dieser Gruppen Rechnung getragen werden. Die Einigung markiert damit einen wichtigen Schritt in der tariflichen Absicherung der Auszubildenden innerhalb der Rundfunkanstalt.
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Einigung im Kontext der bundesweiten ARD-Tarifrunde
Dem nun erzielten Abschluss am 2. September 2026 ging eine intensive Tarifauseinandersetzung voraus. Seit Ende Januar kam es beim NDR zu insgesamt zehn Warnstreiktagen, mit denen die Beschäftigten ihren Forderungen Nachdruck verliehen hatten. Die Gewerkschaften ver.di, DJV und unisono hatten die Maßnahmen koordiniert, nachdem vorangegangene Verhandlungsrunden ohne Ergebnis geblieben waren.
Mit der Einigung beim NDR ziehen die Tarifparteien mit anderen ARD-Anstalten gleich. Zuvor konnten bereits beim Südwestrundfunk (SWR), dem Bayerischen Rundfunk (BR) und dem Westdeutschen Rundfunk (WDR) vergleichbare Abschlüsse erzielt werden.
Während die Verhandlungen beim NDR damit abgeschlossen sind, stehen Gespräche mit weiteren Anstalten innerhalb des ARD-Verbundes noch aus. Der Abschluss beim NDR gilt in Branchenkreisen als Signal für die verbleibenden Verhandlungen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk.
