Netzentgelte: Automobilindustrie fordert Senkung zur Rettung von Standorten
Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 04:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In Erfurt haben der Verband Automotive thüringen und die IHK Südthüringen die Bundesregierung aufgefordert, die Netzentgelte deutlich zu senken. Um die Wettbewerbsfähigkeit und den Erhalt der Standorte angesichts des wirtschaftlichen Drucks auf die Zulieferer zu gewährleisten, sei zudem eine stärkere finanzielle Beteiligung des Bundes an den Kosten für den Netzausbau erforderlich.
Wie aus Berichten vom 15. September 2026 hervorgeht, sehen die Branchenvertreter in der aktuellen Kostenstruktur eine zunehmende Bedrohung für den Industriestandort.
Kostensteigerungen trotz sinkenden Stromverbrauchs
Nach Angaben der beteiligten Verbände haben sich die Netzentgelte zu einer entscheidenden Standortfrage entwickelt. Besonders kritisch bewerten Automotive thüringen und die IHK Südthüringen den Umstand, dass die Netz- und Infrastrukturkosten in der Thüringer Automobilindustrie zuletzt deutlich angestiegen sind, obwohl der Stromverbrauch in den betroffenen Betrieben faktisch gesunken ist.
Der Verband Automotive thüringen, der insgesamt 118 Unternehmen der Branche vertritt, macht zudem auf regionale Ungleichheiten aufmerksam. Da Thüringen in besonderem Maße von der Trassenführung neuer Stromleitungen betroffen ist, fallen die Netzentgelte hier im Vergleich zu anderen Regionen oft höher aus. Dies führe zu einer Wettbewerbsverzerrung zu Lasten der heimischen Betriebe.
Planungssicherheit für langfristige Investitionen
Rico Chmelik, Geschäftsführer von Automotive thüringen, betonte die Notwendigkeit stabiler Rahmenbedingungen. Da Investitionen in der Automobilbranche typischerweise einen Planungshorizont von 10 bis 20 Jahren umfassen, seien die Unternehmen auf verlässliche Aussagen zur Kostenentwicklung angewiesen.
Die Netz- und Infrastrukturkosten in der Automobilzulieferindustrie sind zuletzt deutlich gestiegen — obwohl der Stromverbrauch in den Betrieben faktisch gesunken ist. Wer jetzt Investitionsentscheidungen mit 10- bis 20-jährigem Horizont treffen muss, braucht belastbare Antworten zur Kostenentwicklung. Unser kostenloser Report bündelt die wichtigsten Optimierungs-Hebel und Entlastungswege. Jetzt kostenlosen Standortkosten-Report anfordern
Ohne eine entsprechende Planungssicherheit werde es für die Zulieferer zunehmend schwierig, notwendige Modernisierungen an den Thüringer Standorten vorzunehmen.
Flankiert werden die Forderungen der Wirtschaft durch die Thüringer Landespolitik. Energieminister Tilo Kummer sprach sich in diesem Zusammenhang dafür aus, die Stromsteuer auf das nach EU-Recht zulässige Mindestmaß abzusenken. Ziel müsse es sein, die Gesamtbelastung der Industrie bei den Energiekosten spürbar zu reduzieren.
Bundesweite Belastung des Mittelstandes
Die Sorgen der Thüringer Unternehmen spiegeln sich auch in bundesweiten Erhebungen wider. Laut Daten des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) fühlen sich derzeit rund 50 Prozent der mittelständischen Automobilunternehmen stark oder sehr stark durch die herrschenden Stromkosten belastet. Der VDA unterstützt daher die Forderungen nach einer Entlastung und fordert eine gesicherte Netzentgelt-Finanzierung über das Jahr 2026 hinaus.
Rund 50 Prozent der mittelständischen Automobilunternehmen fühlen sich laut VDA stark oder sehr stark durch die Stromkosten belastet — und die Netzentgelt-Finanzierung ist bislang nur bis 2026 gesichert. Wer seinen Standort halten will, muss die eigene Kostenstruktur jetzt prüfen, statt auf politische Korrekturen zu warten. Unser Leitfaden zeigt, welche Stellschrauben Sie heute selbst drehen können. 5-Schritte-Checkliste zur Standortkosten-Sicherung jetzt abrufen
Die IHK Südthüringen und Automotive thüringen erhöhen gemeinsam den Druck auf die Bundespolitik, um eine schnelle Umsetzung dieser Maßnahmen zu erreichen. Neben der Senkung der Netzentgelte fordern sie eine generelle Entlastung bei den Energiesteuern.
Die Wettbewerbsfähigkeit zahlreicher Industriebetriebe leide massiv unter den hohen Energie- und Netzkosten, was ohne politische Korrekturen langfristige Folgen für die Beschäftigung und die Wirtschaftsstruktur in der Region haben könne.
