Next-11 LĂ€nderportrait: Indonesien (2)
Veröffentlicht: 15.08.2007 um 18:09 Uhr, Redaktion AD HOC NEWS, Redaktionelle Verantwortung: Rafael MĂŒller (Chefredaktion)
Die âNext-11â sind ein Konzept, das von dem Emerging-Markets-Experten Jim OÂŽ Neill von Goldman Sachs entwickelt worden ist. Es handelt sich um elf LĂ€nder, die derzeit noch als exotische AnlageplĂ€tze gelten, aber in KĂŒrze den Sprung nach vorn schaffen können. OÂŽNeill hat bereits mit seinem âBRIC-Konzeptâ (Brasilien, Russland, Indien, China) Furore gemacht, das den Anlegern in den vergangenen Jahren enorme Gewinne beschert hat.
Im S-BOX N-11 Index der Börse Stuttgart befinden sich die acht interessantesten LĂ€nderindizes aus den Next-11. Die Deutsche Bank hat auf diesen Index ein Kapitalschutz-Zertifikat aufgelegt (WKN: DB3N11). Gerade jetzt - in unseren schwierigen Börsenzeiten - stellt es ein optimales Instrument dar, um völlig risikolos in hochinteressante WachstumsmĂ€rkte zu investieren. Das Papier ist auch fĂŒr konservative Investoren absolut geeignet. Zum Ende der Laufzeit am 16. Juli 2012 werden pro Zertifikat garantiert 100 Euro ausbezahlt. Die Partizipationsrate liegt bei 55 Prozent.
EMFIS stellt in dieser Kolumnen-Reihe jeweils eines der acht aufstrebenden LĂ€nder vor, die im S-BOX N-11 enthalten sind.
Teil II: Indonesien
Indonesien ist mit einer Bevölkerung von 225 Millionen das nach Einwohnern viertgröĂte Land der Welt. Der Inselstaat hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. In den letzten Jahren wurden aber politisch wie ökonomisch enorme Fortschritte erzielt. Nach dem Sturz Suhartos im Jahr 1998 ist die internationale Reputation Indonesiens stark gestiegen. Seit den Wahlen 2004 wird das dortige Staatssystem allgemein als Demokratie anerkannt.
Die jĂŒngsten volkswirtschaftlichen Daten zeigen, dass sich Indonesiens Wirtschaftswachstum weiter beschleunigt. Im zweiten Quartal hat es bei 6,3 Prozent gelegen. Der Wirtschaftsboom wird von einer starken Exportwirtschaft, aber mehr und mehr auch vom Binnenkonsum getragen. Letzterer wurde besonders durch die insgesamt fĂŒnf Leitzinssenkungen stimuliert, die in diesem Jahr stattgefunden haben. Indonesiens Leitzins liegt derzeit bei 8,25 Prozent. Ăkonomen sehen hier noch etlichen Spielraum fĂŒr weitere Lockerungen.
In den ersten fĂŒnf Monaten des Jahres sind die Investitionen der Privatwirtschaft um 78 Prozent nach oben geschossen. Die örtlichen Konzerne und MittelstĂ€ndler wollen sĂ€mtlich von der boomenden Binnenwirtschaft Indonesiens profitieren und weiten dafĂŒr ihre KapazitĂ€ten deutlich aus. Im Juli ist dort allein die Zement-Nachfrage um 11 Prozent gestiegen. Bei MotorrĂ€dern ergab sich ein landesweites Umsatzplus von 13 Prozent. Der Kfz-Absatz wuchs sogar um satte 60 Prozent auf knapp 113.000 Fahrzeuge an.
Gleichzeitig verbesserten sich die Exporte im Juni auf Jahressicht um 9,8 Prozent. Dazu trug unter anderem der Rohstoffreichtum des Landes bei. So ist Indonesien heute der weltweit gröĂte Exporteur von Palmöl und von Kohle. Die Preise fĂŒr diese beiden Rohstoffe liegen derzeit auf rekordverdĂ€chtig hohem Niveau.
Auch der AuĂenwert der LandeswĂ€hrung sollte den Export-Erfolgen vorerst nicht im Wege stehen. Wegen der Leitzinssenkungen ist der Wert der Rupie gegenĂŒber dem Dollar im Juni um 3,4 Prozent gefallen. Gleichzeitig kann das Land immer mehr Direktinvestitionen aus dem Ausland auf sich ziehen. Hier ergab sich in den ersten fĂŒnf Monaten des Jahres ein Zuwachs um 19 Prozent auf 3,7 Milliarden Dollar.
Auch der bekannte Ăkonom und NobelpreistrĂ€ger Joseph E. Stiglitz ist von den positiven Wachstumsaussichten Indonesiens ĂŒberzeugt. Zwar, so Stiglitz, weise das Land noch nicht so hohe Wachstumsraten wie etwa China und Indien auf. Dies sei aber fĂŒr die Zukunft durchaus denkbar. Indonesien habe in den vergangenen Jahren durchgĂ€ngig ein stabiles Wachstum von 5 bis 6 Prozent pro Jahr erzielt. Es gebe deshalb keinerlei Grund, dass das Land nicht die nĂ€chste HĂŒrde nehmen und bald zu China und Indien aufschlieĂen werde.
Der S-BOX N-11 Index enthĂ€lt die Indizes von acht besonders aussichtsreichen LĂ€ndern aus der Gruppe der Next-11. Diese werden hauptsĂ€chlich anhand der Wachstumsprognosen des IWF ausgewĂ€hlt und gewichtet. Derzeit sind folgende LĂ€nder enthalten: Vietnam (vorlĂ€ufige Gewichtung: 17,51 Prozent), Pakistan (16,13 Prozent), Indonesien (13,83 Prozent), Ăgypten (12,90 Prozent), die Philippinen (12,45 Prozent), die TĂŒrkei (11,52 Prozent), Mexiko (8,06 Prozent) und SĂŒdkorea (7,6 Prozent).
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