Next-11, LĂ€nderportrait

Next-11 LĂ€nderportrait: SĂŒdkorea (6)

Veröffentlicht: 28.08.2007 um 16:55 Uhr, Redaktion AD HOC NEWS, Redaktionelle Verantwortung: Rafael MĂŒller (Chefredaktion)

Die „Next-11“ sind ein Konzept, das von dem Emerging-Markets-Experten Jim OÂŽ Neill von Goldman Sachs entwickelt worden ist. Es handelt sich um elf LĂ€nder, die derzeit noch als exotische AnlageplĂ€tze gelten, aber in KĂŒrze den Sprung nach vorn schaffen können. OÂŽNeill hat bereits mit seinem „BRIC-Konzept“ (Brasilien, Russland, Indien, China) Furore gemacht, das den Anlegern in den vergangenen Jahren enorme Gewinne beschert hat. Im S-BOX N-11 Index der Börse Stuttgart befinden sich die acht interessantesten LĂ€nderindizes aus den Next-11. Die Deutsche Bank hat auf diesen Index ein Kapitalschutz-Zertifikat aufgelegt (WKN: DB3N11). Gerade jetzt - in unseren schwierigen Börsenzeiten - stellt es ein optimales Instrument dar, um völlig risikolos in hochinteressante WachstumsmĂ€rkte zu investieren. Das Papier ist auch fĂŒr konservative Investoren absolut geeignet. Zum Ende der Laufzeit am 16. Juli 2012 werden pro Zertifikat garantiert 100 Euro ausbezahlt. Die Partizipationsrate liegt bei 55 Prozent. EMFIS stellt in dieser Kolumnen-Reihe jeweils eines der acht aufstrebenden LĂ€nder vor, die im S-BOX N-11 enthalten sind. Teil VI: SĂŒdkorea SĂŒdkorea kann im Grunde nicht mehr als „NachzĂŒgler-Wirtschaftsnation“ bezeichnet werden. Das Land hat in der zweiten HĂ€lfte des vergangenen Jahrhunderts eine fast beispiellosen Entwicklung vollzogen. Ehemals bettelarm, und zusĂ€tzlich im Korea-Krieg in den 50er Jahren nahezu zerstört, zĂ€hlt es heute zu den bedeutendsten Industrienationen im asiatischen Raum und ist dort inzwischen die drittgrĂ¶ĂŸte Volkswirtschaft. Das Durchschnitteinkommen lag 2006 bei ĂŒber 18.000 Dollar pro Jahr und entsprach damit dem Niveau zahlreicher europĂ€ischer LĂ€nder. Hauptgrundlage dieses Aufstiegs war zunĂ€chst das Chaebol-System. Darunter versteht man den Aufbau gigantischer diversifizierter Industrieunternehmen unter privater FĂŒhrung, aber mit betrĂ€chtlicher finanzieller UnterstĂŒtzung des Staates. Gleichzeitig war man innerhalb dieses Systems sehr bemĂŒht, vor allem in zukunftstrĂ€chtige SchlĂŒsselindustrien zu investieren. Diese Strategie hat sich bezahlt gemacht. Heute ist Korea nahezu ausschließlich ein Exporteur hochwertiger Elektronik- und IndustriegĂŒter. Einen RĂŒckschlag in der wirtschaftlichen Entwicklung stellte die Asienkrise der Jahre 1997/1998 dar. In dieser Zeit wurden auch die Schattenseiten des koreanischen Chaebol-Systems offenkundig. Dazu zĂ€hlten der hohe Zentralisierungsgrad, die Überverschuldung der Konzerne und fehlende Wettbewerbsstrukturen. Aus den Fehlern der Vergangenheit wurde aber gelernt; das Land hat daraufhin umfangreiche und teils sehr schmerzhaften Reformschritte durchgefĂŒhrt. In zahlreichen Branchen wie der Halbleiterindustrie (Samsung, Hynix Semiconductor), im Schiffsbau (Hyundai Heavy Industries, Samsung Heavy Industries) und in der Autoindustrie (Hyundai Motor, Kia Motors) gehört das Land international zu den wichtigsten Anbietern. Im Milliarden-Dollar-Markt Unterhaltungselektronik wiederum konnte sich Korea erfolgreich der Dominanz des benachbarten Wirtschaftsriesen Japan widersetzen. Im Export tritt die internationale KonkurrenzfĂ€higkeit koreanischer Produkte besonders deutlich zutage. Dieser hat im bisherigen Jahresverlauf erneut Wachstumsraten oberhalb von 15 Prozent erzielt. Dabei ist SĂŒdkorea beileibe kein Billiglohnland mehr. Daneben haben sowohl steigende Preise fĂŒr Rohstoffe als auch der gestiegene Außenwert des koreanischen Won diese Entwicklung nicht aufhalten können. Die Gesamtwirtschaft dĂŒrfte 2007 um weitere 4,6 Prozent wachsen. FĂŒr ein wirtschaftlich derart stark fortgeschrittenes Land ist ein solches Wachstum, wie es in Korea dauerhaft erzielt wird, durchaus außergewöhnlich. Vergleichbare LĂ€nder in Europa können von derartigen Zuwachsraten meist nur trĂ€umen. Die Inflationsrate lag hingegen im Juni auf Jahressicht bei sehr moderaten 2,5 Prozent. Zugleich gilt die Bank of Korea als konservativ und stabilitĂ€tsorientiert. Die fulminante Erholung, die in Korea nach der Asien-Krise eingetreten ist, zeigt deutlich, dass das Land aus dieser der schweren Krise gestĂ€rkt hervorgegangen ist. Korea ist auf dem besten Wege, zu einer der bedeutendsten Industrienationen zu werden und damit vom gesamtasiatischen Boom ganz besonders zu profitieren. Der S-BOX N-11 Index enthĂ€lt die Indizes von acht besonders aussichtsreichen LĂ€ndern aus der Gruppe der Next-11. Diese werden hauptsĂ€chlich anhand der Wachstumsprognosen des IWF ausgewĂ€hlt und gewichtet. Derzeit sind folgende LĂ€nder enthalten: Vietnam (vorlĂ€ufige Gewichtung: 17,51 Prozent), Pakistan (16,13 Prozent), Indonesien (13,83 Prozent), Ägypten (12,90 Prozent), die Philippinen (12,45 Prozent), die TĂŒrkei (11,52 Prozent), Mexiko (8,06 Prozent) und SĂŒdkorea (7,6 Prozent). Lesen sie zu diesem Thema auch: Next-11 LĂ€nderportrait: Ägypten (1) Next-11 LĂ€nderportrait: Indonesien (2) Next-11 LĂ€nderportrait: Mexiko (3) Next-11 LĂ€nderportrait: Pakistan (4) Next-11 LĂ€nderportrait: Philippinen (5) Pakistan – Vietnam – TĂŒrkei: MĂ€rkte ohne Risiko

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und MĂ€rkten ohne GewĂ€hr; Änderungen jederzeit möglich. BörsengeschĂ€fte können zu hohen Verlusten fĂŒhren. Unsere BeitrĂ€ge werden ganz oder teilweise automatisiert mit UnterstĂŒtzung von AI erstellt und geprĂŒft.

de | wirtschaft | 13042656 |