Next-11 LĂ€nderportrait: Vietnam (7)
Veröffentlicht: 29.08.2007 um 17:20 Uhr, Redaktion AD HOC NEWS, Redaktionelle Verantwortung: Rafael MĂŒller (Chefredaktion)
Die âNext-11â sind ein Konzept, das von dem Emerging-Markets-Experten Jim OÂŽ Neill von Goldman Sachs entwickelt worden ist. Es handelt sich um elf LĂ€nder, die derzeit noch als exotische AnlageplĂ€tze gelten, aber in KĂŒrze den Sprung nach vorn schaffen können. OÂŽNeill hat bereits mit seinem âBRIC-Konzeptâ (Brasilien, Russland, Indien, China) Furore gemacht, das den Anlegern in den vergangenen Jahren enorme Gewinne beschert hat.
Im S-BOX N-11 Index der Börse Stuttgart befinden sich die acht interessantesten LĂ€nderindizes aus den Next-11. Die Deutsche Bank hat auf diesen Index ein Kapitalschutz-Zertifikat aufgelegt (WKN: DB3N11). Gerade jetzt - in unseren schwierigen Börsenzeiten - stellt es ein optimales Instrument dar, um völlig risikolos in hochinteressante WachstumsmĂ€rkte zu investieren. Das Papier ist auch fĂŒr konservative Investoren absolut geeignet. Zum Ende der Laufzeit am 16. Juli 2012 werden pro Zertifikat garantiert 100 Euro ausbezahlt. Die Partizipationsrate liegt bei 55 Prozent.
EMFIS stellt in dieser Kolumnen-Reihe jeweils eines der acht aufstrebenden LĂ€nder vor, die im S-BOX N-11 enthalten sind.
Teil VII: Vietnam
Vietnam ist im Universum der âNext-11â sicherlich eine der faszinierendsten Nationen. Börse und KapitalmĂ€rkte des Landes stecken noch in den Kinderschuhen, ein betrĂ€chtlicher Teil des Wirtschaftslebens wird auĂerdem noch von groĂen Staatskonzernen dominiert. Vorausschauenden Anlegern bietet das Land aber die Möglichkeit, bei einer der schillerndsten Wachstums-Storys in Fernost gewissermaĂen von der ersten Stunde an dabei zu sein.
Vietnam ist â vergleichbar zu China â formell immer noch ein kommunistisches Land. Die regierende kommunistische Partei hat aber 1986 einen groĂen Reformschritt vollzogen und die Wende zur Marktwirtschaft gewagt. In den letzten Jahren haben sich diese ReformbemĂŒhungen nochmals stark beschleunigt. Rund 2000 Betriebe wurden in dieser Zeit privatisiert. Bis 2010 will sich die Regierung sĂ€mtlicher Staatsunternehmen entledigt haben. Dies stellt einen gewaltigen Kraftakt dar.
Ein entscheidender Fortschritt war die Aussöhnung des Landes mit dem ehemaligen Kriegsgegner USA. Nachdem die Vereinigten Staaten 1993 ihre Wirtschaftssanktionen aufgehoben hatten, schaffte das Land auf Anhieb jĂ€hrliche Wachstumsraten von ĂŒber 10 Prozent. Auch heute noch liegt das Wirtschaftswachstum bei durchschnittlich 7 bis 8 Prozent pro Jahr. Nach China ist Vietnam damit die am zweitschnellsten wachsende Volkswirtschaft Asiens. Zudem ist dieses Wachstum trotz globaler Irritationen auch in den 90er Jahren konstant hoch geblieben.
Der wichtigste Wachstumsfaktor sind offensichtlich die hohen Investitionen aus dem Ausland. Vietnams Wirtschaft wird 2007 erneut rund 11 Milliarden Dollar auslĂ€ndisches Kapital auf sich ziehen. Damit lag die Auslands-Investitionsquote pro Kopf bereits deutlich höher als etwa in China oder Indien. Das Land profitiert dabei nach wie vor von seinem enorm niedrigen Lohnniveau. Selbst in China sind die bezahlten Durchschnittslöhne inzwischen fast doppelt so hoch. Vietnam wird somit fĂŒr Produzenten, die auf niedrige LohnstĂŒckkosten angewiesen sind, immer interessanter. Zudem wollen sich viele Auslandsfirmen mit dem Schritt nach Vietnam aus einer einseitigen AbhĂ€ngigkeit vom Standort China befreien.
66 Prozent der Wirtschaftsleistung werden im Export erzielt. Vietnams Exportwunder basiert auf den genannten niedrigen Lohnkosten und hohen Investitionen in Anlagen zur Massenfertigung von Gebrauchsartikeln. So ist dass Land bereits WeltmarktfĂŒhrer bei Markenschuhen. Daneben fand auch in der Landwirtschaft eine starke Exportorientierung statt. Vietnam ist heute bereits der zweitgröĂte Exporteur von Kaffee und Reis. Die Ausfuhr von Kaffee stieg zwischen 1997 und 2001 um 100 Prozent; bei Kautschuk wurde ein Zuwachs von 61 Prozent und bei Pfeffer sogar von 338 Prozent erreicht. Die Einbindung in die Welthandelorganisation dĂŒrfte sowohl den Exporten als auch den KapitalzuflĂŒssen aus dem Ausland nochmals betrĂ€chtlichen Schub verleihen.
Der S-BOX N-11 Index enthĂ€lt die Indizes von acht besonders aussichtsreichen LĂ€ndern aus der Gruppe der Next-11. Diese werden hauptsĂ€chlich anhand der Wachstumsprognosen des IWF ausgewĂ€hlt und gewichtet. Derzeit sind folgende LĂ€nder enthalten: Vietnam (vorlĂ€ufige Gewichtung: 17,51 Prozent), Pakistan (16,13 Prozent), Indonesien (13,83 Prozent), Ăgypten (12,90 Prozent), die Philippinen (12,45 Prozent), die TĂŒrkei (11,52 Prozent), Mexiko (8,06 Prozent) und SĂŒdkorea (7,6 Prozent).
Lesen sie zu diesem Thema auch:
Next-11 LĂ€nderportrait: Ăgypten (1)
Next-11 LĂ€nderportrait: Indonesien (2)
Next-11 LĂ€nderportrait: Mexiko (3)
Next-11 LĂ€nderportrait: Pakistan (4)
Next-11 LĂ€nderportrait: Philippinen (5)
Next-11 LĂ€nderportrait: SĂŒdkorea (6)
Pakistan â Vietnam â TĂŒrkei: MĂ€rkte ohne Risiko
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