NIS2-Compliance, Betriebe

NIS2-Compliance: 29.500 Betriebe suchen Sicherheitsexperten

Veröffentlicht am: 02.08.2026 um 17:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die NIS2-Richtlinie erhöht die Zahl betroffener Firmen auf rund 29.500. Der Bedarf an qualifizierten IT-Sicherheitskräften steigt rasant, während Weiterbildungen und Zertifikate boomen.

NIS2-Richtlinie: Personalmangel bei IT-Sicherheitsbeauftragten treibt Gehälter
Modernes Cyber-Sicherheitszentrum mit digitaler Netzwerkgrafik und professioneller Lichtstimmung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Seit dem 6. Dezember 2025 gilt die NIS2-Richtlinie. Die Zahl der betroffenen Betriebe stieg von rund 4.500 auf etwa 29.500 Unternehmen aus 18 Sektoren. Für viele Firmen wird die Besetzung von Sicherheitspositionen damit zur Chefsache – nicht zuletzt wegen drohender Bußgelder und persönlicher Haftung der Geschäftsführung.

Haftungsrisiken treiben den Personalbedarf

Die wirtschaftlichen Folgen bei Verstößen sind erheblich. Besonders wichtige Einrichtungen riskieren Bußgelder bis zu 10 Millionen Euro oder zwei Prozent des weltweiten Umsatzes. Andere wichtige Einrichtungen zahlen bis zu 7 Millionen Euro oder 1,4 Prozent ihres Umsatzes.

Die Registrierungsfrist beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) endete bereits am 6. März 2026. Jetzt müssen Unternehmen die geforderten Sicherheitskonzepte personell absichern – inklusive technischer Schutzmaßnahmen, kontinuierlicher Überwachung und Meldung von Vorfällen. Wer die Anforderungen nicht erfüllt, haftet persönlich.

Gefragt: ISO-27001-Kenntnisse und Projektmanagement

Der Arbeitsmarkt reagiert: Ende Juli suchte ein Unternehmen eine stellvertretende Informationssicherheitsbeauftragte. Gefordert sind Erfahrung in der Informationssicherheit, Kenntnisse der Norm ISO/IEC 27001 und Zertifizierungen im Projektmanagement.

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Die Aufgaben sind vielfältig: Steuerung von Sicherheitsprozessen im Homeoffice, Einhaltung von Compliance-Richtlinien und Koordination technischer Teams. Flexible Arbeitszeiten und Remote-Arbeit sind in diesem Segment längst Standard, um dem Expertenmangel zu begegnen.

Zertifizierte Lehrgänge schließen die Lücke

Weiterbildungen gewinnen an Bedeutung – oft gefördert über Bildungsgutscheine. Die Kurse starten Anfang August und decken ein breites Spektrum ab:

  • IT-Security-Beauftragte: Zwölf Wochen Vollzeit, Abschlussprüfung durch den TÜV Rheinland. Inhalte: Netzwerksicherheit, Risikoanalyse, Sicherheitskonzepte.
  • Technische Administration: Spezialisierungen auf CCNA- oder CompTIA-Security+-Niveau (Version SY0-701) bereiten auf die Absicherung von Netzwerken vor. Für tiefere Bedrohungsanalyse gibt es den Kurs zum IT-Cybersecurity-Analyst (CompTIA CySA+).
  • Management-Frameworks: Viele Lehrgänge kombinieren Sicherheitsexpertise mit PRINCE2 (Version 7), ITIL (Version 5) oder Scrum (PSM I).

Die Dauer variiert zwischen vier und zwölf Wochen. Voraussetzungen sind Netzwerkgrundkenntnisse und gute Englischkenntnisse – viele internationale Prüfungen laufen auf Englisch.

KI wird Teil der Sicherheitsausbildung

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Ein neuer Trend: KI-Module in der Sicherheitsqualifizierung. Moderne Lehrgänge vermitteln nicht nur die Abwehr KI-gestützter Angriffe, sondern auch den strategischen Einsatz von KI-Tools zur Erkennung von Anomalien in Netzwerken.

Dabei spielen rechtliche Rahmenbedingungen eine zentrale Rolle. Der EU AI Act und die DSGVO müssen bei der Implementierung von KI-Systemen in die Unternehmenssicherheit zwingend berücksichtigt werden.

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