NIS2, DORA und IEC 62443: WALLIX und Deloitte bündeln Cyberabwehr
Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 21:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der europäische Cybersicherheitsanbieter WALLIX hat Deloitte Deutschland in sein globales Allianzprogramm für Systemintegratoren aufgenommen. Wie aus einem Unternehmensbericht vom 24. September 2026 hervorgeht, zielt die Kooperation im Rahmen des Programms WALLIX Global GSI Alliances vor allem auf Industrieunternehmen, Betreiber kritischer Infrastrukturen (KRITIS) sowie Einrichtungen des öffentlichen Sektors ab.
Im Mittelpunkt stehen dabei Lösungen zur Einhaltung strenger regulatorischer Vorgaben wie der europäischen NIS2-Richtlinie, des Digital Operational Resilience Act (DORA) und des Industriestandards IEC 62443.
Praktische Anwendung im Düsseldorfer Smart Factory Lab
Ein zentraler Bestandteil der Zusammenarbeit umfasst gemeinsame Praxisszenarien, die im Smart Factory Lab von Deloitte in Düsseldorf umgesetzt werden. In diesem Umfeld demonstrieren die Partner den Schutz betrieblicher Technologieumgebungen (Operational Technology, OT) sowie den Aufbau einer durchgängigen Identity & Access Governance.
Durch die Verzahnung von Zugriffsmanagement und industriellen Steuerungssystemen sollen Unternehmen lernen, privilegierte Zugänge transparent zu überwachen und unbefugte Eingriffe in vernetzte Produktionsanlagen wirksam zu unterbinden.
Die Integration von Privileged Access Management (PAM) in industrielle Steuerungsumgebungen gewinnt zunehmend an Bedeutung, da Produktionsnetzwerke immer stärker mit der klassischen Unternehmens-IT verknüpft werden. Im Düsseldorfer Reallabor wird erprobt, wie administrative Rechte und Zugriffe für interne Spezialisten sowie externe Dienstleister granular vergeben, nachvollziehbar dokumentiert und im Notfall unverzüglich isoliert werden können.
Regulatorischer Druck durch NIS2, DORA und IEC 62443
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Hintergrund der Allianz sind die rasant wachsenden Anforderungen an die Cyber-Resilienz und Nachweispflichten in regulierten Branchen. Richtlinien wie NIS2 und DORA verpflichten Organisationen zu umfassenden Risikomanagementmaßnahmen, klaren Meldewegen bei Sicherheitsvorfällen und einer lückenlosen Absicherung aller administrativen Benutzerkonten.
Für Industrieunternehmen definiert zudem die internationale Norm IEC 62443 verbindliche technische und organisatorische Sicherheitsstufen für vernetzte Fertigungssysteme.
Die Partnerschaft bündelt die jeweiligen Stärken beider Häuser: Während WALLIX die technologische Basis liefert, steuert Deloitte die Beratung und Implementierungsexpertise bei. Deloitte ist in mehr als 150 Ländern präsent und betreut nach Unternehmensangaben nahezu 90 Prozent der Unternehmen aus den Fortune Global 500.
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Europäische Resilienz und zertifizierte Sicherheitsstandards
WALLIX, an der Börse Euronext unter dem Ticker ALLIX gelistet, ist seit 2015 börsennotiert und schützt mit seinen Sicherheitslösungen weltweit mehr als 4.000 Organisationen. Das Unternehmen verfügt über Zertifizierungen des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), was insbesondere für deutsche KRITIS-Betreiber und Behörden eine wesentliche Voraussetzung bei Beschaffungsprozessen darstellt.
Jean-Noël de Galzain, Chief Executive Officer von WALLIX, hob in diesem Zusammenhang hervor, wie entscheidend ein dezidiert europäischer Ansatz für Resilienz, Compliance und digitale Souveränität sei.
Vor allem für Einrichtungen der öffentlichen Verwaltung und kritische Versorgungsstrukturen bietet die Zusammenarbeit eine Perspektive, um technologische Abhängigkeiten zu verringern und zugleich internationalen Sicherheitsanforderungen nachweisbar gerecht zu werden.
