NIS2-Gesetz, Firmen

NIS2-Gesetz: 30.000 Firmen zahlen bis 20 Millionen Euro Strafe

31.05.2026 - 09:19:10 | boerse-global.de

Deutsche Unternehmen stehen vor verschärften Regeln bei Arbeitssicherheit und IT-Schutz. NIS2-Gesetz erweitert den Kreis der Betroffenen massiv.

NIS2-Gesetz: 30.000 Firmen zahlen bis 20 Millionen Euro Strafe - Foto: über boerse-global.de
NIS2-Gesetz: 30.000 Firmen zahlen bis 20 Millionen Euro Strafe - Foto: über boerse-global.de

Gleich mehrere neue Regelungen und Schulungspflichten treten in Kraft – mit teils drastischen Strafen bei Verstößen. Das betrifft nicht nur Großkonzerne, sondern zunehmend auch den Mittelstand.

BAuA veröffentlicht neues Handbuch zur Gefährdungsbeurteilung

Das Bundesinstitut für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hat im Mai 2026 ein neues Handbuch zur Gefährdungsbeurteilung vorgelegt. Das Werk ersetzt die bisherige Ausgabe und gliedert sich in drei Teile: Grundlagen, Gefährdungsfaktoren sowie praktische Handlungshilfen.

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Das Handbuch dient als zentrale Orientierungshilfe für die Umsetzung des Arbeitsschutzgesetzes (ArbSchG), das seit 1996 in Kraft ist. Mit aktualisierten Prozessschritten und methodischer Unterstützung will die BAuA Unternehmen helfen, Gefahren am Arbeitsplatz systematischer zu erkennen und zu beseitigen.

NIS2: Management haftet persönlich für Cybersicherheit

Die digitale Bedrohungslage hat neue gesetzliche Konsequenzen. Seit dem 6. Dezember 2025 gilt das NIS2-Umsetzungsgesetz (NIS2UmsuCG) – und die Zahl der betroffenen Organisationen ist explodiert. Waren es zuvor rund 4.500 Einrichtungen, müssen nun schätzungsweise 29.500 bis 30.000 Unternehmen strengere Auflagen erfüllen.

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Besonders brisant: Die Geschäftsführung ist persönlich in der Pflicht. Führungskräfte müssen alle drei Jahre eine Cybersicherheitsschulung absolvieren, die in der Regel etwa vier Stunden umfasst. Die Anmeldefrist endete bereits am 6. Januar 2026.

Wer die Vorgaben ignoriert, riskiert empfindliche Strafen. Die Aufsichtsbehörden können Bußgelder von bis zu 20 Millionen Euro oder zwei Prozent des weltweiten Jahresumsatzes verhängen. Für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) belaufen sich die geschätzten jährlichen Compliance-Kosten auf rund 86.000 Euro.

Neue Seminarreihe für Flurförderzeuge startet im Juli

Der Verband für Technisches Gebäudemanagement (DGWZ) erweitert sein Schulungsangebot. Ab Juli 2026 startet eine neue zweitägige Seminarreihe für Industriefahrzeuge. Die Kurse sind sowohl online als auch in Präsenz buchbar und qualifizieren Teilnehmer als befähigte Personen zur Prüfung von Geräten gemäß DGUV Vorschrift 68.

Termine sind für Juli und September online vorgesehen, eine Präsenzveranstaltung findet Anfang November 2026 in Frankfurt statt.

Praxisnahe Sicherheitsunterweisungen bleiben Standard

Die betriebliche Sicherheitskultur lebt von regelmäßiger Praxis. Ende Mai 2026 führte das Team der immoTec Deggendorf seine jährliche Sicherheitsunterweisung durch – mit den Schwerpunkten Brandschutz, Erste Hilfe, persönliche Schutzausrüstung (PSA) und Leiternsicherheit.

Das Diak Klinikum hat für den 16. September 2026 eine Sicherheitsschulung für Gabelstaplerfahrer angesetzt, die sich auf die BGV D27-Vorschriften konzentriert.

Bei der persönlichen Schutzausrüstung gegen Absturz (PSAgA) gilt weiterhin der Grundsatz: Kollektivschutz wie Gerüste hat Vorrang vor individuellen Maßnahmen. Die Verfahren sind in den DGUV Regeln 112-198 und 112-199 festgelegt.

Neue Erste-Hilfe-Schule in Dortmund eröffnet

Die Notfallinfrastruktur wächst. Am 2. Juni 2026 eröffnet in Dortmund eine neue Erste-Hilfe-Schule, unterstützt durch einen städtischen Mietfonds. Die Einrichtung bietet Kurse in Erster Hilfe und Brandschutzhilfe an.

Wie wichtig fundierte Ausbildung ist, zeigt ein Blick nach Wien. Beim Wiener Berufsrettungsdienst haben 93 Prozent der 870 Rettungssanitäter den Status Notfallsanitäter erreicht, 43 Prozent sogar die höchste Qualifikationsstufe (NKI). Die intensive Simulationsausbildung wird als Grund für die niedrige Fluktuationsrate von nur zwei Prozent im vergangenen Jahr genannt.

Großübung in Borna: 50 Verletzte simuliert

Die Behörden testen regelmäßig die regionale Notfallbereitschaft. Am 30. Mai 2026 führten Rettungskräfte in Borna (Sachsen) eine großangelegte MANV-Übung (Massenanfall von Verletzten) durch – simuliert wurde ein Angriff mit 50 Verletzten.

Eine weitere Übung ist für den 6. Juni 2026 am Flughafen Lübeck-Blankensee geplant. Über 350 Teilnehmer werden dort einen simulierten Tanklaster-Unfall bewältigen. Wissenschaftler begleiten die Übung mit Eye-Tracking und Drohnen, um die Reaktionszeiten und Effizienz der Einsatzkräfte zu analysieren.

Brandschutz: Regelmäßige Kontrollen in NRW

Im Bereich des vorbeugenden Brandschutzes gelten in Nordrhein-Westfalen strenge Regeln. Im Kreis Warendorf müssen Krankenhäuser, Pflegeheime, Schulen und Industrieanlagen mindestens alle sechs Jahre einer Brandschutzprüfung unterzogen werden.

Auch die technischen Standards entwickeln sich weiter. Der ZVEI hat die siebte Auflage seines Whitepapers zu Brandschutzkabeln veröffentlicht. Seit dem 1. Juli 2017 gelten diese Kabel als Bauprodukte im Sinne der Bauproduktenverordnung und müssen harmonisierte Prüfverfahren erfüllen – ein wichtiger Beitrag zur Gebäudesicherheit.

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