NIS2-Richtlinie, Bußgelder

NIS2-Richtlinie: Bußgelder bis 10 Millionen für 30.000 Unternehmen

30.06.2026 - 23:28:25 | boerse-global.de

Unternehmen forcieren digitale Personalprozesse gegen Fachkräftemangel. SAP startet KI-gestützte Recruiting-Lösung, neue Gesetze treiben Identitätsmanagement.

Digitale HR-Prozesse: SAPs neue Recruiting-Lösung und KI-Trends
NIS2-Richtlinie - Ein stilisiertes, leuchtendes neuronales Netz oder digitales Workflow-Diagramm überlagert eine Gruppe von Geschäftsleuten in einem modernen Büro. 30.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der Fachkräftemangel und neue Sicherheitsanforderungen zwingen Organisationen zum Umdenken. Besonders das Onboarding und Identitätsmanagement stehen im Fokus.

SAP startet optimierte Recruiting-Lösung

Der Softwarekonzern SAP plant für September 2026 den globalen Produktivstart einer neuen Recruiting-Lösung. Nach der Übernahme des Spezialisten SmartRecruiters im September 2025 wird das System in die SuccessFactors-Umgebung integriert. SAP stellt jährlich zwischen 20.000 und 25.000 neue Mitarbeiter in 160 Ländern ein. Der KI-Agent Winston soll Bewerber während des Prozesses unterstützen.

Auch in der Cloud-Infrastruktur tut sich etwas: Nokia hat eine mehrjährige Vereinbarung mit SAP und Microsoft unterzeichnet. Der Konzern migriert seine SAP-Landschaft auf S/4HANA in die Azure-Cloud. KI-Funktionen werden schrittweise eingeführt.

KI revolutioniert Software-Entwicklung

In der IT-Entwicklung zeichnet sich ein echter Paradigmenwechsel ab. Der Dienstleister Appsfactory hat den klassischen Software Development Lifecycle durch einen KI-gestützten Prozess ersetzt. Das Ergebnis spricht für sich: In einem FinTech-Projekt sank die Zeit von der Planung bis zur Marktreife von 24 Personenwochen auf zwei Wochen.

Parallel dazu rückt die Effizienz im Service-Management in den Fokus. Der Anbieter Matrix42 startet im Juli und August 2026 eine Webinar-Reihe zur Automatisierung von End-to-End-Prozessen. Ziel: ITSM- und ESM-Strukturen durch KI-Dokumentation zukunftsfähig machen.

eIDAS und NIS2 treiben Identitätsmanagement

Die Sicherheit digitaler Verträge gewinnt rasant an Bedeutung. Laut Bitkom-Studie sind 87 Prozent der deutschen Unternehmen von Cybervorfällen betroffen. Anbieter wie Docusign reagieren mit Plattformen, die eine KI-basierte Engine fürs Identitätsmanagement nutzen. Sie ermöglichen qualifizierte elektronische Signaturen gemäß der eIDAS-Verordnung.

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Die rechtlichen Rahmenbedingungen verschärfen sich weiter. Die eIDAS 2.0-Verordnung fordert durchgängige Vertrauensmodelle. Ein zentraler Meilenstein: die Einführung der EUDI-Wallet ab dem 2. Januar 2027. Rund 30.000 Unternehmen in 18 Sektoren müssen zudem die NIS2-Richtlinie umsetzen. Die nationale Implementierung ist für Dezember 2025 vorgesehen. Bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu 10 Millionen Euro oder zwei Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.

In diesem Umfeld gewinnen Lösungen mit eigener Infrastruktur an Bedeutung. Omada hat eine containerisierte Lösung angekündigt, die voraussichtlich Anfang 2027 verfügbar sein wird. Europäische Organisationen behalten damit die volle Kontrolle über ihre Verschlüsselung – ohne auf nicht-europäische Dienstleister angewiesen zu sein.

Fachkräftemangel und Offboarding-Risiken

Der Einzelhandel steht besonders unter Druck: Über 250.000 Fachkräfte fehlen in Deutschland. Die Ausbildungszahlen sind seit 2010 um 30 Prozent gesunken. Experten raten zu digitalen Recruiting-Tools und flexiblen Arbeitszeitmodellen, um die Mitarbeiterbindung zu erhöhen.

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Um dem Fachkräftemangel zu begegnen, ist ein professioneller Start entscheidend für die langfristige Bindung neuer Teammitglieder. Diese kostenlose Onboarding-Checkliste hilft Führungskräften und Personalern, vom ersten Tag an Vertrauen zu schaffen und Zeit zu sparen. Kostenlose Onboarding-Checkliste jetzt herunterladen

Doch nicht nur die Einstellung birgt Risiken – auch das Ausscheiden von Mitarbeitern. Daten von Wing Security zeigen: 63 Prozent der Unternehmen gewähren ehemaligen Angestellten noch Zugriff auf interne Daten. Der Dienstleister NewVision Software hat einen Leitfaden veröffentlicht, der den Austrittsprozess in acht Bereiche gliedert.

Und dann ist da noch die Wirtschaftlichkeit von Software-Abos. Gartner prognostiziert, dass bis 2028 über 70 Prozent der Unternehmen ihr SaaS-Management zentralisieren werden. 2025 lagen die weltweiten SaaS-Ausgaben bei bis zu 300 Milliarden US-Dollar. Schätzungsweise 25 Prozent der Lizenzen blieben ungenutzt. Automatisierte Plattformen für Identitäts- und Lizenzmanagement können hier Effizienzsteigerungen von bis zu 80 Prozent bringen.

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